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Diese kahle Fläche im Goldsteinpark soll aufgeforstet werden. Dort haben sich versammelt (v. l.): Steffen Schneider, Thorsten Reichel, Klaus Kreß und Matthias Wieliki.

Bäume für Goldsteinpark und Stadtwald

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Bad Nauheim (pm). Im Wäldchen des Goldsteinparks und im Stadtwald mussten in den vergangenen Jahren viele Bäume gefällt werden. Durch die langen Dürreperioden als Folge des Klimawandels wurden unter anderem Birken, Buchen und Ahorne stark geschwächt. Hierdurch konnte sich die Rußrindenkrankheit, eine Pilzinfektion, ausbreiten. Sie ist gesundheitsgefährdend für den Menschen, da sich in der Luft verteilende Sporen schwere Atemwegsprobleme verursachen können.

Auch der Borkenkäfer, der insbesondere Nadelbäume befällt, konnte sich wegen der Trockenheit stärker vermehren. Die befallenen Bäume müssen gefällt werden, da die Standsicherheit gefährdet sein kann.

Rund 500 Bäume für Goldsteinpark

Bürgermeister Klaus Kreß betont: »Jede Fällung tut uns weh, gerade um die sehr alten Bäume ist es schade. Die kahlen Flächen wurden und werden aber wieder aufgeforstet. Dazu kooperieren wir künftig mit dem ›Klimafairein Oberhessen e.V.‹. Unser neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim, Dr. Thorsten Reichel, hatte die Idee, die Aufforstung gemeinsam anzugehen. Er vertritt privat zusammen mit Unternehmer Mark Philippi aus Mücke den Verein.«

Der »Klimafairein« initiiert Projekte, um sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit starkzumachen. So ist das große Ziel, bis 2030 eine Million Bäume für die Region zu pflanzen oder den Bestand zu schützen. Der Verein nimmt dazu Kontakt zu Kommunen auf, stimmt mit Grundstückseigentümern geeignete Flächen ab, kümmert sich um Landeszuschüsse und koordiniert die Pflanzaktion. Dabei arbeiten die Mitglieder eng mit den Experten von Hessen Forst zusammen, die Landesbehörde, die den Wald pflegt und bewirtschaftet.

»Der ›Klimafairein‹ ist eine Gemeinschaft von Menschen, die erkannt haben, dass man nur gemeinsam etwas für das Klima und den Umweltschutz tun kann und auch tun muss«, erklärt Reichel. »Für jede neue Mitgliedschaft pflanzen wir zudem einen Baum.« Am Montag machten sich Kreß, Reichel und die Fachbereichsleiter Steffen Schneider und Matthias Wieliki ein Bild von der geplanten Pflanzfläche im Goldsteinpark. »Hier mussten auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern aufgrund der Rußrindenkrankheit viele Bäume weg. Der dichte Bestand im Goldsteinpark, angrenzend an das Wohngebiet, wird mit rund 500 Bäumen aufgeforstet«, erläutert Schneider.

Die groß angelegte Pflanzaktion im Goldsteinpark startet im Herbst 2021, der Stadtwald ist 2022 an der Reihe. Dort sollen auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern in der Nähe der Waldteiche etwa 900 neue Bäume, Elsbeere, Baumhasel und Feldahorn, gepflanzt werden. Sie eignen sich gut, da sie als klimaresistentere Sorten die Trockenheit besser vertragen.

Bürger können sich beteiligen

Sobald es die Pandemie zulässt, plant der Verein im Goldsteinpark und im Stadtwald gemeinsame Pflanzaktionen mit Bad Nauheimer Bürgern. Die Verpflegung der Teilnehmenden übernimmt der Verein.

»Wir möchten den ›Klimafairein‹ und damit den Klimaschutz aktiv unterstützen, deshalb sind wir als Stadt und Stadtwerke beigetreten. Es ist für beide Seiten eine Win-win-Situation, da nicht nur der Verein wächst, sondern auch Lücken in unserem Baumbestand geschlossen werden und dies gleichzeitig einen hohen mikroklimatischen Wert für Bad Nauheim hat«, erläutert Bürgermeister Kreß. »Diese Maßnahme passt auch perfekt zu uns als ›Klima-Kommune‹. Die Stadt hat die Charta ›Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen‹ unterzeichnet und ist damit auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in diesem Monat dem Bündnis beigetreten.«

Der Verein bietet mit dem Programm »fairstehen« zudem Unterrichtseinheiten, Projekttage, Workshops und Klimacamps an, um das Klima-Engagement von Kindern und Jugendlichen zu stärken und die Umweltbildung in den Schulen und Kitas zu ergänzen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.klimafairein.de.

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