"Hier im Bistro des Hotel Grunewald soll Elvis Presley gefrühstückt haben", sagt Gábor Barócsi. Dass er diesen authentischen Ort für seine erste öffentliche Vorführung nutzen durfte, freut ihn sehr.
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»Hier im Bistro des Hotel Grunewald soll Elvis Presley gefrühstückt haben«, sagt Gábor Barócsi. Dass er diesen authentischen Ort für seine erste öffentliche Vorführung nutzen durfte, freut ihn sehr.

Elvis-Roboter

So lief die erste Show des Bad Nauheimer Elvis-Roboters im Hotel Grunewald

  • VonLarissa Wolf
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Vergangenen Samstag hat Gábor Barócsi seinen Elvis-Roboter im Bad Nauheimer Hotel Grunewald präsentiert. Die Show soll bald Menschen in Krankenhäusern unterhalten.

Das Licht geht aus im Bistro des Hotels Villa Grunewald in Bad Nauheim. Ein Projektor wirft ein Video auf eine kleine Leinwand. Darin wird Elvis Presley angekündigt, ein Live-Auftritt von seinem Song »Heartbreak Hotel« folgt. Daneben steht eine kleine improvisierte Bühne mit einem Rahmen im Schachbrettmuster. Hinter einem weißen Vorhang mit einer goldenen Krone darauf bewegt sich etwas. Langsam rollt sich der Vorhang nach oben. Das Video stoppt, und der von Gábor Barócsi gebaute Elvis-Roboter übernimmt den Gesangspart nahtlos, singt »I’ll be so lonely, I could die.«

Lebensgroßer Elvis-Roboter von Bad Nauheimer Bastler soll eine Stunde singen

»Ich bin ein großer Elvis-Fan«, erklärt Barócsi den Zuschauern im Hotel Villa Grunewald am vergangenen Samstag. Der Bad Nauheimer habe in seinem Hobby-Keller daher einen Elvis-Roboter gebaut, der singt. Acht Lieder des King of Rock’n’Roll hat Barócsi bisher programmiert, es sollen aber noch viel mehr werden. »Ich möchte eine einstündige Show spielen können«, sagt er. »Jetzt werden es aber nur zirka 20 Minuten.«

Barócsi legt besonderen Wert auf Details. Weil die Show das Gefühl eines Konzerts vermitteln soll, verteilt er selbstgebastelte Tickets an die Zuschauer - dem letzten Elvis-Presley-Konzert am 26. Juni 1977 in Indianapolis nachempfunden. Datum und Ort hat er angepasst. Für das Konzert-Gefühl wechseln sich Gesangs- und Sprechparts ab. Barócsi hat verschiedene Sätze für seinen Roboter programmiert, die von einen Song in den nächsten überleiten. Mit einer Fernbedienung, die aussieht wie ein Mikrofon, steuert er auf Knopfdruck, wann Elvis singt und wann er spricht.

Die Schluss-Sequenz vom ersten Song klingt aus der Jukebox, die neben dem Roboter steht. Das nächste Video beginnt, und eine Live-Aufnahme von »Blue Suede Shoes« ertönt. Die Zuschauer nicken mit zur Musik. Roboter-Elvis zieht erst die eine, dann die andere Augenbraue hoch, rümpft die Nase, blinzelt. Es quietscht etwas, wenn er sich bewegt. Er übernimmt den Gesangspart, und seine Lippen bewegen sich absolut synchron mit dem Text.

Obwohl die Jukebox ihre Farbe von lila zu blau und von grün zu weiß wechselt, ist der Elvis-Auftritt bis auf die Bewegungen im Gesicht noch wenig dynamisch. Das soll sich laut Barócsi noch ändern: »In den nächsten drei bis vier Monaten möchte ich es schaffen, dass sich auch Hände und Füße bewegen. Dann kann er auch wirklich Gitarre spielen.« Der fertige Elvis soll dann kostenlos in Krankenhäusern und Pflegeheimen auftreten, um für Abwechslung zu sorgen.

Bad Nauheim: Lebensgroßer Elvis-Roboter kann gebucht werden

Die erste öffentliche Show des Elvis-Roboters im Hotel Grunewald verläuft nicht ganz ohne technische Fehler: Der Ton übersteuert hier und da, der Roboter sagt den gleichen Satz mehrmals hintereinander, und beim letzten Song bleibt der fallende Vorhang auf der Hälfte hängen. Barócsi lacht über die kleinen Missgeschicke. Die Zuschauer applaudieren kräftig.

Drei Mitglieder des Elvis-Presley-Vereins Bad Nauheim/Friedberg sind gekommen, teilweise von weit her. Silke Wiedow hat eine Anreise von über zwei Stunden auf sich genommen. »Ich bin immer hier wegen Elvis. Das ist für mich ganz selbstverständlich«, sagt sie. Den Roboter finde sie würdig und liebevoll gestaltet. »Die Augen sind besonders gut getroffen.« Auch Carmen Allendörfer hat die Vorführung gefallen. »Hammermäßig. Man merkt, wie viel Herzblut in dieses Projekt geflossen ist«, sagt sie.

Gerd Schuster hat vom Roboter und der Show in der Zeitung gelesen. »Ich habe gleich alle meine Leute angerufen«, sagt er. Dass man den singenden Elvis auch für Veranstaltungen buchen kann, finde er super. »Bisher hatte ich für meine Feiern immer Elvis-Imitatoren, die aufgetreten sind. Für meine Goldene Hochzeit im Mai könnte ich mir vorstellen, Barócsis Roboter zu engagieren«, sagt Schuster und lacht. »Das ist mal was Neues.« (Larissa Wolf)

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