Corona-Hilfen: Handel fordert mehr Tempo

  • Bernd Klühs
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Bad Nauheim (bk). Seit Wochen läuft deutschlandweit eine Protestaktion des Einzelhandels. Die Geschäftsleute beklagen in Zeiten des Lockdowns in erster Linie mangelnde finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung. In Bad Nauheim beteiligen sich nach Angaben von Natascha Schmidt, Vorsitzende des Vereins Erlebnis Bad Nauheim, etwa 50 Ladenbesitzer. »Die Aktion hat gar nichts mit Querdenken oder Rechten zu tun«, betont Schmidt. Auch auf der Internetseite der Einzelhändler-Initiative (www.freundschaftsdienst.eu) wird darauf ausdrücklich hingewiesen.

Bei einigen Bad Nauheimern ist laut Schmidt offenbar der falsche Eindruck einer Verbindung der Einzelhändler-Aktion mit Querdenken entstanden. Möglicherweise hängt das mit einem Plakat-Text von Anfang Januar zusammen. Die fette Schlagzeile lautete: »Wir machen auf«. Auf den ersten Blick war zu vermuten, die Händler wollten sich den Lockdown-Regeln widersetzen, was tatsächlich nicht der Fall ist.

»Am kommenden Montag wird die Aktion fortgesetzt. Nach Absprache mit dem Ordnungsamt werden wir auf dem Aliceplatz präsent sein«, sagt die Erlebnis-Vorsitzende. Dort werden ab 11 Uhr einige pinkfarbene Pakete platziert. Sie sollen symbolisieren, dass die Geschäftsleute am liebsten ihre nicht verkaufte Ware an die Bundesregierung schicken würden. Auf die Aktion aufmerksam gemacht wird in Bad Nauheim mit etwa 50 pinkfarbenen Plakaten mit dem Titel »Wir gehen mit_voran«.

»Seitdem der aktuelle Lockdown gilt, haben die Einzelhändler keinen Cent an Unterstützung erhalten. Darauf wollen wir in erster Line aufmerksam machen«, erläutert Schmidt. Zuletzt habe es im Frühjahr 2020 finanzielle Hilfe gegeben. Von der sogenannten Überbrückungshilfe 2 des Bundes habe der Handel dagegen nicht profitiert. Es gebe auch keinen Ausgleich, wie ihn die Gastronomie für November und Dezember erhalte.

Zurzeit wird in Berlin die »Überbrückungshilfe 3« beraten. Aus diesem Topf könnten auch Einzelhändler bedient werden. Die Geschäftsleute wünschen sich mehr Tempo. Schmidt: »Mein Steuerberater sagt, ich könne frühstens im März mit Geld rechnen.«

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