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Berühmtheiten aus aller Welt

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Schlendert man die Ludwigstraße entlang, so fällt ein Gebäude auf, das aufgrund seiner Architektur und der Backsteinfassade aus dem Stadtbild herausragt. Es ist die Villa Hupfeld, die um die Jahrhundertwende erbaut wurde und einst ein Spielcasino beherbergte. Doch nicht jeder weiß, dass sich im Hinterhof der ehrwürdigen Villa ein Hotel befindet.

"Das Hotel Brunnenhof ist ein familiengeführtes Haus und verbindet den Charme der Belle Époque mit modernem Komfort", sagt Anett Muensterberg, Tochter der Inhaberin Liselotte Gassig von der Heid.

Im hinteren Teil des Straßenzuges Ludwigstraße 13 befindet sich dieses Kleinod, wo bis in die 70er Jahre eines dieser schönen Fachwerkhäuser mit Veranda, mit dem schönen Namen" Schlösschen Belvedère" stand, welches schon damals als Pension betrieben wurde.

Diese sogenannten Gartenhäuser, wie sie auch an einigen anderen Orten in Bad Nauheim in den Hinterhöfen zu finden sind, wurden im Jugendstil erbaut. Beispiele dafür sind das Gebäude hinter der Sprudel-Apotheke in der Frankfurter Straße oder die Villa Esperanza in der Karlstraße.

Gartenhaus abgebrannt

Das ehemalige Gartenhaus der Villa Hupfeld brannte Ende der 1970er Jahre bis auf die Grundmauern ab. Nur ein Fenster mit einer wunderschönen Jugendstilverglasung blieb von dem Brand verschont. Dieses Fenster kann man heute im Innenhof des Hotels bewundern. Da es die Stadt nach dem Brand zur Auflage machte, ein neues Gebäude zu errichten, lag es dem Architekten Fritz Gassig und Besitzer des Straßenkomplexes Ludwigstraße 13, nahe, dort wieder ein Gästehaus für die zahlreichen Besucher, Kur- und Badegäste Bad Nauheims zu errichten.

Gassig erkannte das große Potenzial und die gute Lage der Gartenhäuser. Inspiriert durch seine zahlreichen Reisen und Aufenthalte in Hotels auf der ganzen Welt, schuf er mit dem Hotel Brunnenhof ein idyllisches Kleinod im Hinterhof, das im Jahr 1982 fertiggestellt und eröffnet wurde.

Das Hotel befindet sich direkt gegenüber dem Sprudelhof, dem Wahrzeichen Bad Nauheims, dem weltweit einzigartigen Jugendstil-Ensemble mit seinen Badehäusern und Schmuckhöfen. Die Innenstadt und auch der Bahnhof sind in wenigen Minuten fußläufig erreichbar. "Das Hotel verfügt über 26 individuell eingerichtete Zimmer und zwei Suiten. Entspannen können sich die Gäste in dem Patio", beschreibt Anette Muensterberg das Haus. Inhaberin Liselotte Gassig von der Heid hat das Hotel mit viel Liebe zum Detail dekoriert und eingerichtet. Das Thema Jugendstil, welches in Bad Nauheim allgegenwärtig ist, wurde auch in dem Eingangsbereich des Hotels mit Spiegeln von Gustav Klimt von 1920, die von Klimt als Spezialanfertigung für den Filmpalast Berlin speziell hergestellt wurden und einem original Jugendstil-Sofa in Szene gesetzt.

Bis zum heutigen Tag wird das Hotel von Liselotte Gassig von der Heid und ihrer Tochter Anett Münsterberg sowie zahlreichen Mitarbeitern geführt.

Zu dem Gebäudekomplex des Hotels gehört nach wie vor die Villa Hupfeld, in der einst im mittleren Teil neben einem Spielcasino auch ein Tanzlokal, die Bar "Majestic" betrieben wurde. Hier trafen sich etliche Größen und Berühmtheiten aus Deutschland und der Welt, wie zum Beispiel Thomas Mann, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Hans Albers, Emil Nolde, und vielleicht sogar der Zar von Russland sowie die Kaiserin Elisabeth "Sisi", von Österreich und Ungarn.

Wie alte Zeitungsberichte belegen, befand sich im vorderen Teil der Villa Hupfeld ein Weingroßhandel, der von Ernst Hupfeld, dem Erbauer der Villa, betrieben wurde. Erwähnt wird in einer Zeitungsannonce von damals auch die Pension als Dependence im hinteren Teil mit einem schönen, großen, schattigen Garten.

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