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Ein Teil der jungen Künstler schaut zu, als Ernesto Filippelli, Klaus Kreß und Sinan Sert (v. l.), den Lebensbaum enthüllen.

Bunter Baum in einer bunten Stadt

  • VonGeorgia Lori
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Bad Nauheim (geo). Ein Malprojekt für Kinder, das der Ausländerbeirat Bad Nauheim initiiert hatte, wurde jetzt mit der Präsentation der Ergebnisse abgeschlossen. Die Verantwortlichen sprachen von einem vollen Erfolg.

»Es war sehr schön, die Freude der Kinder zu sehen. Das Projekt ›Lebensbaum‹ ist super gelaufen. 86 kleine Leinwände, die von den Kindern bemalt wurden, sind auf einer Leinwand mit einem gemalten Lebensbaum in eine Blätter-Collage integriert worden«, erklärte Emine Antolic von der Projektleitung. Wie Sinan Sert, Vorsitzender des Ausländerbeirates deutlich machte, sei das Team überglücklich, dass das Projekt von den Kindern so gut angenommen worden sei. Zum Organisationsteam zählten auch Ernesto Filippelli, Rita Orfali, Lara Tomasoni und Mahnaz Jafary. Zur Enthüllung des gestalteten Lebensbaums kamen Bürgermeister Klaus Kreß und Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow in die Trinkkuranlage.

Kreativität freien Lauf gelassen

»Wir sehen Inklusion auch auf kultureller Ebene. Dies war ein sehr schönes Projekt mit kleinen Kindern«, sagte Sert. Ziel sei, dies in angepasster und variierter Weise fortzuführen. Das Projekt, an dem Kinder ab sieben Jahre - viele aus Familien mit Migrationshintergrund - teilnahmen, passe sehr gut zum internationalen Flair der Kurstadt.

Die Zielgruppe für solche und ähnliche Angebote beginne mit der ersten Gastarbeitergeneration und reiche von Wissenschaftlern und Ärzten ausländischen Ursprungs bis hin zu Flüchtlingen, die in jüngster Vergangenheit nach Bad Nauheim gekommen seien. »Das Projekt passt sehr gut in die Zeit. Was wir momentan in Afghanistan erleben, hätten wir uns so nie vorstellen können. Was wir hier in unserer beschaulichen Kleinstadt haben, ist nicht selbstverständlich«, sagte Kreß. Es sei wichtig, stete Zeichen zu setzen, dass Vielfalt zum Leben gehöre. In Bad Nauheim sei man bunt und bleibe bunt.

Ein buntes musikalisches Programm gestalteten Carlo und Tino Hechler von der Musikschule. Wie Sert betonte, folge die Stadt ihrer Tradition seit über 25 Jahren und unterstütze im fünfjährigen Turnus die Wahl eines Ausländerbeirats. Im Rahmen des ersten Projekts des Gremiums hätten in Bad Nauheim lebende Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Kunsttherapeut Ernesto Filippelli habe die Aktion angeregt, Emine Antolic sei für die Konzeption verantwortlich gewesen.

Teilnehmer aus 20 Nationen

»Die Gestaltung des Lebensbaums durch nahezu 100 Kinder betont den Wert der Gemeinschaftsleistung«, sagte Kreß. Die Aktion sei ein spielerischer Ausdruck der Zusammengehörigkeit. Gemeinsam könne man viel erreichen. Der Lebensbaum werde im Bürgerbüro des Rathauses zu sehen sein.

»Kinder sind etwas Wunderbares. Ich habe zwei Töchter und zwei Enkel. Jedes Kind ist sehr wertvoll«, sagte Ali Bulut, zuständiger Dezernent für den Ausländerbeirat im Magistrat. Kein Kind dürfe zurückgelassen werden. In Bad Nauheim lebten mehr als 100 verschiedene Nationalitäten.

Cornelia Wenk als Vertreterin für das Programm »Demokratie leben« des Wetteraukreises, erklärte, dass Projekte gefördert würden, die der Integration und Diversität dienten. »Behaltet eure Vielfalt, den Respekt und die Anerkennung gegenüber anderen Menschen aus anderen Ländern«, sagte sie. Das Projekt wurde laut Wenk mit einer niedrigen vierstelligen Summe gefördert. »Besonders bildungsferne Kinder sind psychisch und physisch von der Corona-Pandemie betroffen. Kinder aus 20 verschiedenen Nationen haben teilgenommen«, sagte Antolic.

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