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Starke Teilnahme der regionalen Nachwuchsautorinnen und einem Autor am 18. Jugend-Literaturwettbewerb der Ovag. Es gratulieren die Ovag-Vorstände Oswin Veith (r.), Joachim Arnold ( l.) und Organisator Andreas Matlé (vorne).

Ausgezeichnete Schreibtalente

  • VonHanna von Prosch
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Die Spannung war groß am Freitagabend im festlich geschmückten Bad Nauheimer Kursaal. Wer wird Preisträgerin und Preisträger beim 18. Jugend-Literaturpreis der Ovag sein? Ein hoch anerkannter Preis, der nicht nur Ehre und Geld, sondern viel Lernpotenzial und eine Buchveröffentlichung mit sich bringt.

Bildet Euch ruhig schon mal was darauf ein«, sagte Laudator Martin Maria Schwarz und fachte damit die Ungeduld unter den 24 Ausgewählten an. Sie alle waren gespannt, wer beim Jugendliteraturpreis der Ovag auf welchen Plätzen landen würde. Am Freitagabend wurden die jungen Schreibtalente im Kursaal ausgezeichnet.

Nach der Begrüßung und Einführung von Ovag-Vorstand Oswin Veith und den Gruppenehrungen kam der erste Jubelschrei: Svantje Rack von der Herderschule Gießen belegte mit der Erzählung »Bahnhof« den dritten Platz. Gefolgt von Sarah Emamzahi, vom Asklepios Bildungszentrum Lich mit »Wie viele Tode kann ein Mensch überleben?« als Zweitplatzierte. Und dann Begeisterung über den ersten Platz von Emmilie Specht vom Gymnasium Nidda mit »Die Sache mit der Wahrheit«.

Groß war die Freude auch bei den weiteren 21 Einzelpreisträgerinnen und Preisträgern, darunter die erst zwölfjährige Julia Schnabel aus Bad Nauheim und Celina Scheibel (13) aus Langgöns.

Schonungslos und sehr echt

Sie alle stachen mit ihrer Schreibkunst aus 180 Bewerbungen heraus. Die siebenköpfige Jury hatte sich beeindrucken lassen von der Vielfalt der Themen, den persönlichen Erlebnissen, die teilweise unter die Haut gingen. Veith sprach davon, dass die Autorinnen und drei Autoren sich den Kopf über Geschichten zerbrochen hätten, um einen Appell an die Welt zu richten, über Dinge, die ihnen unter den Nägeln brennen.

»Ich habe beim Lesen höchst bemerkenswerte Menschen kennengelernt«, erzählt Schwarz in einer lebendigen, Mut machenden Laudatio. »Ich traf einen Obdachlosen, der seine karge Nahrung mit Tauben teilt um der Gemeinschaft willen, bis eine Mutter mit Kindern ihm diese schenkt. Ich lernte eine Schaffnerin kennen, die es liebt, zwischen Hiersein und Dortsein zu leben. Oder eine junge Frau, die bei der Festrede zu einer Hochzeit alle Tabus bricht und sowohl Entsetzen wie Rührung erzeugt.«

Da waren die Geschichten von zerplatzten Mutterträumen einer Fußballkarriere, dem morschen Dreieck zwischen der Autorin und geschiedenen Eltern, aus denen sie sich mit dem Ausruf befreit: »Menschen brauchen keinen Zucker, sie brauchen Wahrheit!«

Schwarz stellt fest, dass es keine Modethemen sind, sondern die schonungslose Auseinandersetzung mit einer Welt aus Schein, Trug, Illusionen, manchmal wie bei den Flüchtlingsschilderungen, auch grenzenlose Angst und Hoffnung. »Hier wird Literatur nicht zu einem Instrument, um der Wirklichkeit zu entkommen, sondern um sie zurückzuerobern«, sagt er. Seine Bewunderung für die Texte ist ehrlich. Der HR2-Redakteur und freier F.A.S.-Autor weiß, was es bedeutet, sich auf Kurzgeschichten einzulassen: Sie führen ein Schattendasein bei Verlagen, sind Ladenhüter und verlangen den Schreibenden verdammt viel ab. Die Kunst liege im Weglassen überflüssiger Worte, also dem Kürzen. Einfache Sätze erzeugten Tempo. Man müsse zwischen den Zeilen lesen können. Und ganz wichtig: der erste Satz. Er solle die Leser sofort hineinziehen in die Geschichte, ihn zum Teil des Geschehens machen. Dafür gibt er Beispiele, sodass sich nahezu jede und jeder irgendwo wiederfindet und zu Recht stolz auf die Erwähnung sein darf. Denn diese jungen Schreibtalente haben alles richtig gemacht. An ihren Texte feilen dürfen sie dann mit professioneller Hilfe in einem viertägigen Workshop.

»Schreib es auf«, hatte Hannah Arendt in einer Biografie über Rahel Varnhagen geraten. »Mach eine Geschichte draus, damit es sich in Dir auflösen kann.« Ein Rat, den viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den nächsten Wettbewerb mitnehmen und weitergeben an Jugendliche in den 38 Schulen im Wetterau-, Vogelsbergkreis und Kreis Gießen - wenn Lesungen dort wieder möglich sein werden.

Mit echt hessischen Klängen von Nashi Young Cho und ihrer Band erlebten die jungen Leute noch einen beschwingten Abend mit ihren Familien und Lehrkräften. Auch Politikerinnen und Politiker der jeweiligen Wohn- oder Schulgemeinden gratulierten.

Mit zwölf Jahren ist Bettina Schnabel von der Bad Nauheimer St.-Lioba-Schule jüngste Preisträgerin.
Den 1. Platz beim Jugend-Literaturwettbewerb der Ovag belegt Emmilie Specht aus Nidda.

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