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Bauen in Bad Nauheim: Rasanter Baufortschritt in der Dieselstraße

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Die Umwandlung der Bad Nauheimer Dieselstraße von einem Gewerbe- in ein Mischgebiet schreitet zügig voran. Dort ist ein rasanter Fortschritt bei zwei Wohnungsbauprojekten zu beobachten.

Die Planung der Bad Nauheimer Wohnungsbau-Gesellschaft (Wobau) für den Bau von 55 Mietwohnungen auf dem ehemaligen Vergölst-Gelände in der Dieselstraße hat etwas länger gedauert. Jetzt scheint es fast so, als sollte der Zeitverzug durch das rasante Bautempo ausgeglichen werden. Seit dem ersten Spatenstich im November wachsen die Gebäude in enormer Geschwindigkeit. Gleiches gilt für das Bauvorhaben der Firma Steinfeger auf dem Nachbargrundstück.

Vor Jahren wurden im Rathaus erste Überlegungen angestellt, das Gewerbegebiet in der Dieselstraße in ein Mischgebiet umzuformen, um damit einen Teil der riesigen Wohnraum-Nachfrage in der Kurstadt decken zu können. Der Fachbereich Stadtentwicklung musste umfangreiche Vorarbeiten leisten, nicht zuletzt viele zeitraubende Verhandlungen mit den dort ansässigen Unternehmern führen.

Drei Firmen umgezogen

Es schlossen sich kontroverse Diskussion in den politische Gremien an. 2015 konnte das Rathaus Vollzug melden: Seitdem herrscht für den nördlichen Teil des ehemaligen Gewerbegebiets Baurecht, die Investoren konnten Wohnungen errichten – theoretisch. Zunächst mussten nämlich dort ansässige Betriebe das Feld räumen. Drei Unternehmen – Spedition Kahlert, Vergölst-Autotechnik sowie Recht + Krenschker Elektrotechnik – entschlossen sich zum Umzug ins neue Gewerbeband Frankfurter Landstraße.

Vor zwei Jahren begannen die Neubauaktivitäten in der Dieselstraße. Auf dem früheren Speditionsgelände am nördlichen Ende der Dieselstraße ließ die Firma Dexturis 41 Eigentumswohnungen hochziehen, die schon lange fertig und inzwischen zum Großteil bewohnt sind. Ein gutes Jahr später zogen die Wobau und die Firma Steinfeger auf den Grundstücken Dieselstraße 13-15 und Dieselstraße 11 nach.

10 Euro Kaltmiete

Nach Aussage von Wobau-Geschäftsführer Reimund Bell wird das Bauvorhaben der städtischen Gesellschaft auf dem ehemaligen Vergölst-Areal mit Hochdruck vorangetrieben. "Wir realisieren das Projekt in zwei Abschnitten. Allerdings ist das aufgrund der sichtbaren Geschwindigkeit der Bauarbeiten kaum wahrnehmbar." Tatsächlich macht die Baustelle den Eindruck, als ob an allen sieben Gebäude zur gleichen Zeit gewerkelt würde.

Die beiden Tiefgaragen, die von der Dieselstraße und der Wisselsheimer Straße befahrbar sein werden, sind bereits fertiggestellt. Die 55 Wohnungen werden behindertengerecht ausgestattet, sind alle per Aufzug zu erreichen. Die Häuser werden kein einheitliches, sondern ein individuelles Aussehen haben. Auch das hat die Planungsphase länger dauern lassen, als ursprünglich vorgesehen.

Kein "bezahlbarer" Wohnraum

Das einst von der Politik formulierte Ziel, in der Dieselstraße. "bezahlbare" Mietwohnungen zu schaffen, wird sich aufgrund der deutlich gestiegenen Baupreise und der gehobenen Ausstattung nicht verwirklichen lassen. Laut Bell wird eine Kaltmiete von 10 Euro verlangt.

Mit den avisierten Investitionskosten von 14 Millionen Euro will die Wobau weiter auskommen. Die ersten Mieter können vermutlich früher einziehen, als zuletzt prognostiziert. Vielleicht wird es bereits Ende 2019 soweit sein. "Da das Projekt seit längerer Zeit bekannt ist und aufgrund seiner Vorzüge gibt es selbstverständlich bereits konkrete Anfragen", sagt Bell.

Hochwertige Eigentumswohnungen

Das kleinere Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück schreitet ebenfalls rasant voran, die Fertigstellung ist für 2020 terminiert. Dort lässt die Firma Steinfeger zwei Mehrfamilienhäuser bauen. Die insgesamt zwölf Eigentumswohnungen werden hochwertig ausgestattet. Nach Angaben der Geschäftsführung ist die Nachfrage enorm. Interessenten müssen rund 4000 Euro pro Quadratmeter zahlen.

Info

Baurecht seit 2015

Seit November 2015 herrscht für die Grundstücke im nördlichen Teil der Dieselstraße Baurecht – auch für das 6300 große Areal, auf dem die städtische Wohnungsbau-Gesellschaft 55 Mietwohnungen errichtet. Der von Ex-Bürgermeister Armin Häuser einst für 2016 angekündigte Startschuss ließ auf sich warten. Zu dem enormen Planungsaufwand trug auch der aufwendige Lärmschutz bei, denn das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zur "kleinen Umgehung" (Am Goldstein) und zur viel befahrenen Main-Weser-Bahnstrecke. Im Mai 2017 wurde der Wobau die Baugenehmigung für das Projekt zugestellt. Der Abriss der alten Vergölst-Gebäude wurde zur Jahreswende 2017/18 vollzogen, der Baubeginn erfolgte im November letzten Jahres. Die ersten Mieter können vielleicht schon Ende 2019 einziehen. (bk)

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