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Bürgermeister Klaus Kreß im symbolischen Kampf gegen die CO2-Tonne. Neben ihm Yuge Lei und Michael Bilharz. Allen drei geht es aber nicht nur um Symbolik, sondern darum, dass Kohlendioxid eingespart und das Klima gerettet wird.

Kohlendioxid einsparen

Bad Nauheim und die Wette für das Klima

  • VonRedaktion
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Das Klima ist in aller Munde. Klimarettung ist ein Gebot der Stunde. Das sieht auch die Stadt Bad Nauheim so - und beteiligt sich an einer ganz besonderen Wette.

Die Stadt Bad Nauheim wettet um begrünte Haltestellen und hofft auf möglichst viele Menschen, die in den nächsten Wochen ihre Aktionen zur CO2-Einsparung auf klimawette.de eintragen und sich in der deutschlandweiten Challenge mit anderen Städten messen. Am Dienstag begrüßte Bürgermeister Klaus Kreß Dr. Michael Bilharz von der Klimawette auf dem Aliceplatz. Der Initiator des Vereins »3 fürs Klima« und Mitarbeiter des Umweltbundesamtes radelt aktuell mit Lastenrad und einer »Tonne CO2« unter dem Motto »Kickt die Tonne« über 6000 Kilometer in 100 Tagen quer durch Deutschland.

Die Klimawette zeigt spielerisch auf, wie jeder und jede in seinem oder ihrem Alltag einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten und die nächste Tonne Kohlendioxid einsparen kann. Bis zur nächsten Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November sollen in ganz Deutschland eine Million Menschen mobilisiert werden, pro Kopf eine Tonne und somit zusammen eine Million Tonnen CO2 einzusparen.

Fleischloser Monat Auto-Verzicht…

»Heruntergerechnet auf die Einwohnerzahl von Bad Nauheim entspricht dies 487 Tonnen CO2, welche gemeinsam mit Ihnen eingespart werden, um die Wette zu gewinnen«, erklärte Bürgermeister Kreß vor etwa 25 Interessierten. »Bad Nauheim beteiligt sich an der Klimawette, um ein klares Zeichen zu setzen: Wir müssen gemeinsam und jetzt handeln. Städtische Bemühungen, klimafreundlich und zukunftsgerichtet zu denken, gibt es schon viele. Ein Leuchturmprojekt dafür ist das kalte Nahwärmenetz in Bad Nauheim Süd, welches über das größte Kollektorenfeld in ganz Deutschland verfügt.« Durch die Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Yuge Lei, werde den bisherigen Bemühungen eine strategische Richtung gegeben, damit eine noch zielgerichtetere Wirkung erreicht werde, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Bad Nauheim. Über die Handlungsfelder der Stadt hinaus könne aber auch jede Privatperson ihren Beitrag leisten.

Wie das geht und was jede und jeder tun kann, steht auf www.dieklimawette.de. Dort kann man sich über verschiedene Maßnahmen informieren, auswählen und für sich umsetzen, um CO2-Einsparungen zu leisten und Bad Nauheim beim Erfüllen der Wette zu helfen. Aus einer Liste von 20 Vorschlägen kann man hierzu seinen eigenen Vorsatz für den Klima-Sommer heraussuchen: vom LED-Lampentausch über den fleischfreien Monat oder den autofreien Arbeitsweg bis hin zum solaren »Balkonkraftwerk«. In den nächsten Wochen werden weitere Tipps und Tricks zu den verschiedenen Maßnahmen auf den Social-Media-Kanälen der Stadt gepostet.

Bushaltestellen begrünen

Zusätzlich können mit Spenden weitere Einsparungen generiert werden, indem konkrete Klimaschutzprojekte von ausgewählten Kompensationsdienstleistern unterstützt werden. Zur Auswahl stehen Solar- und Effizienzprojekte ebenso wie Aufforstungs- und Pflanzenkohle-Projekte.

»Wenn wir es gemeinsam schaffen, bis November 487 Tonnen CO2 einzusparen, werden wir den Grundstein legen, Bad Nauheim noch grüner zu machen. Anfangen wollen wir damit - wo möglich - Bushaltestellen zu begrünen«, erläutert Matthias Wieliki, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit. Dadurch kann man nicht nur zusätzlichen Lebensraum für Insekten, sondern auch einen natürlichen Luftfilter schaffen, der Feinstaub und Kohlendioxid aufnimmt und Regenwasser speichern kann. Hinzu kommt, dass durch Begrünung Luftqualität verbessert und im Sommer kühlender Schatten gespendet wird. Somit kann auf pflegeleichte und ansehnliche Weise Mikroklima positiv beeinflusst werden.

Diese Maßnahme reihe sich in ein größeres strategisches Zielbild für die Stadt Bad Nauheim ein, in der neue Wege des Klimaschutzes und der Klimaanpassung erlebbar und anfassbar gemacht werden sollen, wie es weiter in der Pressemitteilung heißt. »Grüne Städte - Stichwort Schwammstadt - werden in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Aufenthaltsqualität und Extremwetterresilienz in der Stadt beitragen.« Yuge Lei unterstreicht: »Wir wollen die Zeit nutzen und gehen proaktiv daran, Bad Nauheim gemeinsam zukunftsfähig zu gestalten.« Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter http://www.bad-nauheim.de/nachhaltigkeit.

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