So soll die Saunalandschaft im Badehaus 2 eines Tages aussehen. Wann dieser wesentliche Bestandteil der neuen Therme eröffnet werden kann, steht in den Sternen. Vorerst wird der Termin Ende 2024 genannt.
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So soll die Saunalandschaft im Badehaus 2 eines Tages aussehen. Wann dieser wesentliche Bestandteil der neuen Therme eröffnet werden kann, steht in den Sternen. Vorerst wird der Termin Ende 2024 genannt.

Saunalandschaft

Badehaus-Debakel in Bad Nauheim löst Empörung und Bedrückung aus: „Nicht hinnehmbar“

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Eine niederschmetternde Botschaft hat Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß am Donnerstagabend verkündet: Der Umbau des Badehauses 2 für die neue Therme verzögert sich erheblich. Für die Fraktionen war das ein Schock. Jetzt werden Schuldige gesucht.

  • Der Umbau von Badehaus 2 für die Therme in Bad Nauheim soll sich erheblich verzögern.
  • Fraktionschef Markus Theis betont mangelndes Engagement der Projektbeteiligten.
  • Ein Lösungsansatz für das Problem ist noch nicht in Sicht.

Bad Nauheim – Für die FW/UWG-Fraktion ist die Sache eindeutig. »Land lässt Engagement vermissen«, lautet die Überschrift einer Erklärung von Fraktionschef Markus Theis. Trotz aller Zusagen von Land und Denkmalbehörde träten nun schon lange gehegte Befürchtungen ein. Sanierung und Umbau des Badehauses 2, das Sauna, Wellness und Therapieangebote beherbergen soll, dauerten länger und kosteten noch mehr Geld.

Neues Badehaus für Therme in Bad Nauheim: Zum Start fehlen wichtige Räume

Wie Bürgermeister Klaus Kreß am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuss erklärt hatte, werde das Badehaus frühestens Ende 2024 fertig, anderthalb Jahre später als der Neubau von Therme und Hotel. Hauptgründe seien die aufwendige Beseitigung von Radonablagerungen im Keller des Gebäudes sowie Zusatzforderungen des Denkmalschutzes.

Zu Beginn werden dem neuen Thermalbad wichtige Räume, vor allem die Saunalandschaft fehlen. »Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass man vonseiten des Landes und seiner Behörden nicht mit mehr Engagement bei der Sache ist und die Probleme umgehend aus dem Weg räumt, anstatt sie lediglich aufzuzählen«, betonte Fraktionschef Theis. Die im Dezember 2019 durch den Geschäftsführer der Stiftung Sprudelhof angekündigte Sanierung des Kellers - Vorbedingung für den Start der übrigen Arbeiten - sei nicht, wie angekündigt, im Sommer abgeschlossen worden, sondern habe noch gar nicht begonnen.

Badehaus für Therme in Bad Nauheim: Auch andere Projekte gehen nicht voran

Theis: »Es hat ganz offensichtlich an mangelndem Handlungswillen, an Durchsetzungsvermögen und an Ernsthaftigkeit gefehlt, die Sache voranzutreiben.« Im schlimmsten Fall müsse die neue Therme deshalb 18 Monate oder länger ohne Sauna betrieben werden. Noch höhere Kosten seien zu erwarten, was weder dem Land noch der Stadt zuzumuten sei.

Auch andere Projekte im Sprudelhof gingen einfach nicht voran: Krankenpflegeschule und Sprudelbohrung seien weit weg von einem verbindlichen Realisierungstermin. Land und Stiftung schienen das Thema Sprudelhof einfach nicht ernst genug zu nehmen, obwohl es essenzieller für die Stadtentwicklung sei. Die FW/UWG fordert deshalb von allen politischen Entscheidungsträgern aus der Wetterau, die im Land Verantwortung tragen, ihren Einfluss geltend zu machen, um das Projekt Badehaus 2 zu beschleunigen. »Für den Erfolg ist es unabdingbar, die neue Therme und die Saunalandschaft im Badehaus 2 gleichzeitig zu eröffnen, und dies so schnell wie möglich«, betonte Theis. Sonst müsse die Stadt darüber nachdenken, ob die Anbindung des neuen Thermalbads ans Badehaus 2 noch zumutbar sei.

Therme in Bad Nauheim: Neues Badehaus bedeutsam für den Thermen- und Hotelbetrieb

Von »bedrückenden Informationen« zur geplanten Therme sprach SPD-Co-Vorsitzender Sinan Sert. Die Anbindung der Therme an den Sprudelhof kann seiner Ansicht nach frühestens Anfang 2025 erfolgen. »Damit rückt der wesentliche Marketingeffekt einer Thermen-Eröffnung in weite Ferne. Vision und Ziel der Anbindung war, durch die Verknüpfung des Neubaus mit dem historischen Ambiente im Badehaus Wettbewerbsvorteile zu erzielen«, erklärte der SPD-Stadtverordnete. Therme und Sauna hätten die Badelandschaft des Umlands und Wettbewerber überstrahlen und so Publikum binden sollen. Sauna und Wellness seien für den Thermen- und Hotelbetrieb sehr bedeutsam.

»Davon kann sich Bad Nauheim offenbar verabschieden«, lenkt Sert den Blick auf die langfristigen Folgen eines verpatzten Markteinstiegs. Ob die finanziellen Negativeffekte je aufzuholen sein werden, bleibe offen. Die »Schuldfrage« kann nach Ansicht des SPD-Politikers nicht klar beantwortete werden. Die »behäbige Vorgehensweise von Landesbehörden« allein verantwortlich zu machen erscheint Sert wenig zufriedenstellend. Ein klarer Lösungsansatz für das Problem sei nicht erkennbar. Der Magistrat verkünde vorerst nur Absichtserklärungen.

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