Autos stehen auf einem Parkplatz.
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Am letzten Mai-Wochenende können Bewohner der Innenstadt von Bad Nauheim ihre Fahrzeuge erstmals kostenfrei auf eigentlich gebührenpflichtigen Plätzen abstellen. Das gilt auch für den Parkplatz an der Burgpforte.

Nur an Wochenenden

Kostenloses Parken für Anwohner der Bad Nauheimer Innenstadt

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Die Anwohner warten sehnsüchtig aufs Bewohnerparken an Wochenenden. Auf dem Papier gilt die Regelung seit dem 1. Januar, doch die Vorbereitungen ziehen sich hin.

Bad Nauheim – In den vergangenen Jahren hat sich in Sachen Bewohnerparken einiges getan in Bad Nauheim. In Teilen der Innenstadt, rund um das Schulzentrum und westlich des Bahnhofs, gilt diese Regelung bereits seit geraumer Zeit. Kürzlich sind zwei weitere Bereiche gefolgt: die Goldsteinsiedlung und das »Dichterviertel«, das im Rathaus »östlich des Bahnhofs« genannt wird. Ebenfalls vom Stadtparlament beschlossen wurde ein fünftes Bewohnerparkgebiet - die Innenstadt. Hier gibt es allerdings eine Besonderheit: Bewohner dieses Quartiers haben nur an Wochenenden Vorrang, dürfen ihre Fahrzeuge dann jeweils kostenfrei auf eigentlich gebührenpflichtigen Stellplätzen abstellen.

Auf dem Papier gilt die Neuregelung bereits seit dem 1. Januar. Wie das Rathaus jedoch gleich betont hatte, werde die Umsetzung einige Zeit in Anspruch nehmen. Ursprünglich war optimistisch von Februar die Rede, doch der ist längst ins Land gegangen.

Schilder für das kostenlose Parken in Bad Nauheim werden aufgestellt

Jetzt macht Erster Stadtrat eine verbindliche Zusage: »Die Schilder sind da und werden in dieser Woche installiert. Ab dem 17. Mai können Bewohner einen Parkausweis beantragen.« Der Ausweis, der 15 Euro pro halbes Jahr kostet, kann online ausgedruckt oder im Rathaus abgeholt werden. Laut Krank wird das Bewohnerparken in der City am 28. Mai starten, am Wochenende 29./30. Mai können Anlieger ihre Pkw erstmals abstellen, ohne Gebühren zahlen zu müssen.

Gültig ist diese Neuregelung für Bürger, die in folgenden Straßen wohnen: Alexej-Maltzew-Gässchen, Burgpforte, Alice-, Friedrich-, Reinhard- und Ritterstraße sowie Teile von Ernst-Ludwig-Ring, Haupt-, Kur-, Karl- und Parkstraße. »Dadurch schaffen wir zumindest eine gewisse Erleichterung für Bürger, die in der Innenstadt leben«, sagt Krank.

Bewohnerparken in weiteren Quartieren in Bad Nauheim geplant

Er möchte in naher Zukunft in weiteren Quartieren Bewohnerparken einführen. Noch in diesem Jahr dürfte das sogenannte Grießbrei-Viertel folgen, nächste Etappe wird das neue Wohngebiet Bad Nauheim Süd, sobald dort die meisten Häuser stehen und alle Straßen ausgebaut sind.

In der Innenstadt sieht der Verkehrsdezernent bereits erste Erfolge. »Die Straßen werden leerer, es gibt weniger Parkplatzsuchverkehr.« Gäste der Stadt oder eines bestimmten Viertels hätten aber weiter die Möglichkeit, ihr Auto für einige Stunden abzustellen, um beispielsweise einen Arzttermin wahrzunehmen.

Konflikt zwischen Berufspendlern und Anwohnern in Bad Nauheim

Der Erste Stadtrat sieht zwei große Problemzonen, was die Einführung des Bewohnerparkens angeht: die Altstadt und die Straßen rund um die Burgallee. Vor allem in letztgenanntem Wohnquartier hält Krank die im Verkehrsentwicklungsplan vorgesehene Umsetzung für »sehr, sehr, sehr schwierig«. Gerade rund um die Burgallee gibt es nämlich Interessen, die sich diametral entgegenstehen. Berufspendler - nicht zuletzt die Beschäftigten der vielen Läden - suchen dort nach einem gebührenfreien Stellplatz. Andererseits wollen Anlieger ihr Auto möglichst nah an der eigenen Wohnung abstellen und von Parkplatzsuchverkehr entlastet werden.

Das Bewohnerparken in der Innenstadt an Wochenenden wurde vom Stadtparlament vor geraumer Zeit beschlossen. In erster Linie geht es darum, den vielen Bewohnern, die keinen gebührenfreien Stellplatz vor der Haustür haben, etwas Gutes zu tun. Gleichzeitig ist die Neuerung aber ein weiteres Mosaiksteinchen der städtischen »Verkehrswende«. Vereinfacht ausgedrückt: Die City soll von motorisiertem Verkehr entlastet werden, Besucher Bad Nauheims möchte die Politik auf die Großparkplätze am Rand der Innenstadt umlenken. Das ist auch an vielen Wochenenden, speziell an Sonntagen nötig. Denn bei schönem Wetter kommen etliche Besucher mit ihren Fahrzeugen in die City, um hier einen Stellplatz zu suchen. Sind diese Plätze bereits durch die Nutzer des Bewohnerparkens belegt, könnten sich Gäste dazu bewegen lassen, gar nicht ins Stadtzentrum zu fahren.

Parkgebühren werden in Bad Nauheim teurer

Teil dieses Konzepts ist auch die Parkgebühren-Erhöhung in der City. Eigentlich sollten die Tarife bereits am 1. Januar von 35 auf 50 Cent pro Viertelstunde (Höchstparkdauer: zwei Stunden) steigen, wobei die Gebührenpflicht an jedem Wochentag von 9 bis 19 Uhr gilt. Auf Wunsch von Bürgermeister Klaus Kreß wurde die Anhebung allerdings bis zum 30. Juni ausgesetzt. Grund: Die Kundschaft des von Corona gebeutelten Einzelhandels sollte nicht durch höhere Parkgebühren abgeschreckt werden.

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