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Erst Pflegepraktikum, später Chefarzt: Dr. Klaus-Peter Kröll ist nun in den Ruhestand gegangen.

Chefarzt nun im (Un)-Ruhestand

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Bad Nauheim (pm) Es ist ein Abschied mit Wehmut: Nach 20 Jahren als Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim hat sich Dr. Klaus-Peter Kröll, geboren 1955 in Friedberg, Ende Januar in den wohlverdienten (Un-)Ruhestand verabschiedet.

Mit einem Schnitt von 2,2 machte Kröll 1973 am Augustinergymnasium Friedberg, an dem sein Vater Latein und Griechisch unterrichtete, sein Abitur. »Für mein geplantes Medizinstudium hätte der Schnitt um genau 0,1 besser sein müssen. Die recht kleine Differenz hat mich damals zwölf Semester Wartezeit gekostet«, erinnert sich der 66-Jährige. Doch er reiht sich ein in die große Zahl derer, die eindrucksvoll beweisen, dass gute Ärzte nicht immer die besten Schulnoten haben. Nach dem Abitur ging es erst einmal zur Bundeswehr, danach begann Kröll ein Physikstudium. 1976 entschied er sich, die Wartezeit in einem berufsnäheren Umfeld zu verbringen. Für ein Pflegepraktikum ging er ans Hochwaldkrankenhaus, war mit dem späteren Betriebsratsvorsitzenden Karl Russ (seit 2020 im Ruhestand) in derselben Pflegegruppe und ganz offensichtlich für den Beruf geeignet: Die Oberschwester höchstpersönlich lud ihn ein zu bleiben.

Minimal-invasive Methode etabliert

Von 1979 bis 1985 absolvierte Kröll sein Medizinstudium an der Justus-Liebig-Universität Gießen, verbrachte seine Assistentenzeit (1985-1993) an der Chirurgischen Klink der Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst, wo er 1990 promovierte und 1992 seine Facharztanerkennung Chirurgie erwarb. Ein spannendes Jahr verbrachte er 1993/1994 als Assistenzarzt an der Universitätsklinik Großhadern der Ludwig-Maximilian-Universität München, wo er unter namhaften Chirurgen seine Kenntnisse in der Thorax-, Gefäß- sowie Allgemein- und Viszeralchirurgie vertiefte. Das Angebot einer Oberarztstelle führte ihn 1994 zurück nach Höchst, von wo aus er sich dann erfolgreich auf die 2001 frei werdende Chefarztstelle im Hochwaldkrankenhaus bewarb.

»Das war ganz schön aufwendig«, berichtet er schmunzelnd. »Dr. Müller kam mit Verwaltungsleiter und drei weiteren Chefärzten (Anästhesie, Gynäkologie und Innere Medizin) zu mir nach Höchst, und ich musste einen Tag lang voroperieren.« Kröll bestand die Prüfung und stürzte sich in das, was er rückblickend »ein neues Abenteuer« nennt.

Kröll etablierte die minimal-invasive Operationsmethode im Hochwaldkrankenhaus und machte die Bad Nauheimer 2010 zur ersten hessischen Klinik, die sich mit dem Prädikat »Kompetenzzentrum für minimal-invasive Chirurgie« schmücken durfte.

Der ambitionierte Mountainbiker, Langstreckenläufer, Snowboarder und Starkwindsurfer (dies am liebsten in griechischen Gewässern) wird sich im Ruhestand kaum langweilen, zumal die zwei jüngsten seiner vier Kinder noch am Gymnasium sind und er sie beim Homeschooling jetzt mitbetreuen darf. Auch seinem Fachgebiet will der agile 66-Jährige noch eine Weile treu bleiben. »Ich weiß noch nicht genau was, aber irgendetwas auf diesem Gebiet werde ich auch künftig machen.«

GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann hob Krölls Verdienste für das Hochwaldkrankenhaus hervor. Er habe - insbesondere mit seinem wegweisenden Eintreten für die endoskopische Chirurgie - die allgemein- und bauchchirurgische Abteilung der Bad Nauheimer Klinik zukunftsfähig gemacht und hinterlasse ein wohlbestalltes Haus.

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