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Chef auf Augenhöhe

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Ein neuer Mann an der Spitze der GZW-Geschäftsführung: Dr. Dirk M. Fellermann (2. v. l.) mit Bürgermeister Häuser (l.) Landrat Arnold und Mario Becker (r.).
Ein neuer Mann an der Spitze der GZW-Geschäftsführung: Dr. Dirk M. Fellermann (2. v. l.) mit Bürgermeister Häuser (l.) Landrat Arnold und Mario Becker (r.). © Jürgen Wagner

Wetteraukreis (jw). Das Wort »Teamplayer« hat er kein einziges Mal in den Mund genommen, hört man ihm aber zu, gewinnt man schnell den Eindruck, dass er genau dies ist: Dr. Dirk M. Fellermann heißt der neue Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW). Am Donnerstag wurde er in Bad Nauheim vorgestellt, seinen Posten tritt er am 1. Januar 2017 an.

Gleich 20 Kandidaten hatten Landrat Joachim Arnold (SPD) und Bad Nauheims Bürgermeister Armin Häuser (CDU) auf der Liste. Zwölf kamen in die engere Wahl, mit vier wurden zwischen Oktober und Januar Gespräche geführt. »So eine Stellenbesetzung macht man nicht über ein normales Ausschreibungsverfahren.« Am Mittwochabend gab der Aufsichtsrat des Gesundheitszentrums Wetterau grünes Licht, einstimmig, wie Arnold sagte: Der 51-jährige promovierte Ökonom Dr. Dirk M. Fellermann wird ab 1. Januar 2017 Geschäftsführer der GZW gGmbH. »Für die Gesellschafter war es maßgeblich, einen Menschen zu gewinnen, der aufgrund seiner beruflichen Erfahrung in der Lage ist, ein Konstrukt wie das GZW mit Perspektive zu führen«, sagte Arnold.

Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde der langjährige GZW-Geschäftsführer Wolfgang Potinius ermordet. Die beiden Prokuristen Stefan Keller (er ist mittlerweile nach Rüsselsheim gewechselt) und Mario Becker wurden zu Interims-Geschäftsführern ernannt. Nachdem im September 2015 die politischen Gremien im Lahn-Dill-Kreis die Kooperationsverhandlungen mit dem GZW abbrachen, machten sich Arnold und Häuser auf die Suche nach einem neuen Mann an der Spitze.

Mit Fellermann habe man den Richtigen gefunden, sagte Häuser. Der Ökonom, der in Bad Wildungen in Nordhessen lebt, arbeitet seit 2002 für den privaten Krankenhauskonzern Asklepios. Als Geschäftsführer leitet er dort und im Umland einen Verbund aus drei Akutkrankenhäusern, zwei Reha-Kliniken, drei Gesundheitszentren und einem Medizinischen Versorgungszentrum mit insgesamt rund 1500 Mitarbeitern.

Fellermann sammelte zuvor Berufserfahrungen in einem Chemie-Konzern, wechselte in die Geschäftsleitung eines Betreibers von Akut- und Rehakliniken und übernahm anschließend die Geschäfte der Schwalm-Eder-Kliniken. Eine Anforderung an den neuen Mann war laut Arnold und Häuser auch, dass er mit allen maßgeblichen Institutionen vernetzt sein müsse. Das erfüllt Fellermann. So ist er unter anderem Vorstandsmitglied im Verband der hessischen Krankenhausdirektoren und Dozent an der Philipps-Universität Marburg für »Executive MBA in Health Care Management«. Privat ist der zweifache Vater begeisterter Rennradfahrer und geht gerne ins Fitnesscenter.

Fit machen für neue Gesetzeslage

»Nach 15 Jahren bei Asklepios möchte ich wieder in den kommunalen Bereich hinein, denn ich finde die aktuelle Entwicklung mit der Bildung regionaler Zusammenschlüsse kommunaler Häuser sowohl spannend als auch zukunftsweisend«, sagte Fellermann.

Ob bis zu seinem Amtsantritt die Kooperation mit den Kliniken des Hochtaunus-Kreises in trockenen Tüchern ist, wird sich zeigen. Fellermanns Aufgabe wird es sein, das GZW fit zu machen für die Neuerungen des Krankenhaus-Strukturgesetzes. So spielen ab 2017 bei der Krankenhausvergütung Qualitätsaspekte eine größere Rolle, es gibt Zu- und Abschläge. »Das GZW sei dafür gut aufgestellt.« Auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern freue er sich, dem Betriebsrat habe er signalisiert, dass er für einen partnerschaftlichen Umgang stehe und keine Informationen zurückhalte. »Ich habe eher einen Hang zum Überinformieren.«

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