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Mietpreisbremse und Rente: Bei manchen Themen ist die Diskussion der Schülerinnen und Schüler mit den Direktkandidatinnen und -kandidaten schon etwas hitzig.

Der Politik auf den Zahn gefühlt

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Bad Nauheim (pm). Anlässlich der Bundestagswahl hatten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler der Ernst-Ludwig-Schule eine Podiumsdiskussion für die Jahrgangsstufen 11, 12 und 13 organisiert. Die Moderation übernahmen sechs Schüler der Politikwissenschaft-Grund- und -Leistungskurse der 12. und 13. Klassen. »Diese kümmerten sich zudem souverän und professionell um die Vor- und Nachbereitung der Diskussion«, heißt es in einer Mitteilung.

»Ich bin stolz auf unsere Schülerinnen und Schüler«, so Schulleiterin Uta Stitterich. »In sehr kurzer Zeit haben sie zusammen mit ihren PoWi-Lehrern/innen, federführend Benjamin Pizarro und Helmut Walter, eine Veranstaltung von derartiger Tragweite realisiert.« Eingeladen waren die Direktwahlkandidatinnen und -kandidaten des Wetteraukreises aller aktuell im Bundestag vertretenen Parteien: Michaela Colletti (Grüne), Armin Häuser (CDU), Peter Heidt (FDP), Andreas Lichert (AfD) und Natalie Pawlik (SPD). Da Linke-Kandidat Julian Eder aus beruflichen Gründen verhindert war, vertrat ihn Gabi Faulhaber.

Besonders hitzige Debatten entstanden zur Mietpreisbremse. Laut FDP stelle Wohnungsmangel das Kernproblem dar. Faulhaber sah in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Neubaugebieten die Lösung - Wohnen sei ein Menschenrecht. Für Lichert ist Wohnungsnot nur mit Profitinteressen zu vereinen, daher seien Maßnahmen wie Mietendeckel und Mietpreisbremsen kontraproduktiv. Der AfD-Politiker forderte die Schüler zudem auf, sich ausführlich über den Sozialismus zu informieren, der »in den Giftschrank der Weltgeschichte« gehöre.

Ebenfalls umstritten war die Rentenfinanzierung: Pawlik (SPD) befürwortete das schwedische Modell, ein Teil der Rente an den Kapitalmärkten anzulegen. Gleichzeitig betonte sie die Abhängigkeit von der Lohnentwicklung, weswegen die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro notwendig sei. Heidt (FDP) sah eine Mindestlohnerhöhung als nicht effektiv an; das System an sich müsse verändert werden, vor allem durch ein Kapitaldeckungsverfahren. Faulhaber betonte die Bedeutung des Mindesteinkommens, um Menschen das Nötigste im Leben zu gewährleisten. Im Anschluss warf Lichert (AfD) ein, das Problem läge auch an der »desaströsen« Demografie in Deutschland. Colletti vertrat die Ansicht, alle Erwerbstätigen sollen in die Kasse einzahlen, um ein weiteres Absinken des Rentenniveaus zu vermeiden. Die Tatsache, dass Jugendliche bereits jetzt wegen der Rente besorgt seien, nannte sie »beschämend«.

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