Bebauungsplan wird aufgehoben

  • Bernd Klühs
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Bad Nauheim-Nieder-Mörlen (bk). Alte Bebauungspläne weisen manche Tücken auf, weil sie mit heutigen Maßstäben nicht mehr übereinstimmen, Grundstückseigentümern aber gleichwohl gewisse Rechte einräumen. Ein Beispiel ist der Bebauungsplan »Söderweg« in der Kernstadt, zu dem auch die Usastraße gehört. Der B-Plan ist jahrzehntealt und ermöglicht die Errichtung von Gebäuden mit bis zu elf Stockwerken. Diese Vorgabe hat ein Investor genutzt, um aktuell in der Usastraße ein achtgeschossiges Wohnhaus zu bauen. Das Projekt stößt auf heftige Kritik, es gab keine Handhabe, um es zu verhindern.

Im Norden Nieder-Mörlens sollen ähnliche Probleme verhindert werden. Dort gibt es seit 1972 den Bebauungsplan »Steinernes Kreuz«. Das Gebiet wird von Dürerstraße, Friedhofstraße, In den Nußgärten und Theodor-Heuss-Straße begrenzt. Der B-Plan erlaubt Gebäude mit bis zu vier Etagen, tatsächlich wurden dort bisher aber nur Einfamilienhäuser mit bis zu zwei Geschossen errichtet. Drei Grundstücke sind nach Angaben der Stadtverwaltung unbebaut. Um die Errichtung von Neubauten, die nicht zur Umgebung passen, und die Aufstockung bestehender Gebäude verhindern zu können, schlug der Fachbereich Stadtentwicklung vor, den alten B-Plan aufzuheben.

Damit beschäftigte sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium folgt mit knapper Mehrheit (6:4-Stimmen) dem Beschlussvorschlag, die Aufhebung des B-Plans wird eingeleitet. Künftig wird über Bauprojekte nach den Vorschriften des Baugesetzbuches entschieden. Darin heißt es, dass sich Bauvorhaben der Umgebung anpassen müssen. Gegen die Vorlage stimmten CDU und SPD. Beide votierten nach Auskunft von Bürgermeister Klaus Kreß dafür, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, der zumindest eine geringfügige Verdichtung zulässt. Die CDU stellte einen entsprechenden Antrag, der abgelehnt wurde.

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