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Manfred Geisler spricht bei der Eröffnung von einem glücklichen Zusammentreffen seiner Sammlung mit der Architektur des Jugendstils.

»Bereicherung für Kulturleben«

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Bad Nauheim (pm). Der Sprudelhof als Wahrzeichen der Stadt Bad Nauheim sei Tradition und auch Verpflichtung zur Pflege und Erhaltung in künftigen Zeiten, sagte Bürgermeister Klaus Kreß während der Pressekonferenz zur Eröffnung des Jugendstilforums im Badehaus 3. ( die WZ berichtete ) Zwei Tage später fanden sich geladene Gäste aus den Reihen der Freunde und Mitglieder des Vereins und der Kommunalpolitik in der ehemaligen Wartehalle des Badehauses ein, um das Forum mit seiner ersten Ausstellung »Jugendstilkeramik - Tendenzen einer neuen Zeit«, Beginn einer Serie von Jugendstil-Exponaten des Sammlers Manfred Geisler, zu eröffnen.

Frank Thielmann vom Vorstand der Stiftung Sprudelhof betonte in seiner Rede, dass das Konzept für den Sprudelhof, Gesundheit und Kultur zusammenzubringen, nun einen weiteren Schritt vorangekommen sei. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten des Sprudelhofes und nach Fertigstellung des Thermalbades mit Anbindung an das Badehaus 2 werde sich dieses Angebot runden.

Einen idealeren Ort hätte man nicht finden können, hier sei die Ausstellung gut aufgehoben. So äußerte sich Staatssekretär Dr. Martin Worms vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen und Vorsitzender des Kuratoriums Sprudelhof in seiner Ansprache.

Ehrenamtlich mit viel Fantasie

Nun ginge es daran, den denkmalgeschützten Sprudelhof zu erhalten und behutsam den Anforderungen des modernen Lebens anzupassen. Es folgte die Rede des Ersten Stadtrats und Kulturdezernenten Peter Krank, der den Jugendstil als das prägende Element von Bad Nauheim nannte, das nun durch die Initiative des Jugendstilvereins aus einem Dornröschenschlaf erweckt worden sei.

Hier sei hervorzuheben, dass Mitglieder des Vereins ehrenamtlich mit Tatkraft und viel Fantasie für preiswerte Lösungen - allen voran die 2. Vorsitzende Hiltrud Hölzinger - das Jugendstilforum angeschoben haben. Als ein Beispiel wurde die »recht kostspielige Restaurierung« von zwölf historischen Gartenbänken aus der Hand des Jugendstilkünstlers Max Laeuger für den Schmuckhof genannt, was durch Spenden der Mitglieder möglich geworden sei. Krank übergab Hölzinger einen finanziellen Zuschuss.

Anschließend spielte Georg Klemp, Pianist und Musikpädagoge an der örtlichen Musikschule, auf dem Ibach-Flügel von 1911 Klavierstücke des Großherzogs - eine Erstaufführung in Bad Nauheim. Das Instrument im Design des Art Nouveau ist eine Dauerleihgabe des Friedberger Musikhauses Ortel und ergänzt die von Mosaiken ausgestaltete Halle mit ihrer Akustik.

Als spätromantisch ganz im Stil der Zeit und nicht ohne Dramatik, so charakterisierte der Pianist die Kompositionen Ernst Ludwigs, dessen Notenaufzeichnungen im Faksimile vom Bad Nauheimer Booy-Verlag im Shop des Jugendstilforums angeboten werden.

Kranks Versicherung, dass die Sammlung von Jugendstilexponaten als Bereicherung des Kulturlebens der Stadt hier gut aufgehoben sei, hörte Manfred Geisler gern und sprach von einem glücklichen Zusammentreffen seiner Sammlung mit der Architektur des Jugendstils und der Atmosphäre, die die Räume des Sprudelhofes ausstrahlten. Er nannte in seiner unterhaltsamen Rede die Epoche des Jugendstils eine auch gesellschaftspolitisch spannende Zeit.

Einen Hauch Belle Époque brachten Lara Fleißner und Svenja Werner mit ihrem Serpentinentanz nach der amerikanischen Künstlerin Löie Fuller mit, die viele Künstlerinnen und Künstler im Paris der Art-Nouveau-Ära anregte und als eine der Wegbereiterinnen des Modernen Tanzes gilt.

Sammler Geisler kündigte für das nächste Frühjahr die Fortsetzung der Ausstellung an, die weitere hervorstechende und bahnbrechende Jugendstil-Exponate bringen werde.

Während der Vernissage wird ein Serpentinentanz nach Löie Fuller gezeigt.

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