Gruppenbild mit doppeltem Elvis in Kunst
stoff und Bronze: (v. l.) Steffen Schneider (Kur- und Servicebetrieb), Gießerei-Geschäftsführer Fritz Georg Rincker, Elvis-Fan Meike Berger, Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß, Elvis-Fan Angela Storm, Immanuel Günter (vorn) und Robert Fischer (beide EGO3D).	FOTO: GEIS
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Gruppenbild mit doppeltem Elvis in Kunst stoff und Bronze: (v. l.) Steffen Schneider (Kur- und Servicebetrieb), Gießerei-Geschäftsführer Fritz Georg Rincker, Elvis-Fan Meike Berger, Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß, Elvis-Fan Angela Storm, Immanuel Günter (vorn) und Robert Fischer (beide EGO3D). FOTO: GEIS

King of Rock‘n‘Roll

Bad Nauheim: Elvis-Statue ist endlich vollendet – „Wird ein Highlight “

  • Rüdiger Geis
    vonRüdiger Geis
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In Uniform stand Elvis 1959 auf einer Brücke in Bad Nauheim. Eines der bekanntesten Fotos des Weltstars entstand. Sein lebensgroßes Ebenbild wird bald enthüllt.

Bad Nauheim - Lässig auf das Geländer gestützt, den Schmollmund mal nicht zu seinem berühmten Lächeln verzogen, sondern den Blick eher etwas nachdenklich in die Ferne gerichtet: So wurde Elvis Presley 1959 während seiner Zeit in Bad Nauheim auf der Usa-Brücke abgelichtet. Presley war von 1958 bis 1960 in Friedberg stationiert und wohnte in der Kurstadt.

Das berühmte Foto von damals diente nun als Vorlage für eine Statue des King of Rock’n’Roll, die Anfang Januar an eben diesem historischen Platz aufgestellt werden soll. Am Montag wurde die Fertigstellung der Bronzefigur mit einem gut besuchten Pressetermin in der Glockengießerei Rincker in Sinn (Lahn-Dill-Kreis) gefeiert.

Elvis-Statue in Bad Nauheim: Aufwendige Rekonstruktion

Initiiert hatten das Projekt die Bochumerin Meike Berger und Angela Storm aus Lübeck, zwei eingefleischte Fans des Superstars. Über zwei Jahre gingen ins Land, schwierige Finanzierungsfragen waren zu beantworten und eine aufwendige dreidimensionale Rekonstruktion der Figur zu erstellen, bis das ersehnte Produkt in Lebensgröße fertig war.

»Wir waren überwältigt«, sagte die 53-jährige Storm bei der Vorstellung der Elvis-Bronzestatue, an deren Seite sich auch der für die Rekonstruktion notwendige »Zwillingsbruder« aus Kunststoff gesellte. Der euphorischen Einschätzung ihrer Mitinitiatorin konnte die 45-jährige Berger nur zustimmen: »Wir haben jeden einzelnen Schritt kleinteilig begleitet. Das Ergebnis jetzt zu sehen, ist einfach überwältigend.«

Elvis-Statue in Bad Nauheim: 20.000 Euro kostet sie

Dabei schien das ganze Projekt zwischenzeitlich auf der Kippe zu stehen, denn es gab mehrere Entwürfe, »bei denen wir gesagt haben: Das geht nicht«, erläuterte Berger. Fündig wurden die beiden Fans schließlich beim Dienstleister EGO3D in Mühlheim/Ruhr. Besonderer Dank der beiden Frauen gebührte daher auch dem Designer und Künstler Immanuel Günther, mit dem zusammen die Initiatorinnen etliche Stunden am Computer verbrachten, ehe die Vorlage für die Statue abgesegnet werden konnte.

Über zwei Jahre hatten Berger und Storm bei diversen Aktionen Geld gesammelt, rund 16 000 Euro, um erst mal die Kunststoff-Gussform finanzieren zu können. Mit etwa 20 000 Euro schlug dann der Guss der Bronzestatue zu Buche. Diesen Betrag finanzierte ein Sponsor komplett. »Die sauber und kleinteilig ausgearbeiteten Details waren eine echte Herausforderung«, resümierte der beim Sinner Traditionsunternehmen für den Kunstguss verantwortliche Fritz Georg Rincker und war voll des Lobes für seine Mitarbeiter. »Vielen Dank an alle Geburtshelfer. Die Zwillinge sehen super aus«, zeigte sich Berger mit Blick auf Kunststoff- und Bronze-Elvis begeistert.

Elvis-Brücke in Bad Nauheim: Brückensanierung bald abgeschlossen

Hocherfreut waren auch die Vertreter der Stadt Bad Nauheim, die zur Vorstellung der fertigen Figur in die Glockengießer-Gemeinde an der Dill gekommen waren. Neben Bürgermeister Klaus Kreß waren Kerstin Schneekloth, Geschäftsführerin der Stadtmarketing und Tourismus GmbH, Stadtarchivarin Brigitte Faatz und der Leiter des Kur- und Servicebetriebs, Steffen Schneider, vertreten. »Das wird ein Highlight für Bad Nauheim«, sagte Kreß. Er sei von Anfang an von der Idee der Elvis-Statue begeistert gewesen - aber auch skeptisch, ob das mit der Finanzierung klappen würde.

Damit die Figur ihren vorgesehenen Platz auf der Usa-Brücke erhalten kann, muss das Bauwerk komplett neu aufgebaut werden. Kostenpunkt: rund 350 000 Euro. Kreß dankte in diesem Zusammenhang den Schlossern des städtischen Bauhofs, die das historische Geländer originalgetreu nachgebaut haben. Im November sollen die Arbeiten an der Brücke abgeschlossen werden.

Fest steht schon, wann ein Kran die schwere Statue an ihren Platz auf der Brücke befördern soll: natürlich am 8. Januar nächsten Jahres. Dann nämlich wäre der King 86 Jahre alt geworden. Und einen neuen Namen soll das Bauwerk über die Usa ebenfalls erhalten: klar, Elvis-Brücke. (Rüdiger Geis)

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