Derzeit fließen der Stadt Bad Nauheim jährlich 1,55 Millionen Euro aus dem Bäderpfennig zu. Womöglich wird sich diese Summe drei Jahre lang um jeweils 598 000 Euro erhöhen. FOTO: NICI MERZ
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Derzeit fließen der Stadt Bad Nauheim jährlich 1,55 Millionen Euro aus dem Bäderpfennig zu. Womöglich wird sich diese Summe drei Jahre lang um jeweils 598 000 Euro erhöhen. FOTO: NICI MERZ

Bäderpfennig wird erhöht

  • vonNici Merz
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Bad Nauheim(agl/pm). Mit zusätzlichen 15 Millionen Euro aus dem Sondervermögen "Hessens gute Zukunft sichern" fördert das Land Hessen die Heilbäder und Kurorte in den nächsten drei Jahren. Darauf verständigten sich die Landesregierung und die Kommunalen Spitzenverbände im "Kommunalpakt", der in der vergangenen Woche vorgestellt wurde. Damit erhöhe sich der sogenannte "Bäderpfennig" von 13 auf 18 Millionen Euro, wie die Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH in einer Pressemitteilung schreibt.

Darin heißt es weiter: "Die Corona-Pandemie trifft die Heilbäder und Kurorte in Hessen besonders schwer, denn die kosten- und personalintensive Struktur kann kaum mehr finanziert werden." Der Hessische Heilbäderverband gehe davon aus, dass in den Heilbädern und Kurorten in den nächsten drei Jahren ein zusätzlicher Finanzbedarf in Höhe von 66 Millionen Euro entstehe. "Wir brauchen deshalb zu der bisherigen Hilfe ein dreijähriges Sonderprogramm, das die Fixkosten abdeckt und einen Teil der hohen Defizite ausgleicht. Von finanziellen Spielräumen für größere Investitionen wagen wir derzeit erst gar nicht zu träumen", erklärt der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Michael Köhler.

Und Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß äußert sich wie folgt: "Wir sind sehr dankbar für die finanzielle Förderung. Es geht darum, unsere medizinisch-therapeutische Kompetenz zu sichern. Bad Nauheim ist ein Leuchtturm in Sachen Prävention und vor allem Rehabilitation, und das wollen wir auch bleiben!"

Was es für Bad Nauheim bedeutet

Am "Bäderpfennig", dessen Verteilerschlüssel besonders einwohnerschwache Orte fördert, partizipieren 26 der 30 Heilbäder und Kurorte. Er macht Vorhaltung und Pflege der kurspezifischen Infrastruktur möglich und soll Steuernachteile auffangen, da in den prädikatisierten Orten aufgrund der Vorgaben Gewerbe nur eingeschränkt angesiedelt werden kann.

Was bedeutet all dies für Bad Nauheim? Wie viel Geld darf die Kurstadt erwarten? Wie es aus dem Rathaus heißt, fließen der Stadt aktuell jährlich 1,55 Millionen Euro zu. Sollte der Zuteilungsmodus bei den zusätzlichen Zahlungen so sein wie beim bisherigen Bäderpfennig, dann würde Bad Nauheim laut Bürgermeister Kreß - zusätzlich zu den jährlichen 1,55 Millionen Euro - 1,794 Millionen Euro bekommen. Diese Summe würde sich auf drei Jahre verteilen, was jährliche Mehreinnahmen in Höhe von 598 000 Euro bedeuten würde.

Das Geld aus dem Bäderpfennig ist natürlich auch für das Großprojekt neue Therme eine gute Nachricht. "Der Neubau des Thermalbades ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Kurstadt. Aufgrund der negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Haushalt müssen derzeit noch stärker als sonst die Ressourcen gebündelt werden, um dieses wichtige und zukunftsweisende Vorhaben stemmen zu können", macht Bürgermeister Klaus Kreß deutlich. Der Bäderpfennig helfe auch dabei, die Unterhaltung der zahlreichen Kureinrichtungen wie zum Beispiel der Gradierbauten, des Gesundheitsgartens, des Kurparks oder der Heilquellen "in bisheriger Qualität fortzusetzen und notwendige Sanierungsmaßnahmen durchzuführen", ergänzt Steffen Schneider, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb.

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