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Tourist-Info-Leiterin Henrike Meyer erklärt Ellen Benölken (l.) den höhenverstellbaren Tisch mit Touchscreen-Bildschirm.

Tourist-Info umgestaltet

Auszeichnung erhalten: Bad Neuheimer Tourist-Info ist Vorbild in Sachen Barrierefreiheit

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Ein erster Schritt in Richtung Barrierefreiheit in städtischen Gebäuden wurde mit der Umgestaltung der Bad Nauheimer Tourist-Info getan. Dafür gab’s eine Auszeichnung des VdK.

Um die Barrierefreiheit der städtischen Touristen-Anlaufstelle in den Kolonnaden zu bewerkstelligen, wurde mit vielen Institutionen zusammengearbeitet. "Wir hatten eine ganze Reihe von Kooperationspartnern, wie die Blindenschule Friedberg, die Kaiserberg-Klinik oder den VdK-Landesverband Hessen-Thüringen", sagte Katja Heiderich, Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH anlässlich der Verleihung der bereits 1986 eingeführten Plakette "Barrierefrei erbaut" durch den VdK-Landesverband an die Stadt.

Zur ersten Plakettenverleihung in der Wetterau überhaupt waren am Freitag Bürgermeister Klaus Kreß, Joachim Neumann, Mitglied des Landesvorstands des VdK Hessen-Thüringen, die VdK-Kreisvorsitzende Ellen Benölken und Wilhelm Jentzen, stellvertretender Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Bad Nauheim, in die Tourist-Information gekommen.

VdK mit wichtiger Beraterfunktion

"Wir haben bewusst offen und transparent gebaut, denn Kunde ist für uns Kunde, egal ob mit oder ohne Behinderung", erklärte Heiderich. Wie Bürgermeister Klaus Kreß betonte, sei Bad Nauheim als Zugpferd des Tourismus in der Wetterau in Sachen Barrierefreiheit besonders gefordert. Der Rathauschef lobte die sehr gute Partnerschaft mit dem VdK, der an der Umgestaltung der Tourist-Info "sehr kompetent mitgewirkt hat".

Nach den Worten von Neumann, VdK-Landesvorstandsmitglied und Berater für Barrierefreiheit, hat die Kurstadt mit dem Umbau der Tourist-Info signalisiert, dass in Bad Nauheim bereits eine Sensibilität für das Thema vorhanden sei. Leider sei es noch immer so, dass die Umsetzung der Vorgaben an barrierefreie Einrichtungen keine Selbstverständlichkeit sei, sagte Neumann.

Er dankte insbesondere Ellen Benölken für die Begutachtung und Beratung während und nach dem Umbau. Neumann: "Barrierefreiheit ist notwendig, um Inklusion zu leben. Jeder Mensch hat das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe." Die Tourist-Information könne eine Vorbildfunktion für die ganze Kommune übernehmen.

Höhenverstellbarer Tisch ein Unikat

"Wir werden weiter Schritt für Schritt in Richtung Barrierefreiheit für alle städtischen Gebäude gehen", versprach Kress. Nach der offiziellen Übergabe von Plakette und Urkunde stellte Heiderich einige der Veränderungen in den Räumlichkeiten vor, die Menschen mit Behinderung zugute kommen.

Neben einer Induktionsschleife, dank der schwerhörige Menschen besser hören können, schallschluckenden Platten an der Decke, in verschiedene Höhen platzierten Prospekten oder der Anschaffung eines Rollstuhls wurde ein höhenverstellbares Beratungsterminal samt Touchscreen-Bildschirm installiert. Tourist-Info-Leiterin Hendrike Meyer demonstrierte mit Ellen Benölken, die sich in den Rollstuhl gesetzt hatte, die verschiedenen Möglichkeiten, die Tisch und Bildschirm bieten. "Den Tisch haben wir von einem Schreiner herstellen lassen. Das ist ein Unikat", erläuterte Heiderich.

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