Badehaus-Sanierung: FDP will verbale Abrüstung

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
    schließen

Bad Nauheim(bk/pm). Die Diskussion über die Zukunft der Therme und der Theodora-Konitzky-Akademie hat sich am Wochenende fortgesetzt. Während sich die FDP irritiert über die Emotionalisierung der Debatte zeigt, fordert die SPD eine Offenlegung des Kooperationsvertrags zwischen Land und Stadt in Sachen Sprudelhof-Sanierung. Wie berichtet, verzögert sich die Instandsetzung der Badehäuser 2 und 5 erneut. Das Badehaus 2 ist als Sauna- und Therapie-Standort des neuen Thermalbads vorgesehen, das Badehaus 5 als neues Domizil für die Akademie zur Schulung des Pflegenachwuchses der Krankenhäuser des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) und der Kerckhoff-Klinik.

Für die heftige Kritik, die Bürgermeister Klaus Kreß und GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann wegen der erneuten Sanierungsverzögerung an der Stiftung Sprudelhof und dem Landesbetrieb für Bau und Immobilien Hessen (LBIH) geübt haben, zeigen die FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn (Landtag) und Peter Heidt (Stadtparlament und Kreistag) kein Verständnis. "In den Badehäusern wurden krebserregende Stoffe gefunden. Die müssen natürlich entsorgt werden. Offenbar sind diese Stoffe so gefährlich, dass die Handwerker Ganzkörperschutz tragen müssen", erklären die beiden Politiker.

Die Sanierung der Badehäuser müsse zügig erfolgen, die Mittel sollten vom Land zeitnah bereitgestellt werden. Hahn will in Wiesbaden nachfragen, wie der Planungsstand ist. Nach Ansicht der Freidemokraten gibt es in dieser Angelegenheit Kommunikationsdefizite, für die alle Beteiligten verantwortlich seien. Hahn und Heidt, die dem Kuratorium der Stiftung angehören, sind nach eigenen Angaben weder von der Stadt noch vom GZW auf die Probleme angesprochen worden.

SPD-Forderung: Vertrag offenlegen

Heidt will eine "Zwischenlösung" für die Theodora-Konitzky-Akademie, die an ihrem jetzigen Standort am Hochwald aus allen Nähten platzt. Die Einrichtung sollte eigentlich am 1. Oktober dieses Jahres in den Sprudelhof umziehen. Nach aktuellem Planungsstand kann der neue Standort aber erst im August 2022 bezogen werden. Heidt plädiert für verbale Abrüstung. Mit herber Kritik an Stiftung und LBIH an die Öffentlichkeit zu gehen, diene der Sache nicht.

Der SPD-Co-Vorsitzende Sinan Sert fordert die Offenlegung des Kooperationsvertrags, der zwischen Land und Stadt bezüglich der Sprudelhof-Sanierung geschlossen wurde. Durch die "Hiobsbotschaften" in Sachen Badehaus-Sanierung sei die Lokalpolitik mit einem großen Problem konfrontiert. Nicht nur die neue Therme werde beeinträchtigt, durch den verzögerten Umzug der Akademie könnten auch GZW und Kerckhoff-Klinik nachhaltig beeinträchtigt werden.

"Die Wirksamkeit des im Sommer zwischen Stadt und Land geschlossenen Kooperationsvertrags muss deshalb hinterfragt werden", betont Sert. Mitteilungen der Beteiligten zufolge enthalte der Vertrag Vereinbarungen zum Bauablauf und zu den Zuständigkeiten. Gleichzeitig definiere der Vertrag die Grundlagen für die spätere Nutzung des Badehauses 2 durch die Stadt.

Vor drei Monaten hätten Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms (Vorsitzender Kuratorium Stiftung Sprudelhof) und Bürgermeister Klaus Kreß die gute Zusammenarbeit gelobt. Sert: "Als Kreß jedoch im Ausschuss die Hiobsbotschaft zum Badehaus 2 überbrachte, war in seinen Worten und seiner Mimik die Ernüchterung deutlich zu erkennen. Die Kooperation funktioniert augenscheinlich nicht in dem Maße, wie es für die erfolgreiche Umsetzung des Thermenprojekts und die Belebung des Sprudelhofs erforderlich ist."

Der Vertrag sei weder im Magistrat noch in den parlamentarischen Gremien beraten worden. Um Transparenz zu schaffen, müsse das Papier den Fraktionen vorgelegt werden. Zudem muss der Magistrat nach SPD-Ansicht die finanziellen Folgen der Verzögerung klar beziffern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare