Bahnstrecke Bad Nauheim und Schwalheim: 2016 ruhiger?

Bad Nauheim-Schwalheim (cor). In die jahrelange Diskussion über die Lärmsanierung der Bad Nauheimer Schienenwege kommt Bewegung. Ab 2016 soll es in Schwalheim und anschließend in Bad Nauheim entlang der Bahnstrecke leiser werden.

In welchen Schritten die Sanierung geplant ist, erläuterte DB-Projektleiter Oliver Faber jüngst bei einer Info-Veranstaltung in der Schwalheimer Mehrzweckhalle.

Im Herbst 2015 sollen die Vorarbeiten starten, unter anderem erste Zuschachtungen vorgenommen werden, kündigte Faber an. Die Sanierung selbst soll Anfang 2016 in Schwalheim starten. Vorgesehen sei eine drei Meter hohe Schallschutzwand, die den Lärm bis 14 Dezibel reduzieren werde. Die Wand soll östlich der Gleise zwischen der B 3 im Norden und der Sudetenstraße im Süden errichtet werden. Zwei weitere Wände, die quasi eine große Wand ergeben, sind für Bad Nauheim geplant, auf der westlichen Seite der Stadt nördlich vom Bahnhof. Alle Schallschutzwände müssen einen vorgeschriebenen Abstand von 3,80 Metern zu den Gleisen einhalten. Schon jetzt bittet Faber um Verständnis: "Die Sanierung wird nächtlichen Lärm verursachen, auch an den Wochenenden." Ebenso werde ein Gleis gesperrt, einige Züge aber auch umgeleitet.

Doch nicht jedes Wohnhaus werde zukünftig durch eine Schallschutzwand entlastet. In Bereichen ohne Lärmschutz sowie bei direkt an die Strecke angrenzenden Wohngebäuden biete die DB aber den Einbau von Schallschutzfenstern an. Möglich werde diese Maßnahme, wenn die Grenzwerte von 60 Dezibel in der Nacht überschritten werden. Bezuschusst würden die Schallschutzfenster mit 75 Prozent der Kosten. Diese "passiven Maßnahmen" gelten aber nur für Häuser, die vor 1974 erbaut wurden. Während Bad Nauheimer Haushalte hiervon profitieren könnten, werden die Fördergelder in Schwalheim wohl nicht benötigt. Allen Berechnungen zufolge sollen die Grenzwerte hier unter 60 Dezibel gedrückt werden.

Berechnungen sind es auch, die manchen Zuhörer skeptisch stimmten. Die Dezibelwerte werden nicht gemessen, sondern errechnet. Wind und Grünwerk werden dabei nicht berücksichtigt. Letzteres sei auch kein offizieller Schallschutz, wie ein Zuhörer vermutete. "Im Winter ist die Autobahn auch lauter als im Sommer." Ein anderer Zuhörer bezweifelte hingegen, ob durch Berechnungen überhaupt die wahre Lärmbelästigung und die Höhe des Schallpegels ermittelt werden kann. Die Werte seinen schließlich fiktiv. Dass man nur noch Vogelgezwitscher höre, sei nicht zu erwarten, ebenso sei eine Schallschutzwand keine Wunderwaffe. Projektleiter Faber versprach jedoch: "Es wird hörbar leiser werden."

Bürgermeister Armin Häuser der ebenfalls nach Schwalheim gekommen war: "Derzeit leiden fast 900 Bad Nauheimer Haushalte unter Bahnlärm. Daher ist es gut und wichtig, dass die Bahn in Lärmsanierung investiert und Lärmschutz realisieren will."

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