Für jedes angemeldete Kind eine Alternative? Wie genau das Konzept für die dezentrale Betreuung im Sommer aussehen soll, steht noch nicht fest.
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Für jedes angemeldete Kind eine Alternative? Wie genau das Konzept für die dezentrale Betreuung im Sommer aussehen soll, steht noch nicht fest.

Sommerferien

Statt Ferienspiele: In Bad Nauheim stehen 300 Betreuungsplätze zur Verfügung

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Die Ferienspiele sind wegen Corona abgesagt worden, stattdessen plant die Stadt Bad Nauheim im Sommer ein dezentrales Betreuungsangebot.

Wie genau das Konzept für die dezentrale Betreuung im Sommer aussehen soll, darüber diskutierten die Bad Nauheimer Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung. Grundlage war ein FDP-Dringlichkeitsantrag, in dem gefordert wurde, allen Kindern, die für die Ferienspiele angemeldet waren, ein gleichwertiges Angebot zu unterbreiten. »Es geht immer nur um die Auswirkungen der Krise für die Erwachsenen, die Kinder werden vergessen«, begründete FDP-Stadtverordnete Britta Weber den Vorstoß ihrer Fraktion. Auch wenn es aufgrund der Corona-Besonderheiten schwierig sei, sollten alle angemeldeten Kinder möglichst qualifiziert betreut werden. Notfalls müsse die Stadt zusätzliche finanzielle Mittel bereitstellen. Weber: »Das müssen uns die Kinder wert sein. Sie zahlen einen hohen Preis für die fast dreimonatige Isolation.«

Statt Ferienspiele in Bad Nauheim: Mehr Betreuer nötig 

Wie Erster Stadtrat Peter Krank in der Parlamentssitzung erklärte, müssten in Corona-Zeiten kleine, feste Gruppen gebildet werden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Dafür seien mehr Betreuer notwendig als gewöhnlich, die aber nicht zur Verfügung stünden. »Gerne würden wir alle Kinder betreuen, aber das scheint illusorisch zu sein«, sagte Krank.

Der Antrag wurde schließlich in den Sozialausschuss verwiesen, der am Dienstagabend tagte. Dort wurde der Text nach Auskunft des zuständigen Fachbereichsleiters Jochen Mörler geändert. Dem Beschluss zufolge soll die Stadt ein »möglichst umfangreiches Betreuungsangebot« unterbreiten. Daran wird laut Mörler gearbeitet. »Normalerweise stellen wir in den sechs Ferienwochen etwa 620 Plätze zur Verfügung, diesmal werden es nach heutigem Stand knapp 300 sein.«

Statt Ferienspiele in Bad Nauheim: Teilnahme auf eine Woche beschränkt

Jedes Kind könne sich nur für eine Woche anmelden, es würden Gruppen mit etwa 15 Teilnehmern gebildet, die sich täglich von 8.30 bis 15.30 Uhr treffen. Die Treffpunkte sollen im Stadtgebiet verteilt werden, damit die Gruppen getrennt bleiben. Fraglich ist noch, ob auch eine Früh- und Spätbetreuung möglich sein wird. Wie Mörler betonte, sei Bad Nauheim neben Butzbach die einzige Kommune in der Region, die einen Ersatz für die Ferienspiele organisiere.

»Einige erfahrene Teamer möchten sich das aktuell wegen der Ansteckungsgefahr nicht antun«, sagte der Fachbereichsleiter. Deshalb sei es schwierig, genügend qualifiziertes Personal zu finden. Die Verwaltung wartet jetzt zunächst ab, wie viele Kinder sich für das Betreuungsangebot anmelden. Reichten die knapp 300 Plätze nicht aus, werde man sich um eine Ausweitung bemühen.

Eltern, die ihre Kinder für die Ferienbetreuung anmelden möchten, können das ab dem 8. Juni auf der städtischen Internetseite tun.

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