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Baustelle Sprudelhof Bad Nauheim: Kunstwerke von Schülern verschönern Zaun

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Von: Hanna von Prosch

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Gruppenbild mit Bürgermeister und Lehrerinnen: Mit 80 Kindern ist die Stadtschule am stärksten vertreten. © Hanna von Prosch

Es war ein großer Tag für die Schülerinnen und Schüler aus fünf Bad Nauheimer Schulen, als am Montag ihre Bauzaun-Kunst an der Westseite der Sprudelhof-Baustelle enthüllt wurde.

So ein Gewusel und Geplapper ist selten im Kurpark zu erleben. Gespannt warteten die 150 jungen Künstlerinnen und Künstler aus fünf Bad Nauheimer Schulen darauf, endlich ihre Bilder fertig am Bauzaun des Sprudelhofs sehen zu können. Als dann die dicke Plane weggezogen und das Geheimnis enthüllt wurde, wollten sich alle vor ihrem Kunstwerk fotografieren lassen, was nur mit Hin-und-Her-Dirigieren gelang. Von der ersten Klasse bis zum Leistungskurs waren die Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr dem Aufruf von Projektmanagerin Melanie Hampl vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) gefolgt, den Bauzaun durch Kunst zu verschönern. Zusammen mit ihren Lehrerinnen machten sie sich Gedanken, wie der Jugendstil im Stil der Jugend sein kann und was sie mit ihrer Heimatstadt verbindet. Auf großen Alu-Dibond-Tafeln sind in den Schulen Gemälde entstanden, die sich am Zaun zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen.

Inspiriert vom Weihnachtswunder

»Baustellen gehören zu unserem Leben, aber liebenswert sind sie nicht. Meistens wird gemeckert«, sagte Bürgermeister Klaus Kreß. Frank Thielmann von der Stiftung Sprudelhof erinnerte daran, dass der Zaun, der Sicherheit vor den Gefahren einer Baustelle biete, nicht hässlich sein müsse. Deshalb habe man in guter Tradition die Schulen eingebunden. »Und nun gucken alle auf euer Kunstwerk«, lobte Kreß und dankte für die Ideen.

In den ersten Klassen wurde in der Stadtschule an der Wilhelmskirche das Thema Heimat behandelt. Mit Paten aus den dritten Klassen gestalteten daraufhin 80 Kinder gemeinsam die zwei Tafeln mit Wasser, Kinderkette, Handabdrücken, Familie und goldenen Ornamenten. »Uns hat die Geschichte vom Weihnachtswunder 1842 auf der Gänsewiese, als das Wasser zu sprudeln begann, besonders gut gefallen«, erzählte eine der Schülerinnen. Die 2. Klasse der Wettertalschule hatte sich im Sprudelhof umgesehen und Fotomotive entdeckt, die auf einem, von jedem der 38 Kinder gemalten, farbenfrohen Hintergrund wie ein Rundgang erscheinen. Bei der Auswahl durften sie natürlich mitbestimmen.

In Anlehnung an die Badeanlagen

Poseidon, der griechische Gott des fließenden Wassers und der Quellen, inspirierte drei Schülerinnen und einen Schüler aus der Klasse von Lehrerin Anastasia Jeske an der Solgrabenschule. Zufrieden blickten sie bei der Enthüllung auf das blaue Kunstwerk: »Ja, das ist gelungen«, urteilten sie einmütig.

An der St.-Lioba-Schule beschäftigten sich die 17 Teilnehmer des Wahlunterrichts der 9. Klasse damit, zeitgenössische und Jugendstilelemente miteinander zu verbinden. Florales und Comics mischen sich in verschiedenen Farbigkeiten und Malstilen in einem auffallenden Rautenmuster.

Zehn Mädchen des Kunst-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 13 in der St.-Lioba-Schule hatten sich bei einer Führung durch die Jugendstilräume von den Buntglasfenstern, Fliesen und Ornamenten begeistern lassen. In Anlehnung an die Badeanlagen wählten sie Wassermotive, die sie möglichst originalgetreu darstellten.

Eigentlich hatte die Bauzaun-Kunst schon im Dezember enthüllt werden sollen, aber an dem vorgesehenen Tag war Glatteis. Am Montag nun konnten alle 150 Künstlerinnen und Künstler kommen und auf der Tafel mit den Erklärungen ihre Unterschriften hinterlassen. Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow dankte ihnen im Namen der Stadtverordneten und stellte mit Blick auf Stadtmarketing-Chef Harald Hock fest: »Da haben wir nun eine weitere Attraktion im Kurpark.«

Wieder Baustellenführungen

Auf dem Neubau des Badehauses 2 im Bad Nauheimer Sprudelhof wurde in den vergangenen Wochen das Dach fertiggestellt. Die wichtige Baustellenheizung ist funktionsfähig und die Glasfassade im Badehaus 5 fertiggestellt. Frank Thielmann und Harald Hock bestätigen, dass es wieder öffentliche Baustellenführungen und spezielle für die neuen Gästeführer geben wird. Da das Interesse sehr groß ist, gibt es Wartelisten aus den letzten Führungen. Diejenigen sollen zuerst drankommen, die die Baustelle noch nicht gesehen haben, sofern sie sich melden. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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