Der symbolische Startschuss ist gefallen, los geht es mit dem Benefizlauf.
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Der symbolische Startschuss ist gefallen, los geht es mit dem Benefizlauf.

Benefizlauf zugunsten von "Ärzten ohne Grenzen"

Bad Nauheim (cor). Gaza, West-Afrika, Syrien oder die Zentralafrikanische Republik: Es gibt viele Krisengebiete, in denen die Menschen Hilfe benötigen. Die "Ärzte ohne Grenzen" leisten diese Hilfe bereits seit über 40 Jahren. Unterstützung erhält die Hilfsorganisation dabei auch aus Bad Nauheim.

In den vergangenen neun Jahren sind bei den Benefizläufen schon 200 000 Euro zusammengekommen. Am Sonntag fiel zum zehnten Mal der Startschuss im Sprudelhof. Die Bürger waren aufgerufen, für den guten Zweck Runden zu drehen.

Unterstützung ist im Jubiläumsjahr mehr als notwendig. "Ein dramatisches Jahr", wie Dr. Tankred Stöbe, Vorsitzender von "Ärzte ohne Grenzen", erklärte. Stöbe nahm zum zweiten Mal am Benefizlauf teil. Wohl kaum einer hat das Leid der Menschen so hautnah miterlebt wie er, gerade noch war er mehrere Wochen in einem Krisengebiet im Südsudan unterwegs. Aktuell sei der Blick vor allem auf die von Ebola betroffenen Länder gerichtet. Die Krankheit beschäftigt die Hilfsorganisation täglich. "Eine Katastrophe mit Ansage", die ihren Anfang bereits im Dezember 2013 genommen habe, sagte Dr. Stöbe am Rande des Laufs. Noch im Mai sei die Hoffnung gekeimt, die Krankheit habe einen Schlussstand erreicht. Doch schon im Juli habe sie die Dörfer verlassen und schließlich auch die Großstädte erreicht. "Die Infrastruktur in den Ländern wackelt, die medizinische Infrastruktur ist zusammengebrochen", sagte Dr. Stöbe. "Die Zahl der Erkrankten steigt täglich.

3000 Mitarbeiter von ›Ärzte ohne Grenzen" sind bereits vor Ort tätig. Aber wir brauchen mehr Helfer und weitere Unterstützung." Daher dankte Dr. Stöbe den Organisatoren der Bad Nauheimer Benefizläufe, allen voran Dr. Martin Schaper, der die Idee 2005 auf den Weg gebracht hatte und mit seinen Kollegen Dr. Thies H. Jünger und Dr. Markus Schönburg gleich umsetzte.

Zahlreiche Arbeitgeber, Institutionen, Schulen, Vereine, Geschäfte und Einzelpersonen beteiligten sich am Lauf. Auch zur Freunde von Bürgermeister Armin Häuser. "Wenn man sieht, was in der Welt alles los ist, ist der Mut, etwas zu machen, besonders wichtig." Gemeinsam mit den Kindern gab Häuser den symbolischen Startschuss. Zwei von ihnen waren schon vorher aktiv, Tom und Fine Schaper. Sie hatten in der Nachbarschaft 135,94 Euro gesammelt.

Der Spenden- und Sponsorenlauf hat sich längst zu einem großen Volksfest entwickelt. Bei Live-Musik auf der Bühne wurde an mehreren Ständen für das leibliche Wohl gesorgt. Für die Kinder gab es viele Spielmöglichkeiten, bei der Tombola Gewinne vom Segelflug bis zum Therme-Gutschein zu gewinnen. Das Prinzip des Laufs ist einfach: Jeder Läufer dreht im Kurpark vom Sprudelhof aus seine Runden, wird dabei von seinem Arbeitgeber, Familie oder Freunden pro gelaufene Runde mit einem bestimmten Betrag gesponsert. Möglich sind zwei Runden, die kleine mit 600 Metern oder die größere mit 900 Metern. Die Einnahmen gehen komplett an "Ärzte ohne Grenzen".

Über 30 Läufer waren in diesem Jahr von der Stadtschule an der Wilhelmskirche dabei. Die Schule macht jedes Jahr mit. "Und es werden immer mehr Mitwirkende ", freute sich Schulleiterin Hildegard Stephan-Jünemann. "Durch Ebola ist das Bewusstsein für die Organisation noch mehr gestiegen", sagte einer der Läufer. "Mich sponsert meine Frau", erzählte ein anderer. Nach einer mehrjährigen Pause gehe er nun wieder an den Start. "Ich bin 54, möchte etwas für meine Gesundheit tun. Zehn Kilo sollen runter", lacht der Mann, der sich fünf Runden als Ziel gesetzt hat. Fünf große Runden hatten sich auch Dr. Martin Düvel und seine Frau, Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel, vorgenommen. Beide sponserten sich selbst.

Es gehe nicht darum, wie viele Menschen mitmachen, sagte Dr. Thies H. Jünger abschließend. "Wichtig ist, welche Summe am Ende dabei herauskommt." Geld, das die "Ärzte ohne Grenzen" dringend brauchen.

"Ärzte ohne Grenzen" kann jederzeit unterstützt werden, zwei Spendenkonten hat Dr. Martin Schaper eingerichtet: bei der Sparkasse Oberhessen, IBAN DE34 5185 0079 0045 0078 47, BIC HELADEF1FRI, oder bei der Volksbank Mittelhessen: IBAN DE07 5139 0000 0045 5977 09, BIC VBMHDE5FXXX. Kontoinhaber: Dr. Martin Schaper, Stichwort "Ärzte ohne Grenzen".

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