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Therme-Neubau

Ja zur großen Therme-Lösung in Bad Nauheim - Was die Variante zu bieten hat

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Seit 15 Jahren diskutiert die Bad Nauheimer Politik über eine Thermalbad-Lösung. Nun sind die Würfel in Sachen Neubau gefallen.

"Das TAF steht hinten an." Dieser Satz von Ex-Bürgermeister Bernd Witzel (FW/UWG) rief Widerspruch hervor, als am Donnerstagabend im Bad Nauheimer Parlament der Beschluss für Variante A anstand, die große Lösung eines Therme-Neubaus. Meinungsverschiedenheiten gab es aber nicht nur zur Spielstätte, sondern auch zu Parkraum, Kneipp und Finanzen. Von vornherein zeichneten sich Gegenstimmen aus der Grünen-Fraktion ab - doch insgesamt überwog die Freude, ans Ziel zu kommen. Dies nach einem mehrheitlichen Beschluss von Bau- sowie des Haupt- und Finanzausschusses.

"Dies ist die Lösung, die wirtschaftlich sinnvoll ist", betonte Manfred Jordis (CDU), und Axel Bertrand (SPD) unterstrich: "Jetzt geht es voran". Markus Theis (FW/UWG) appellierte, "dem Jahrhundertprojekt mit vollem Elan und voller Mut" zuzustimmen. Peter Heidt (FDP) war ebenfalls positiv gestimmt, sah allerdings die Parkplätze als Achillesferse. Nachdenklich äußerte sich Manfred Schneider (FDP), indem er die Investitionskosten ansprach: 40 Millionen Euro für Therme und Tiefgarage. "Wird es sich rentieren?", fragte der Liberale. Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) erwiderte: "Die Therme ist ein finanzieller Kraftakt - aber sie ist es wert." Auch Erster Stadtrat Peter Krank (parteilos) erklärte, die Stadt könne das Projekt stemmen. Petra Michel (CDU) beantragte, nicht nur im künftigen Kurmittelhaus, sondern auch in der Therme eine Kneipp-Anlage einzurichten. "Die Anerkennung zum Kneipp-Heilbad steht kurz bevor", argumentierte sie. Dr. Lutz Ehnert, Vorsitzender des Kneipp-Vereins, habe letzte Woche mit Kreß, Planern und dem künftigen Betreiber Dr. Stefan Kannewischer gesprochen. Kannewischer stehe dem Kneipp-Aspekt positiv gegenüber, Ehnert bitte trotzdem um einen Parlamentsbeschluss. Kreß widersprach, denn Kannewischer habe zugesagt, Kneipp in die Therme einzubeziehen. "Wir sollten die Planung nicht mit Details überfrachten", unterstrich der Bürgermeister. Er warb um Vertrauen und darum, kein Misstrauenssignal an Kannewischer auszusenden. Diese Sichtweise teilten weitgehend andere Redner, weshalb die Christdemokratin den Antrag zurückzog. "Ich hoffe, dass umgesetzt wird, was der Bürgermeister verspricht, und dass sich alle Parlamentarier weiter für Kneipp in der Therme einsetzen", sagte sie.

Debatte um Spielstätte

Dr. Martin Düvel (Grüne) erklärte, der Vorlage in vielem zuzustimmen. Ihm gefalle die Planung des Außenbeckens, positiv sei auch Kannewischers Erfahrungsschatz. Gleichwohl hielten die Grünen es für falsch, den geplanten Einzug der städtischen Spielstätte ins Badehaus 3 im Beschlussvorschlag nicht zu erwähnen. Die Fraktion beantragte, dies zu tun. Die meisten Teilnehmer der Diskussion sahen dies anders. Kreß etwa erinnerte an den klaren Beschluss zum Gesamtkonzept Sprudelhof: "Der Magistrat ist daran gebunden, die Zukunft der Spielstätte ist klar." Auch Witzel widersprach Düvel: "Es gibt noch viele Barrieren zu beseitigen. Das TAF steht dabei ganz hinten an. Zuerst wollen wir das eine Projekt umsetzen, dann das andere."

Sebastian Schmitt (CDU) wandte sich an Düvel: "Die Spielstätte ist bereits beschlossen, wollen Sie es doppelt beschließen?" Schmitt gab zu bedenken, dass die Diskussion über das TAF im Planungsverlauf viel Zeit gekostet habe. Was Witzel über das TAF gesagt habe, bezeichnete er allerdings als "Einzelmeinung".

Sinan Sert (SPD) wollte den Satz "Erst das eine, dann das andere" nicht stehen lassen. "Dies widerspricht der Beschlusslage." Wie das Parlament entschieden habe, ziehe das Theater in einen neue, zu errichtende Spielstätte um, sobald das Badehaus 2 nicht mehr zur Verfügung stehe. Sert kündigte an, dem Grünen-Antrag zuzustimmen. "Nicht, dass es irgendwann heißt: Wir haben das zwar beschlossen, aber wir fallen jetzt mal um." Doch das Hohe Haus lehnte den Grünen-Antrag ab.

Erster Stadtrat Krank warb in Sachen Therme zwar um Geschlossenheit, aber es blieb bei zwei grünen Gegenstimmen.

Das soll die große Variante bieten

Mit dem Beschluss vom Donnerstagabend hat das Parlament den Magistrat beauftragt, alle erforderlichen Schritte zur Verwirklichung des Neubaus zu ergreifen und weiterzuverfolgen. Der Magistrat soll den Entwurf des Bebauungsplans inklusive Tiefgarage ausarbeiten und anschließend für die Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden sorgen. Gleichzeitig stimmte das Parlament den Planungen für das Badehaus 2 zu, wo Sauna sowie Kurmittel-, Therapie- und Wellnessbereich entstehen sollen. Die Mittel sind im städtischen Haushalt zu veranschlagen. Die Planer hatten sich mit zwei Therme-Varianten befasst - einer großen Variante (A) und einer kleinen (B). Demnach wird für A zwar eine höhere Investitionssumme fällig, gleichwohl soll diese Variante wirtschaftlicher und zukunftsfähiger sein. Sie enthält Elemente wie Sportaußenbecken, Warminnenbecken, Jungbrunnenbad, Badehalle von 1800 Quadratmetern, Bad Nauheimer Baderitual, Fitnessbereich und große Umkleiden. Ferner sind eine Sauna im Badehaus 2, eine Tiefgarage und ein Hotel geplant.

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