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Wer jetzt im Goldsteinpark spazieren geht, kann schon mal einen Blick hinter das Tor werfen und mit Stefan Zwätz (l.) und Ernst Marscheck in ein vogelkundliches Gespräch kommen.

Greifvogelfreunde im Einsatz

Neue Attraktion im Goldsteinpark Bad Nauheim für Freunde von Bussard, Adler und Eule

  • vonHanna von Prosch
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Auf dem künftigen Greifvogelgelände im Bad Nauheimer Goldsteinpark packen Stefan Zwätz und Ernst Marscheck ordentlich an, denn im Mai soll die Eröffnung sein - sofern die Pandemie es zulässt.

Bad Nauheim – Noch steht nur ein Kunst-Uhu auf dem Stock an der Hecke, wo sich bald die Nachthütten und der Freisitz für Bussarde, Adler und Eulen befinden werden. In fünf großen Volieren, wie man sie aus dem Zoo kennt, sollen dann im Bad Nauheimer Goldsteinpark bis zu 20 Vögel zu beobachten sein. Stefan Zwätz, Ernst Marscheck und Stefanie Friedemann von den Greifvogelfreunden Bad Nauheim bringen enorme Eigenleistung ein. 5000 Arbeitsstunden haben sie bisher gezählt. Das hat dem Verein - zusammen mit Sachspenden - schon einen sechsstellige Summe gespart.

Sie haben gerodet, das 2000 Quadratmeter große Gelände geebnet, Wege und Rasenflächen angelegt, Leitungen für Strom und Wasser verlegt, eine Hütte für den Verein und einen Kiosk gebaut. Neugierige Spaziergänger sind immer willkommen.

Bad Nauheim: Rosen für Bienen, Teich für Frösche

Ringsum ist das Gelände umgeben von einer 1,50 Meter hohen und zwei Meter breiten Benjes-Hecke, einer Naturhecke, in der Vögel brüten und Igel Unterschlupf finden können. Der Schwarzdorn für die Hecke überwucherte die ganze Fläche. »Das war eine Riesenarbeit, das stachelige Zeug zu roden und dann zur Hecke zu flechten«, berichtet Marscheck. Die vorhandenen Bäume blieben stehen. Im vergangenen Sommer pflanzten die Greifvogelfreunde 200 bienenfreundliche Wildrosen dazu. Jetzt legen sie gerade einen Teich für Vögel, Molche und Frösche an. Artenschutz liegt für die Greifvogelfreunde in der Natur ihres Hobbys.

Vogelwart Marscheck, der auch die Falknerprüfung absolviert hat, lebt seinen Traum seit er als Kind eine Schleiereule gefunden und aufgepäppelt hat. Vor zehn Jahren traf er auf Zwätz, der sich beim Männerbund der Schlaraffen dem symbolischen Uhu verschrieben hatte. Jetzt pflegen die beiden Ruheständler gemeinsam ihre Leidenschaft in Vollzeit. Bisher besitzen sie vier Vögel, die anderen werden Jungvögel aus deutscher Nachzucht sein. »Die Anlage und das Befinden der Vögel wird von den Ämtern ständig kontrolliert. Es ist alles sehr streng reglementiert. Damit Unfug treiben, geht nicht«, betont Zwätz.

Notwendig waren auch viele Behördengänge, die Gründung des gemeinnützigen Vereins, Genehmigungen der Naturschutzbehörden und des Denkmalschutzes. Der redete beim Bau des Tores mit, das der ehemalige Schlosser Marscheck in Eigenarbeit fertigte und das nun als Schmuckstück das Gelände zum Goldsteinparkplatz hin abschließt. »Über die Schwarzdornhecke wird sich keiner auf das Gelände wagen, und auch die schlagkräftigen Vögel flößen Respekt ein. Trotzdem haben wir eine Videoüberwachung mit direkter Übertragung installiert und werden auch abends unregelmäßig vor Ort sein«, teilen Zwätz und Marscheck mit.

Bad Nauheim: Randaliert und Müll hinterlassen

Schließlich wurden erst vor Kurzem die provisorischen Toilettenhäuschen am Parkplatz einfach umgeworfen, und nicht selten landet Abfall auf dem Gelände. Demnächst soll wieder eine feste Anlage mit Wickelraum und Behindertentoilette installiert sein. Um Ordnung und Sauberkeit wird sich der Verein in Abstimmung mit der Stadt kümmern. Der schon befahrbare Weg wir noch geglättet, und vom Parkplatz aus soll eine Treppe zum Eingang führen.

So rückt die Verwirklichung der Idee aus Zeiten der Landesgartenschau 2010 immer näher. Der Verein hat wetterabhängig und nicht zu festen Zeiten Trainingsflüge geplant, bei denen man zuschauen kann. Sonst sind die Vögel tagsüber in den Volieren zu sehen. Spannend wir es für die Kinder, denn der Verein möchte gerne mit Nachwuchsarbeit beginnen - aber erst, wenn alles fertig ist.

Infos im Internet

Auf der Internetseite www.greifvogelfreunde-bad-nauheim.de und auf der Facebook-Seite der Greifvogelfreunde Bad Nauheim kann man sich über den Baufortschritt auf dem Gelände informieren. Dort werden später auch Öffnungszeiten und die Trainingsflugzeiten bekannt gegeben. Schulklassen und Kita-Gruppen sind nach Terminvereinbarung willkommen. Auch wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert oder den Verein mit Spenden unterstützen möchte, kann sich dort informieren. Der Eintritt in den Greifvogelpark soll für alle frei sein. hms

FOTO: HANNA VON PROSCH

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