Ein Auto fährt an einer Baumscheiben-Abgrenzung vorbei.
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Ein ehemaliger Polizist erstattet, nachdem er einen Unfall hatte, Anzeige gegen den Ersten Stadtrat von Bad Nauheim. Aus Sicht des Polizisten hätte die Stadt eine Warnbake an der Unfallstelle anbringen müssen.

Unfälle mit Baumscheiben-Abgrenzung

Anzeige durch Ex-Polizist: Bad Nauheim soll Warnbake aufstellen

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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In der Bad Nauheimer Straße Am Taubenbaum haben Autofahrer bei Unfällen Räder und Achsen beschädigt. Ein Betroffener zeigt den Ersten Stadtrat Peter Krank an.

Bad Nauheim – Herwig Langer lässt nicht locker. Der pensionierte Polizeibeamte aus Rockenberg will sich mit der Verkehrssituation in der Bad Nauheimer Straße Am Taubenbaum einfach nicht abfinden. Vor geraumer Zeit war Langer in einer regnerischen Nacht mit seinem Auto gegen eine zwölf Zentimeter hohe Baumscheiben-Abgrenzung gefahren, hatte dabei zwei Reifen samt Felgen ruiniert.

Weil das Rathaus seinem Vorschlag, die Beschilderung in dieser Straße zu ändern, nicht nachkommt, hat der frühere Leiter der Autobahnpolizei-Dienststelle Idstein jetzt Anzeige gegen Ersten Stadtrat Peter Krank erstattet, der auch für die Straßenverkehrsbehörde verantwortlich zeichnet.

Ex-Polizist will Schadensersatz nach Unfall in Bad Nauheim

Der Pensionär steht seit seinem kleinen Unfall in Kontakt mit der Stadtverwaltung. Zum einen hätte er gerne seinen Sachschaden von rund 300 Euro ersetzt, was die städtische Versicherung ablehnt. Zum anderen - und das ist dem Mann aus Rockenberg viel wichtiger - möchte er Gefahrenabwehr betreiben. Doch aus dem Rathaus bekam er nur abschlägige Bescheide.

Auch gegenüber der WZ hatte Erster Stadtrat Krank bereits Anfang Februar erklärt, es bestehe kein Handlungsbedarf. Seine Begründung: In der Straße Am Taubenbaum seien auf beiden Seiten mehrere markierte Stellplätze von eingefassten Baumscheiben umrahmt. In jeder Fahrtrichtung sei die erste Abgrenzung aus Steinen mit einer Warnbake versehen, um Verkehrsteilnehmer auf das Hindernis hinzuweisen.

Bei der Abgrenzung am Ende der Stellplätze könne auf einen Warnbake verzichtet werden. Kranks Ansicht wird offenbar von der Kommunalaufsicht im hessischen Innenministerium geteilt. An diese Behörde hatte sich Langer nämlich ebenfalls gewandt - ohne Erfolg.

Kürzlich hatte der Rockenberger noch einmal beim Verkehrsdezernenten angerufen. In einem Satz habe Krank seine Haltung bekräftigt. »Dann hat er einfach aufgelegt. Das lasse ich mir nicht bieten«, sagt Langer. Vor gut zwei Wochen hat er Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Gießen erstattet. Sein Vorwurf an den Ersten Stadtrat: Vernachlässigung der Verkehrssicherungspflicht.

Weitere Autofahrer melden sich nach Kollisionen in Bad Nauheim bei Ex-Polizist

Langer hat nach eigener Auskunft bislang mindestens fünf Anrufe von anderen Verkehrsteilnehmern erhalten - darunter auch ein Taxifahrer. Alle hätten ihre Pkw durch eine Kollision mit der Baumscheiben-Abgrenzung beschädigt. »In einem Fall kam es sogar zu einem Achsbruch.« Seiner Bitte, sich ebenfalls im Rathaus zu melden, seien die Anrufer leider nicht nachgekommen.

Der Pensionär sieht deshalb nur noch die Möglichkeit, die Angelegenheit juristisch prüfen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft habe den Eingang der Anzeige bestätigt und das Aktenzeichen mitgeteilt. Langer denkt außerdem über eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Klaus Kreß nach. Der habe es versäumt, den Ersten Stadtrat zum Handeln zu bewegen.

Peter Krank liegen bislang keine Informationen über die Anzeige und deren Inhalt vor. Deshalb möchte er den Schritt von Ex-Polizist Langer auch nicht kommentieren. Nur so viel: »Die Staatsanwaltschaft muss jede Anzeige annehmen.«

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