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Marika Brandt legt Lisa-Maria Schupp den Zugang.

Gutes tun - mit Sicherheit

Blutspenden in Zeiten von Corona: So lief das in Bad Nauheim ab

  • vonHarald Schuchardt
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Blut ist knapp, auch während der Corona-Pandemie. Daher stellen die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes weiterhin Blutspendetermine auf die Beine. Ein ausgefeiltes Konzept schützt Spender, Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer.

Die seit Beginn des Lockdowns eigentlich geschlossene Sporthalle am Solebecken ist am Mittwochnachmittag geöffnet gewesen. Sport wurde in der Dreifeldhalle in der Straße »Am Solgraben« in Bad Nauheim allerdings nicht getrieben, stattdessen hatte der Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen des Deutschen Roten Kreuzess (DRK) dort zur Blutspende aufgerufen. »Unser Konzept greift. Wir haben bisher keinerlei Probleme gehabt«, sagt Manfred Mertens, der zuständige Gebietsreferent des DRK-Blutspendedienstes, eine Viertelstunde vor der Hallenöffnung. Gemäß dem Konzept waren die vier Stationen in der Halle, die alle Spender durchlaufen müssen, ebenso aufgebaut worden wie die beiden Empfangsbereiche im Foyer. Unterstützt wurden die zwölf hauptamtlichen Mitarbeiter des Blutspendedienstes von neun Mitgliedern der DRK-Ortsvereinigung Bad Nauheim, die unter anderem den gesamten Empfangsbereich »managten«.

»Viele von uns sind selbst Blutspender«, sagt Marion Müller, seit vier Jahren Vorsitzende der Bad Nauheimer Ortsvereinigung. »Ich habe um halb acht meinen 31. Termin.« Bis dahin fungiert Müller als »Taxi«. So wird die Person genannt, die die Spender nach der Blutspende in einen Ruheraum begleitet. »So ein Fuß-Taxi gibt es nur bei der Blutspende«, fügt Mertens lachend hinzu. Unmittelbar vor der Öffnung wartet bereits ein halbes Dutzend Freiwillige auf Einlass. Sie mussten sich zuvor online anmelden - eine von zahlreichen Neuerungen in Corona-Zeiten. Mertens: »Viele Stammspender wollen, dass wir die Anmeldungen beibehalten, wir vermeiden so lange Wartezeiten.«

217 von 220 Terminen vergeben

Für die Blutspende-Aktion in Bad Nauheim wurden im Viertelstundentakt jeweils zwölf Termine vergeben - insgesamt 217 von 220 möglichen. »Wir haben immer eine große Resonanz. Im Sommer 2019 waren es sogar einmal über 250«, erinnert sich Marion Müller. Punkt 15 Uhr öffnen die Türen. Als Erster tritt Christoph Rommel aus Reichelsheim ein.

»Ich mache das zum ersten Mal, ich wollte einfach was Gutes tun« sagt er als einer der wenigen »Neulinge«, während Sebastian Girke bei ihm Fieber misst und eine neue FFP2-Maske überreicht. Fieber messen und »Maskentausch« sind ebenso vorgeschrieben wie das Desinfizieren der Hände. Das Thermometer zeigt 36,7 Grad an, und so darf Girke weiter zur Anmeldung. Dort erklären ihm André Brodrecht und Tim Hennrich, wie es nach der Aufnahme weiter abläuft. Zunächst geht es in der Halle an einen der Tische, wo der Fragebogen ausgefüllt werden muss. Bei Erstspender Rommel kommt noch ein weiterer Aufnahmebogen hinzu.

Das dauert etwas länger als bei Lisa-Maria Schupp, die bereits zum 39. Mal Blut spendet. »Ich bin ein alter Hase«, sagt die Ockstädterin während des Arztgesprächs mit Dr. Ata Rezvani, einem von vier Ärzten, die den Blutspendern auch den Blutdruck messen. Soweit ist Rommel noch nicht. An der Station vor dem Arztgespräch nimmt ihm Laborant Jörg Mäder Blut ab. Dann geht es für den 36-Jährigen zum Arzt, während Schupp als eine der Ersten auf einem »Blutentnahmebett« liegt und Marika Brandt ihr den Zugang legt. »Es läuft,« stellt die medizinische Fachangestellte danach fest. Nach der Spende bringt »Taxi« Marion Müller die Spenderin in den Ruheraum, bevor es am Hintereingang der Halle, der als Ausgang dient, eine Tüte voller Süßigkeiten gibt. Müller: »Warmes Essen, wie vor der Pandemie, dürfen wir nicht ausgeben, doch unsere Spender freuen sich auch über die Tüten.«

Die nächsten Spenden-Termine

Die nächsten DRK-Blutspendetermine in der Region sind am Montag, 15. Februar, von 17.30 bis 20.30 Uhr im Kefenroder Bürgerzentrum »Holzwich«, am Dienstag, 16. Februar, von 15.30 bis 19.45 Uhr im Forum in Köppern, am Mittwoch 17. Februar, von 17 bis 20.30 Uhr; in Wohnbach in der Turn- und Sporthalle, am Mittwoch 24. Februar, von 16.30 bis 20.30 Uhr in der Friedberger Stadthalle, am Donnerstag, 25. Februar, von 17 bis 20.30 Uhr im Niddaer Bürgerhaus, am Freitag 26. Februar, von 16 bis 20.30 Uhr in Gedern in der Alten Turnhalle und am Donnerstag, 4. März, von 15.30 bis 20 Uhr in Dortelweil im Kulturforum. Eine Anmeldung zum jeweiligen Termin unter www.blutspende.de ist erforderlich.

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