Weil wegen der Corona-Krise viele Geschäfte schließen mussten, wurde die Plattform "BadNauheimLiebe.de" geschaffen. Mittlerweile dürfen zahlreiche Läden wieder öffnen, die Website gibt es aber nach wie vor.
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Weil wegen der Corona-Krise viele Geschäfte schließen mussten, wurde die Plattform »BadNauheimLiebe.de« geschaffen. Mittlerweile dürfen zahlreiche Läden wieder öffnen, die Website gibt es aber nach wie vor.

Bestellt oder nicht bestellt?

»BadNauheimLiebe.de«: Anders einkaufen - eine Bad Nauheimer Bilanz

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Haben die Bad Nauheimer während der coronabedingten Schließungen ihre Einkäufe über die Online-Plattform »BadNauheimLiebe.de« getätigt? Und waren sie zufrieden? Die WZ hat nachgefragt.

Nein«, sagt Rojin Hirbod und schüttelt den Kopf. »Ich habe im lokalen Handel nichts bestellt.« Auch sie als Fitnesstrainerin habe durch die Corona-Krise finanzielle Engpässe gehabt und habe sparsam sein wollen. »Wieso sollte ich in so einer Zeit Schmuck oder anderes an Luxusgütern kaufen? Der einzige Grund wäre, die lokalen Läden zu unterstützen, aber man muss dazu in der Lage sein«, gibt die Bad Nauheimerin zu bedenken.

Gaby Duchmann aus der Kernstadt hat einmal Bücher in Bad Nauheim geordert. »Die Lieferung mit allem, was dazugehört, hat hervorragend geklappt.« Weitere Erfahrungen habe sie nicht sammeln können und wollen, da sie nichts gebraucht habe. »Lebensmittel habe ich ganz normal im Geschäft eingekauft«, fügt sie hinzu.

Plattform »BadNauheim Liebe.de«: Jeans aus Friedberg, Schuhe aus Bad Nauheim

Charlotta Krissel aus Nieder-Mörlen hat per E-Mail bei einem Friedberger Modehaus bestellt. »Es war ein sehr netter Kontakt und total unkompliziert. Der Inhaber brachte die bestellten Sachen sogar selbst vorbei.« Über den gleichen Service freute sich auch eine Bad Nauheimerin, die namentlich nicht genannt werden will. Da sie Geschäfte in der Gegend unterstützen wollte, ließ sie sich eine Jeans aus Friedberg und ein Paar Schuhe aus Bad Nauheim liefern. »Ich habe die Marken gekannt, daher war es kein Risiko«, sagt sie. Den Online-Shop »BadNauheimLiebe.de« habe sie zwar angeschaut, den Läden teilweise aber über Instagram geschrieben. »Die Ware wurde in einer Tüte gebracht und hätte auch zurückgegeben werden können.« Das Einzige, das etwas gehakt habe, sei eine Bestellung in einem Laden der Hobby- und Freizeitbranche gewesen. Erst drei Tage nach ihrer Kontaktaufnahme habe sie etwas gehört, sagt die 43-Jährige. »Das war etwas umständlich.«

Plattform »BadNauheim Liebe.de«: Unkomplizierte und schnelle Lieferung

Vanessa de Zeeuw bestellte via WhatsApp in einem Teeladen in Bad Nauheim. »Die Koordination der Lieferung war unkompliziert, und die Lieferung ging ruckzuck«, freut sie sich. In einer Boutique habe sie Ware zur späteren Abholung zurücklegen lassen, was ebenfalls unproblematisch gewesen sei. Von der Online-Plattform »BadNauheimLiebe.de« war de Zeeuw allerdings nicht begeistert. »Da war ja ewig nichts drin zu finden«, sagt sie. Zudem seien ihr auf der Seite »Trittbrettfahrer« aufgefallen, die Nischendienste anböten, etwa Konzepte rund um Social Media. »Mein Verständnis war, dass dem Einzelhandel kurzfristig ein alternativer Vertriebsweg geöffnet werden sollte.«

Laut Natascha Schmidt, Vorsitzende des Vereins »Erlebnis Bad Nauheim«, war das Konzept des Online-Shops eine Initiative der Stadt. »Das haben wir gern unterstützt und unsere Vereinsmitglieder aufgerufen, ihre Produkte einzustellen.«

»BadNauheim Liebe.de«: Eine Plattform, die wachsen soll

Auch Nichtmitglieder hätten mitmachen können, jeder, der ein Gewerbe habe oder Dienstleister sei. Der Handel habe Umsatz über Bestellungen generiert, »aber das Wichtigste war, Präsenz zu zeigen.« Zahlreiche Kunden hätten gemailt, dass sie sich den Online-Shop angeschaut hätten und kämen, wenn wieder offen sei. Diese Rückmeldung hätten viele Kollegen quer durch den Einzelhandel erhalten.

»BadNauheimLiebe.de« sei eine Plattform, die wachsen und über die Corona-Zeit hinaus Bestand haben solle, wie Schmidt betont. »Ich habe viele Produkte eingestellt, um dies zu zeigen.« In ihrem Benetton-Geschäft habe sie während der Schließzeiten allerdings nicht viel verkauft, denn mit dem textilen Handel sei es mit solch einem Shop aus dem Stand heraus schwierig. Das Online-Angebot sei diesbezüglich noch nicht ausgegoren, denn Bekleidungsgrößen müssten angegeben werden, erläutert Natascha Schmidt. »Wir hatten ein paar Bestellungen, aber nicht das, was im stationären Einzelhandel bei normaler Öffnung umgesetzt wird. Es war ein geringer Bruchteil des normalen Umsatzes, es betraf unser komplettes Ostergeschäft. Das Wetter war perfekt und die Geschäfte waren geschlossen.«

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