Bis zur Vorstellung der Machbarkeitsstudie durch (v. l.) Ersten Stadtrat Peter Krank, Bürgermeister Klaus Kreß und EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein hat es etwa 18 Monate gedauert. Zu lang, kritisiert die CDU. FOTO: NIC
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Bis zur Vorstellung der Machbarkeitsstudie durch (v. l.) Ersten Stadtrat Peter Krank, Bürgermeister Klaus Kreß und EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein hat es etwa 18 Monate gedauert. Zu lang, kritisiert die CDU. FOTO: NIC

CDU-Kritik

Arena-Studie für Bad Nauheim: Bearbeitung hat zu lange gedauert

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Die Machbarkeitsstudie für eine Multifunktionsarena in Bad Nauheim hätte nach Ansicht der CDU früher vorgestellt werden können. Mit ihrer Kritik steht die Union allerdings alleine da.

Im Februar 2019 hatte die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der CDU beschlossen, eine Machbarkeitsstudie zum Bau einer Multifunktionsarena in Bad Nauheim zu vergeben. Etwa eineinhalb Jahre hat es gedauert, ehe die Ergebnisse vorgestellt wurden. Danach soll das rund 35 Millionen teure Bauwerk, das Platz für 4500 Besucher bieten könnte, in der Talaue zwischen Sportpark und VW-Autohaus Marnet entstehen (die WZ berichtete). Warum hat das Gutachten so viel Zeit in Anspruch genommen? Diese Frage stellte die CDU in der jüngsten Parlamentssitzung. Mit ihrer Kritik stand die Union allerdings alleine da.

"Welche Gründe rechtfertigen eine solch lange Bearbeitungszeit?", hieß es in der CDU-Anfrage unter anderem. Laut Fraktionschef Manfred Jordis wurde die Studie im Februar vergangenen Jahres beschlossen. Dann hätten die Stadtverordneten anderthalb Jahre auf die Ergebnisse warten müssen. Es sei der Eindruck entstanden, die Vorstellung sei bewusst verzögert worden. Jordis: "Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Geld muss in das alte Stadion gesteckt werden."

Warnung vor Politik im "Hinterzimmer"

Jordis und sein Fraktionskollege Christian Trutwig bemängelten zudem mangelnde Transparenz. "Es darf nicht der Eindruck von Hinterzimmerpolitik entstehen", sagte der Fraktionschef. Trutwig erinnerte an ein Gutachten von 2017 zur Sanierung des alten Stadions, das unter der Decke gehalten worden sei. Auch die neue Glöckner-Studie habe die Politik nicht erhalten. "Es wäre schön, wenn wir diesen Prozess begleiten könnten", meinte Trutwig.

Bürgermeister Klaus Kreß wies auf die Komplexität des Bauvorhabens hin. EC und Stadt hätten gut vorbereitet in die Diskussion gehen wollen. "Präzision geht vor Schnelligkeit", betonte Kreß. Zwar liege die Machbarkeitsstudie von Glöckner bereits seit Februar 2020 vor, die Beteiligten hätten aber beschlossen, dieses Papier weiter mit Inhalt zu füllen und mit dem Friedberger Architekturbüro BLFP zu kooperieren. Mitte August sei man mit dem Resultat auf die Fraktionen zugegangen, in Kürze sollten die Gremien eine Vorentwurfsplanung in Auftrag geben.

Den Vorwurf fehlender Transparenz wies Erste Stadtrat Peter Krank zurück. Das Gutachten von 2017 sei wohl nicht präsentiert worden, weil darin eines eindeutig belegt worden sei: Eine Sanierung des Colonel-Knight-Stadions mache keinen Sinn. Trotz einer Sanierung hätte der EC einige Jahre später "dicht machen" müssen. Krank: "Jetzt liegt erstmals ein Papier vor, auf dessen Grundlage wir diskutieren können. Erst wenn die Vorentwurfsplanung vorhanden ist, können Fragen nach dem Investor und den Zuschussmöglichkeiten beantwortet werden."

Unterstützung erhielten Kreß und Krank von FDP und Freien Wählern. Laut Peter Heidt (FDP) war es der Wunsch des EC, erst dann in die Öffentlichkeit zu gehen, wenn die Vorbereitungen abgeschlossen seien. "Der Prozess läuft vorbildlich, das Projekt sollte nicht zerredet werden", mahnte der Freidemokrat. Auch FW/UWG-Fraktionschef Markus Theis signalisierte Unterstützung für den Bürgermeister und lobte dessen Vorgehensweise.

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