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Für sein Engagement erhält Esra Edel heute Abend den Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim«.

Einer, der für die Jugend steht

Bad Nauheim: Esra Edel erhält Ehrenamtspreis

  • VonPetra Ihm-Fahle
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Esra Edel (31) ist einer der Mitgründer des Vereins Jugendkultur und Jugendarbeit (JUKA) und aktuell Vereinsvorsitzender. Die Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« zeichnet Edel nun aus.

Zum Treffen mit dieser Zeitung im Bad Nauheimer Goldsteinpark kommt Esra Edel auf dem Fahrrad. Anlass des Gesprächs ist die Verleihung des Ehrenamtspreises an den 31-Jährigen heute Abend im »Teichhaus«. Stiftungspräsident Jürgen Burdak von der Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« teilt im Vorfeld mit: »Wir finden, dass sich Esra Edel für die ehrenamtliche und freiwillige Jugendarbeit in Bad Nauheim in den letzten Jahren sehr verdient gemacht hat. Er soll diesen Preis aber auch stellvertretend für den Förderverein Jugendarbeit und Jugendkultur JUKA und dessen Arbeit erhalten.« Der Festakt ist nichtöffentlich.

In der Jugendkultur-Szene ist der junge Kernstädter, der im Auslandsvertrieb eines Spieleverlags arbeitet, seit zehn, elf Jahren unterwegs. »Damals nahm mich ein Freund das erste Mal in das Jugendhaus Alte Feuerwache zu einem Spieleabend mit«, erzählt er. 2014 waren erstmals die Jugendkulturtage terminiert, zwischenzeitlich in »Freiraum Festival« umbenannt. »Es entstand aus der Feder einiger Freunde, skizziert auf einem Bierdeckel. Ich rutschte ziemlich schnell in die Organisation mit rein. Dann hat sich das so entwickelt.« Der Förderverein JUKA wurde gegründet, Esra Edel ist als Nachfolger von Nils Hasport zum zweiten Mal Vorsitzender. Das Festival organisiert JUKA zusammen mit dem städtischen Jugendbeirat. Auch das JUKA-Radio mit Gabriel Becker als Projektleiter hat der Verein unter seinen Fittichen.

Auf Anhieb ins Parlament gewählt

Seit Kurzem ist Edel für die Grünen im Stadtparlament aktiv. Bei der Kommunalwahl auf Anhieb gewählt zu werden, freute ihn - überraschte ihn aber auch. »Ich hatte es unterschätzt. Wenn man schon immer in Bad Nauheim lebt, viele Leute kennt und aktiv ist - dass viele Leute dann ein Kreuzchen bei einem machen.« Die parlamentarische Arbeit findet er spannend.

Der Name »Jugendkulturtage« sollte seinerzeit vermitteln, worum es geht: um alle möglichen Formen der Kultur, hauptsächlich von Jugendlichen. Wie sich herausstellte, eignete sich der Name aber nicht, um junge Menschen anzusprechen. »Deshalb brauchten wir etwas Griffigeres und kamen nach langer Debatte auf ›Freiraum Festival‹.« Pandemiebedingt fiel das Festival zweimal aus, der Verein hofft auf nächstes Jahr.

Für die Bad Nauheimer Jugend gibt es nach Ansicht von Esra Edel immer noch Dinge, die es zu verbessern gilt. »Wir haben in den letzten Jahren schon viel erreicht. Es ist klasse, zu merken, wie sich etwas bewegt. Mit dem ›Freiraum Festival‹ sind wir schon sehr glücklich.« Allerdings gebe es immer noch zu wenige Orte, an denen Jugendliche wirklich verweilen können. »Sie werden oft von Plätzen verscheucht, an denen sie sich befinden. Ein Beispiel ist der Rosengarten. Bad Nauheim ist ein schweres Pflaster, weil der Altersdurchschnitt etwas höher ist. Natürlich will man allen Generationen gerecht werden. Da muss man gucken, wie man Kompromisse findet.«

Ein Lob für alle JUKA-Mitglieder

Wie eine Jugendbefragung kürzlich erbrachte, wünschen sich Jugendliche mehr überdachte Plätze. »Die haben wir eben nicht«, sagt Edel. Seit einigen Tagen ist der »Freiraum« im Goldsteinpark in Bau, ein Anlaufpunkt und Aufenthaltsort für Jugendliche. Damit verbessert sich die Situation nach Ansicht des JUKA-Vorsitzenden. Das Projekt habe der städtische Jugendbeirat entwickelt. »Der Verein hat trotz des Namens erst mal nichts damit zu tun, unterstützt es aber vollkommen. Es ist genau das, was wir erreichen wollen.«

Kürzlich veranstaltete JUKA im Goldsteinpark das »Couch’n’Soda« als Open-Air-Veranstaltung. Es ist ein kleineres Event, das der Verein zum vierten Mal auf die Beine gestellt hat. In der Corona-Krise lief es als »Couch’n’Sofa« (statt Soda) online mit Kooperationspartnern aus anderen Kommunen.

Als Esra Edel hörte, dass er den Ehrenamtspreis erhalten soll, war er überwältigt. »Ich bin sehr dankbar dafür«, sagt er. Zur Preisverleihung bringt er den Vorstand mit. »Es ist ja nicht meine Arbeit alleine. Jeder hat seinen Teil daran. Der Verein hat mittlerweile 130 bis 150 Mitglieder. Und jeder einzelne ist wichtig für das, was JUKA macht.«

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