Mitarbeiter des Gesundheitszentrums Wetterau - hier das Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhaus - bekommen keine Bonuszahlungen vonseiten des Bundes für ihr Engagement während der ersten Corona-Welle. Dafür belohnt das GZW Mitarbeiter aus der eigenen Kasse. FOTO: NICI MERZ
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Mitarbeiter des Gesundheitszentrums Wetterau - hier das Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhaus - bekommen keine Bonuszahlungen vonseiten des Bundes für ihr Engagement während der ersten Corona-Welle. Dafür belohnt das GZW Mitarbeiter aus der eigenen Kasse. FOTO: NICI MERZ

GZW belohnt Pflegekräfte selbst

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim/Friedberg(pm). Der Bund zahlt Pflegekräften, die während der ersten Corona-Welle besonders belastet gewesen sind, einen Bonus. Doch längst nicht alle Kliniken profitieren davon, auch nicht die des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW). Das stößt bei Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann auf Kritik - und löst bei ihm eine Reaktion aus: Das GZW wird Mitarbeiter selbst belohnen.

In Deutschland konnte in der Corona-Krise bisher eine Überforderung des Gesundheitssystems vermieden werden, Pflegekräfte kamen dennoch vielerorts an ihre Belastungsgrenze. "Nun hat der Bund eine Sonderzahlung für besonders belastete Klinikmitarbeiter beschlossen und lässt doch etliche leer ausgehen", heißt es in einer Pressemitteilung des GZW. Dessen Geschäftsführer Fellermann sieht dies kritisch - und handelt.

Die Liste der Krankenhäuser, die Zahlungen aus dem Sondertopf erwarten dürfen, sei zwölf Seiten lang und umfasse doch "nur" etwa 15 Prozent der deutschen Hospitäler, schreibt das GZW. "Die Berechnung dessen, was die einzelnen Häuser erwarten dürfen, ist kompliziert und fußt auf mehreren Parametern." Einer davon, die Zahl der behandelten Corona-Patienten im Verhältnis zur Gesamtbettenzahl, führe zum Ausschluss nicht nur der Uni-Klinik Gießen, die die Verteilung der Corona-Patienten koordiniert, sondern auch der Häuser des Gesundheitszentrums Wetterau.

"Aufgrund unserer Bettenzahl müssten wir zwischen 1. Januar und 31. Mai 2020 insgesamt 50 Corona-Patientinnen und -Patienten behandelt und wieder entlassen haben, um in den Genuss einer Sonderzahlung zu kommen. Ebenso wie die Uni-Klinik Gießen liegen wir leicht darunter, unser Personal erhält deshalb kein Geld aus dem Bundes-Sondertopf", erläutert Fellermann. Für die Mitarbeiter im pflegerischen Dienst sei dieser Ausschluss kaum nachvollziehbar. "Es macht kaum einen Unterschied, ob man innerhalb weniger Wochen 47 oder 53 schwer kranke Patientinnen und Patienten betreut. Diese intensive Betreuung kostet nicht nur viel Kraft. Zusätzlich lebten alle in ständiger Anspannung, denn angesichts der Dynamik der Pandemie konnte niemand vorhersagen, was der nächste Tag bringen würde. Auch diese Anspannung zehrt an den Nerven und belastet", betont Fellermann.

Dass die monatelang diskutierte Sonderzahlung nun zu einem Zeitpunkt komme, zu dem die zweite Corona-Welle gerade richtig Fahrt aufnehme und die Fallzahlen in den Krankenhäusern diejenigen des Frühjahrs bereits überstiegen, schaffe inmitten einer zweiten Krise in der Gesundheitslandschaft eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft der Glücklichen und der weniger Glücklichen".

Wer Geld bekommt, wird noch geregelt

Fellermann kritisiert weiter: "Dies ist fatal in einer Situation, in der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Krankenhäusern vor einer weiteren und vermutlich noch stärkeren Herausforderung stehen und nun wieder mindestens ihr Bestes geben sollen." Fellermann hat deshalb entschieden, die Sonderzahlung, die das GZW bekommen hätte, wenn die Fallzahl etwas höher gelegen hätte, zu übernehmen. "Die Auswahl der Sonderzahlungsempfängerinnen und -empfänger werde ich im Einvernehmen mit den Arbeitsnehmervertretern regeln", erklärt der Geschäftsführer.

2020 sei für die Krankenhausmitarbeiter in mehrfacher Hinsicht ein schwieriges Jahr gewesen. Wer nicht an vorderster Front in die Corona-Behandlung eingebunden gewesen sei, habe die den gesamten Krankenhausbetrieb betreffenden pandemiebedingten Umstrukturierungen und Auflagen mittragen müssen. Zugleich seien übliche Vergnügungen wie Betriebsfest oder Abteilungsfeiern entfallen. "Um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unsere Wertschätzung dennoch zu bekunden, haben wir im GZW einen Prämienshop eingeführt, in dem besondere Leistungen mit Punkten belohnt werden, die man gegen attraktive Preise oder sogar Reisen eintauschen kann", hebt der Geschäftsführer hervor. Die alljährliche Grippe-Impfung werde in diesem Jahr durch das "Impf- Race" aufgewertet, in dem die GZW-Mitarbeiter in fünf Teams um die höchste Impf-quote wetteiferten. Auf das Siegerteam warte die Verköstigung durch einen "Food-Truck". FOTO: PM

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