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Setzen sich für das geplante Hospiz in Bad Nauheim ein (v. l.): Katja Bohn-Schulz, Stefan Fuchs, Bastian Eul, Sybille Sänger (Palliativteam Wetterau) und Thorsten Fritz.

Auf dem letzten Weg zur Seite stehen

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Bad Nauheim (pm). Im Wetteraukreis gibt es kein stationäres Hospiz. Das möchte der Förderverein Hospiz Wetterau ändern. Bei zwei Informationsveranstaltungen warb er für mehr Akzeptanz des in Planung befindlichen Hospizes in Bad Nauheim. »Ziel der Palliativmedizin ist es, die bestmögliche Lebensqualität für Patienten und Angehörige zu gewährleisten«, eröffnete Dr.

Bastian Eul, Oberarzt und Leiter der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) am Gesundheitszentrum Wetterau (GZW), dieser Tage in der Bad Nauheimer Johanneskirche seinen Vortrag über Strukturen in der palliativen und hospizlichen Versorgung. Genau wie am Samstag zuvor machte er deutlich, wie wichtig eben jene Versorgung für Betroffene sei. »Oft geht es nicht nur um die Linderung von Schmerzen, sondern vor allem um emotionale Unterstützung.«

Als Beispiel nannte der Oberarzt den Fall einer 35-jährigen Mutter von zwei Kindern, die aufgrund eines Gehirntumors plötzlich erblindete. »Vier Jahre konnten wir der Familie durch unseren ambulanten Palliativdienst helfen. Unterstützten sie bei der Bewältigung des Alltags, sorgten dafür, dass die Frau mit ihren Symptomen weiterleben konnte. Doch im fünften Jahr sprach keine Therapie mehr an und es wurde allen bewusst, dass es zu Ende gehen würde«, schilderte Eul. Wer kümmert sich dann um die Kinder und wo soll die Frau ihren Lebensabend verbringen? Es sind solche Fragen, die die Bedeutung eines Hospizes und einer Palliativversorgung unterstreichen.

Richtfest Anfang 2025 feiern?

»Irgendwann kommt der Punkt, an dem Betroffene nicht mehr zu Hause versorgt werden können. Es kommt der Punkt, an dem sie in ein Hospiz müssen, um ihre letzten Tage unter professioneller Beobachtung in Würde verbringen zu können«, erklärte Eul. Ein Hospiz sei immer die letzte Lösung, der letzte Weg, wenn alles andere nicht mehr helfe. »Einen gesetzlichen Anspruch darauf hat, wie auch auf eine Palliativversorgung, jeder, der an einer nicht heilbaren Krankheit leidet.«

Katja Bohn-Schulz, Bad Nauheimer Stadträtin und Dezernentin Hospiz Wetterau, und Dr. Thorsten Fritz, Chefarzt für Schmerztherapie und Palliativmedizin im Diagnostikzentrum Butzbach unterstützen das Vorhaben des Fördervereins Hospiz Wetterau dahingehend, dass das geplante Hospiz in der Johanneskirche Wirklichkeit wird. Stefan Fuchs, Vorsitzender des Vereins, zeigte sich darüber sehr dankbar und gab einen kleinen Ausblick: »Wenn alles so läuft wie jetzt gerade, bin ich sicher, dass wir Anfang 2025 Richtfest feiern können.«

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