Die Sanierung des Badehauses 2 dürfte deutlich länger dauern als geplant. ARCHIVFOTO: NIC
+
Die Sanierung des Badehauses 2 dürfte deutlich länger dauern als geplant. ARCHIVFOTO: NIC

Badehaus-Sanierung: BI fordert mehr Transparenz

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
    schließen

Bad Nauheim(pm/bk). Die neue Bad Nauheimer Therme, die Mitte 2023 eröffnet werden soll, muss vermutlich anderthalb Jahre lang ohne Sauna und Therapieabteilung auskommen. Diese unerfreuliche Nachricht hatte Bürgermeister Klaus Kreß Anfang Oktober verkündet. Grund: Die Sanierung des Badehauses 2, das Teil des Thermalbads werden soll, wird deutlich später als geplant fertig, wahrscheinlich erst Ende 2024. Die Initiative für einen zügigen Thermenneubau ohne Reihenhausbebauung hat zwar ihr erstes Ziel - keine Bebauung entlang der Ludwigstraße - erreicht, sieht aber jetzt den "zügigen Thermenneubau" in Gefahr. Kritik üben die Initiativen-Sprecher Dr. Erik Meyer und Anne Schneider an Verantwortlichen in Land und Stadt.

"Die Ereignisse und Umstände im Zusammenhang mit den erforderlichen Umbauarbeiten des Badehaus 2 zum Wellness-, Therapie- und Saunabereich der neuen Therme und die nun bekannt gewordenen Prognosen für eine Fertigstellung frühestens zum Ende des Jahres 2024 stellen logischerweise einen erfolgreichen Start der neuen Therme infrage", betonen die beiden BI-Sprecher. Eine neue Therme, die 18 Monate lang ohne das Badehaus 2 auskommen müsse, lasse alle bisherigen Berechnungen und Prognosen in Sachen Marketing und Wirtschaftlichkeit zu Makulatur werden. Bürgermeister Klaus Kreß habe den damit verbundenen jährlichen Verlust in der Größenordnung eines "hohen sechsstelligen Betrages" beziffert - vom Imageverlust am Markt ganz zu schweigen.

Kooperationsvertrag als "Geheimsache"

Die Initiative fordert angesichts dieser Lage eine faire und konstruktive Kooperation zwischen Stadt und Land. Ziel müsse eine Einhaltung von Termin- und Kostenvorgaben sein. Die Gründung der "AG Beschleunigung", die Möglichkeiten einer schnelleren Sanierung des Badehauses prüfen soll, halten Meyer und Schneider für wenig Erfolg versprechend. An der Einschätzung des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) hinsichtlich des Zeitbedarfs für die Beseitigung der radioaktiv belasteten Ablagerungen im Keller des Badehauses 2 werde sich nichts ändern.

Zumal dem LBIH die Probleme seit Mai 2020 bekannt seien. "Es stellt sich logischerweise die Frage, wann Herr Dr. Worms (Vorsitzender Kuratorium Stiftung Sprudelhof) und Herr Kreß davon Kenntnis erlangt haben. Erst auf der Sitzung am 1. Oktober hat der Bürgermeister das Parlament und die Öffentlichkeit über das Desaster informiert." Die "AG Beschleunigung" werde erst Anfang Dezember Beschlüsse fassen. "Leider sind bis dahin etwa acht Monate verstrichen, ohne dass irgendeine Maßnahme zur Bewältigung des Schlamassels getätigt worden ist. Wir fordern nachdrücklich die Klärung und Zuordnung der Verantwortung für die Verzögerungen, um zukünftige Fehler zu vermeiden", sagen die BI-Sprecher.

Zudem verlangen Meyer und Schneider mehr Transparenz, etwa die Offenlegung des Kooperationsvertrags zwischen Stadt und Land bezüglich des Badehauses 2, der zur "Geheimsache" erklärt worden sei. Über Vertragsstrafen gegenüber Landesbehörden müsse nachgedacht werden, falls Termine nicht eingehalten oder Kostenvorgaben überschritten werden sollten. Auch eine persönliche Haftung der für Mehrkosten verantwortlichen Amtsträger in Stadt- und Landesbehörden soll geprüft werden. Um die Bevölkerung besser an wichtigen Entscheidungen zu beteiligen, fordert die Initiative die Gründung eines "Bürgerforums".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare