Eine Faust im Vordergrund und dahinter eine dunkle Straße.
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Um Pöbeleien und Ruhestörungen zu verhindern, hat Bad Nauheim ein Alkoholverbot erlassen. (Symbolbild)

Autoposer

Bad Nauheim kämpft mit Alkoholverbot gegen Randalierer

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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Vandalismus, Pöbelei und Ruhestörung: Seit Wochen stiften junge Menschen in Bad Nauheim Unruhe. Die Stadt hofft mit einem Alkoholverbot die Lage zu beruhigen.

Bad Nauheim – Im Kampf gegen die Randale-Szene hat Bad Nauheim ein Alkoholverbot für mehrere Brennpunkte in der Stadt erlassen. Vorerst bis zum 30. Juni 2021 ist es demnach freitags, samstags und sonntags sowie an den Brücken- bzw. Feiertagen am 24. Mai, 02. Juni und 03. Juni jeweils von 20 bis 5 Uhr untersagt, im öffentlichen Bereich der Parkstraße, des Aliceplatzes sowie der anliegenden Kiespromenade alkoholische Getränke zu konsumieren, wie aus der Allgemeinverfügung hervorgeht. Nicht betroffen sind Gaststätten, die auf ihren Flächen weiterhin Bier, Wein oder Cocktails zum Verzehr ausschenken dürfen. Weitere Ausnahmen behält sich die Stadt Bad Nauheim vor.

Die Kommune begründete das Alkoholverbot mit einer drohenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Parkstraße, Aliceplatz und Kiespromenade hätten sich in den vergangenen Wochen zu „einem Treffpunkt von großen Personengruppen der Tuning-Szenen entwickelt, welche dort dauerhaft lagern und dabei über das übliche Maß hinaus Alkohol konsumieren“. Neben der „Zurschaustellung“ ihrer hochgerüsteten Autos komme es „insbesondere zu den Nachtzeiten immer wieder zu massiven Ruhestörungen und Belästigungen der Anwohner“. Der Ärger rund um die Krawallmacher war zuletzt das bestimmende Thema in Bad Nauheim. Eine eigens gegründete Bürgerinitiative macht Druck auf die Offiziellen im Rathaus. Vermehrte Polizeikontrollen konnten die Lage bislang nicht beruhigen.

Randale-Szene in Bad Nauheim: Alkoholverbot soll Exzesse ausbremsen

Angefangen hatte alles mit den Treffen sogenannter Autoposer. Längst hat sich das Problem jedoch ausgewachsen. Aus der ganzen Region sollen die Chaoten mittlerweile nach Bad Nauheim pilgern, hieß es zuletzt aus dem Rathaus. Dort registriert man mit Sorge die Sachbeschädigungen, die Verkehrsverstöße und die Verstöße gegen die Corona-Regeln, von denen in der Begründung des Alkoholverbots die Rede ist. Mit „fortgeschrittenem Alkoholkonsum“ werde die „Hemmschwelle zur Aggressivität deutlich gesenkt“. Bereits mehrfach seien die Treffen, zu denen teils bis zu 300 Menschen kommen sollen, zu „‚einer Art ‚Saufgelage‘ eskaliert“. Anwohner beschwerten sich über Musik, Pöbeleien und laute Unterhaltungen. Größtes Problem bleibt die Ruhestörung.

Die Unruhestifter würden zudem „ungehemmt in Garagen- und Hofeinfahrten urinieren, Restmüll und Leergut auf den Flächen verteilen und städtische Einrichtungen, wie ein Verkehrszählungsgerät beschädigen“. Es habe sich gezeigt, „dass repressive ordnungsrechtliche Schritte wie Ordnungswidrigkeitsverfahren zur Eindämmung der Gefahren wenig hilfreich sind und allenfalls kurzfristig wirken“. Nun soll das Alkoholverbot helfen, die Exzesse in Bad Nauheim einzudämmen. Es sei das „mildeste wirkungsvolle Mittel“, dass die Betroffenen und die Allgemeinheit „am wenigste beeinträchtige“. Die Stadt Bad Nauheim rechnet damit, dass sich durch die Randale-Szene auch in Zukunft „konkrete Gefahren“ ergeben könnten. Die Treffen hätten mittlerweile „Veranstaltungscharakter“ und würden über soziale Medien beworben.

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