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Einfach zu eng: Der Innenhof des Wetterau-Museums in Friedberg kommt am Elvis Weekend nicht mehr als Veranstaltungsort infrage. Um Abstandsregeln einhalten zu können, weichen die Organisatoren in den Rathauspark aus. ARCHIVFOTO: NICI MERZ

Festival und Weekend

Auf Elvis-Fans warten neue Veranstaltungsorte

  • Bernd Klühs
    VonBernd Klühs
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Im zweiten Corona-Jahr wird den Elvis-Fans in Bad Nauheim und Friedberg deutlich mehr geboten als 2020. Die Programme sind üppig, die Rahmenbedingungen ändern sich allerdings komplett.

Die Organisatoren des 19. European Elvis Festivals in Bad Nauheim (13. - 15. August) und des 13. Elvis Weekends in Friedberg (12. - 15. August) müssen viel Flexibilität und Optimismus mitbringen. Flexibilität, um sich ständig verändernden Corona-Regeln gerecht zu werden. Optimismus, weil der verregnete Sommer Open-air-Veranstaltungen zum Risiko werden lässt.

Das Festival in Bad Nauheim wird fast komplett ins Freie verlagert. Früher gingen die großen Konzerte im Dolce-Jugendstiltheater über die Bühne. Das ist in diesem Jahr nicht möglich, denn für diesen Veranstaltungsort dürfen zurzeit nur 200 Karten verkauft werden. »Damit würden sich Konzerte nicht rechnen«, sagt Kultur-Fachbereichsleiter Jochen Mörler, einer der Festival-Organisatoren.

Freiluft-Konzerte in Trinkkuranlage

Deshalb wird in die Trinkkuranlage ausgewichen, wo die beiden Shows von Jim Brown unter freiem Himmel von 600 bis maximal 800 Besuchern zu sehen sein werden. Zuschauer müssen weder Impfnachweis noch negatives Testergebnis vorlegen. Die Veranstalter empfehlen aber Personen ohne Impfung, sich auf dem Parkdeck Sprudelhof einem Test zu unterziehen.

Seit Tagen werfen die Verantwortlichen bange Blicke auf die Vorhersagen der Meteorologen. Denn auch im zweiten Festival-Zentrum, dem Hotel Dolce, ist man auf gutes Wetter angewiesen, nicht zuletzt bei den Auftritten in der Konzertmuschel. »Bei Dauerregen haben wir Pech, das lässt sich bei Open-air-Veranstaltung nicht ändern«, sagt Mörler. Doch die Prognosen fürs Wochenende sind recht gut, das Konzept könnte aufgehen.

Jim »The King« Brown, musikalischer Stargast des 19. Festivals, reist aus England an, kommt einige Tage früher. Das wurde offenbar vereinbart, um notfalls eine Corona-Quarantäne zu ermöglichen. Mörler: »Generell ist es zurzeit sehr schwierig, Künstler zu verpflichten, denn sie haben keine Lust auf eine erneute Absage. Beim Festival ist das anders, weil die Elvis-Presley-Gesellschaft sehr gute Beziehungen zu den Musikern pflegt.« Die Gesellschaft, seit Jahren Mitveranstalter des Festivals, präsentiert in Bad Nauheim meist auch einen bekannten Weggefährten von Elvis. Dieser Programmpunkt entfällt diesmal. Nach Auskunft des Fachbereichsleiters leben die in Frage kommenden Personen alle in den USA und wollten aufgrund der unsicheren Corona-Lage nicht ausreisen.

Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, soll die »Zusammenballung« von Fans so weit wie möglich vermieden werden. Deshalb werden neben dem Hauptprogramm viele kleine Angebote in Fußgängerzone und Kurpark unterbreitet, die zur Entzerrung beitragen sollen.

Rathauspark statt Museumshof

Mörler betont die gute Zusammenarbeit der Nachbarstädte Bad Nauheim und Friedberg, die sich in der Vergangenheit teils als Konkurrenten in Sachen Elvis sahen. So werden die »Classic Cars« 2021 wieder von Bad Nauheim nach Friedberg und zurück fahren. Zudem verkehrt ein Shuttle-Bus für die Fans zwischen beiden Kommunen. Bei der Eröffnung des Elvis Weekends heute Abend in Friedberg wird Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß gemeinsam mit seinem Friedberger Kollegen Dirk Antkowiak anwesend sein.

Das Wochenende in der Kreisstadt wird vom Elvis-Presley-Verein (EPV) Bad Nauheim/Friedberg geplant. Auch, aber nicht nur wegen Corona wird der Rathauspark zum neuen Veranstaltungsgelände. »Von daher ist das Konzept völlig neu. Der Hof des Wetterau-Museums, wo das Weekend bislang stattfand, ist zu eng. Ausreichender Abstand kann dort nicht gehalten werden«, sagt EPV-Vorsitzender Günter Kiefer.

Der Park biete mehr Platz, ein Markt mit Sammler- und Fan-Ständen könne entstehen. Corona-Einschränkungen gibt es nicht. Einzige Ausnahme: Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, muss Maske getragen werden. Nach Ansicht Kiefers könnte der Park in Nach-Corona-Zeiten als Elvis-Weekend-Standort beibehalten werden.

»Es lag mir stets am Herzen, dass beide Städte bezüglich Elvis aufeinander zugehen. Das geschieht in diesem Jahr«, sagt der Vereinsvorsitzende. Deshalb sei auch entschieden worden, am Freitag auf ein Musikprogramm in Friedberg zu verzichten, damit die Fans Veranstaltungen in Bad Nauheim besuchen könnten. Dort steht morgen die Einweihung der Elvis-Bronzestatue im Fokus.

Elvis-Statue wird vorgestellt

Viele Elvis-Fans aus dem In- und Ausland, die an diesem Wochenende Bad Nauheim besuchen, sind gespannt auf die Elvis-Statue. Die lebensgroße Nachbildung des King of Rock ’n’ Roll wird am morgigen Freitag um 15 Uhr auf der frisch sanierten Fußgängerbrücke über die Usa zwischen Rosengarten und Stadtbücherei offiziell eingeweiht. Nachempfunden ist die Statue einem Foto, das vermutlich 1959 entstanden ist und Elvis in US-Armee-Uniform auf der Brücke zeigt. Ab 17 Uhr haben Festival-Besucher und andere Bürger die Möglichkeit, die Bronzestatue zu besichtigen und zu fotografieren. Allerdings dürfen nicht alle Fans gleichzeitig zum Bronze-Elvis strömen »Am Wochenende wird die Brücke eingezäunt. Zudem stehen dort Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, denn es soll kein Massenandrang entstehen«, erklärt Kultur-Fachbereichsleiter Jochen Mörler.

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