Künftig kommen auch in der Klinik am Südpark zwei Testverfahren zum Einsatz, um die Corona-Ansteckungsgefahr nach Möglichkeit im Keim zu ersticken.	FOTO: NICI MERZ
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Künftig kommen auch in der Klinik am Südpark zwei Testverfahren zum Einsatz, um die Corona-Ansteckungsgefahr nach Möglichkeit im Keim zu ersticken.

Corona-Pandemie

Median-Kliniken Bad Nauheim: Schnelltests und Kurzzeit-Quarantäne stützen Corona-Schutzkonzept

  • Bernd Klühs
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Die Bad Nauheimer Median-Kliniken setzen jetzt auch Schnelltests ein. Ziel ist es, Patienten und Beschäftigte besser vor dem Corona-Virus zu schützen.

  • Im Wetteraukreis sind die Corona-Fallzahlen durchgehend hoch.
  • Die Median-Kliniken in Bad Nauheim rüsten sich gegen das Coronavirus.
  • Zwei wichtige Bausteine der Strategie: Kurzzeit-Quarantäne und Schnelltests.

Bad Nauheim – Wer in der Bad Nauheimer Klinik am Südpark oder der Kaiserberg-Klinik - beide Häuser gehören zum Median-Konzern - einen Reha-Aufenthalt antritt, wird einen Tag lang isoliert. »Bei der Aufnahme erfolgt ein PCR-Test, dessen Ergebnis schon am Nachmittag des Folgetages vorliegt«, sagt Thomas Reiber, kaufmännischer Leiter der beiden Bad Nauheimer Median-Kliniken. Bis dahin werden die Kontakte des Patienten im Gebäude auf ein Minimum reduziert. Der Betroffene soll sich vorrangig in seinem Einzelzimmer aufhalten.

Diese Kurzzeit-Quarantäne ist einer von vielen Bausteinen im Corona-Sicherheitskonzept der zwei Kliniken. Im Unterschied zu anderen Krankenhäusern gilt nach Angaben von Reiber das Besuchsverbot seit März, als die Pandemie über Deutschland reinbrach.

Median-Kliniken in Bad Nauheim: Infektionen werden schneller erkannt

»Im Sommer gab es schon kritische Stimmen wegen der Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte«, blickt der kaufmännische Leiter zurück. Heute, angesichts der stark gestiegenen Zahl von Neuinfektionen, sei die Akzeptanz deutlich größer. In den meisten Fällen dauere ein Reha-Aufenthalt drei Wochen, bei psychosomatischen Erkrankungen könnten es bis zu sechs Wochen sein.

Kürzlich hat der Median-Konzern eine neue Teststrategie entwickelt, um den Schutz von Patienten und Personal zu verbessern Neben dem Aufnahmescreening, das bei Median im Juni eingeführt wurde, kommen Antigen-Schnelltests zum Einsatz, deren Ergebnis nach 15 Minuten vorliegt. Laut Reiber werden alle Patienten nicht nur bei der Ankunft einem PCR-Test unterzogen, drei bis vier Tage nach der Aufnahme folgt die schnelle Antigen-Variante. Ergibt sich dabei ein positives Ergebnis wird zur Absicherung ein PCR-Test nachgeschoben. »Die Antigen-Tests geben uns die Möglichkeit, Infektionen deutlich schneller zu erkennen und Ausbruchsgeschehen im Keim zu ersticken«, sagt Dr André M. Schmidt, Vorsitzender der Median-Geschäftsführung.

Median-Kliniken in Bad Nauheim: Neues Corona-Sicherheitskonzept etabliert

Nach Aussage von Reiber wird das neue Konzept in den Bad Nauheimer Häusern, die zusammen etwa 360 Angestellte und gut 500 Betten haben, derzeit umgesetzt. Die beiden Kliniken sind dabei Teil des Konzern-Geschäftsbereichs Mitte, der Mittelhessen und das Rhein-Main-Gebiet umfasst. Dreimal pro Woche stimmen sich die Häuser bezüglich ihres Corona-Sicherheitskonzepts untereinander ab.

Einbezogen in die Teststrategie wird auch das Personal. Schon bislang wurde den Mitarbeitern nach der Rückkehr aus einem mehrtägigen Urlaub ein freiwilliger PCR-Test angeboten. Auch wer erste Symptome einer Infektion zeigt, kann sich in der Klinik Gewissheit verschaffen. »Es gab auch bei uns Corona-Fälle, so bei jeweils einer Beschäftigten in der Südpark- und Kaiserberg-Klinik. Doch eine Ausbreitung konnte verhindert werden«, erklärt der kaufmännische Leiter. In Zukunft sollen die Beschäftigten einmal pro Woche Schnelltests unterzogen werden - ebenfalls auf freiwilliger Basis. Wer sich nicht testen lässt, muss Reiber zufolge ein »Symptom-Tagebuch« führen und bei der Arbeit eine FFP 2-Masken tragen.

Median-Kliniken in Bad Nauheim: Aufwand so groß wie nie zuvor

Ende Oktober haben die Kliniken die neue Teststrategie beim Kreisgesundheitsamt zur Genehmigung eingereicht. Ein positiver Bescheid steht bislang noch aus. Reiber zufolge werden die Kosten der Tests von den Krankenkassen erst übernommen, wenn die Genehmigung vorliegt.

»Einen solchen Aufwand zum Schutz von Patienten und Personal wie derzeit haben wir noch nie betrieben«, sagt Reiber. Das gelte für das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ebenso wie für das Lüftungskonzept. Zudem seien Therapiegruppen verkleinert worden. Absolute Sicherheit gebe es aber nicht: »Schon morgen könnte etwas passieren.«

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