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Bei der Sanierung des Badehauses 5 muss insbesondere auf den Denkmalschutz und auf das korrekte Entfernen und Entsorgen von Schadstoffen geachtet werden.

Arbeiten am Badehaus 5 starten

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Bad Nauheim (pm). Wer durch den Sprudelhof geht, merkt es sofort: Es tut sich etwas in der einzigartigen Jugendstilanlage: Die Bauarbeiten im Badehaus 5 haben begonnen. Nach dem Umbau soll dort als Mieter der Stiftung Sprudelhof die Krankenpflegeakademie einziehen, eine gemeinschaftliche Einrichtung des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) und der Kerckhoff-Klinik.

Der für die Baumaßnahme zuständige Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) hat die ersten Firmen beauftragt, wie er selbst in einer Pressemitteilung informiert. Die Firmen seien gerade dabei, die Baustelle einzurichten. »Das Badehaus 5 und Teile des angrenzenden Außengeländes werden mit Beginn der Arbeiten nicht mehr zugänglich sein.«

Früher lagerte dort Heilwasser

Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms sagte als Vorsitzender des Kuratoriums: »Der Beginn der Bauarbeiten im Badehaus 5 bildet den ersten Meilenstein bei der Umsetzung des anspruchsvollen Sanierungskonzeptes. Endlich geht es los! Für alle Beteiligten ist der Start nicht nur ein überaus freudiger Moment, sondern auch das Signal, weiter fest an einem Strang zu ziehen, damit wir gemeinsam den Sprudelhof wieder zu einer Perle für Bad Nauheim und die Region machen. Denn genau das haben wir vor. Bei der Wiederbelebung des Jugendstilensembles stehen wir mit der Herrichtung des Badehauses am Anfang einer Reihe anspruchsvoller Bauaufgaben.«

Nun beginnen die Arbeiten am Badehaus 5: Zuerst wird der schadstoffbelastete und nicht denkmalgeschützte Behälterraum abgebrochen. »Früher wurde hier das Heilwasser gelagert, bevor es in den Badewannen des Sprudelhofes zur Anwendung kam. Eine Zeit lang wurden die Behälter auch für die Sole des Thermalbades verwendet. Das alles ist vorbei. Seit Schließung des Thermalbades haben die Behälter ihre Funktion verloren. Nach dem bevorstehenden Abbruch werden hier moderne Unterrichtsräume der Akademie entstehen«, blickt Frank Thielmann, Vorstand der Stiftung, voraus.

Radioaktiv belastete Ablagerungen

»Ich begrüße den Start der Arbeiten im Badehaus 5 sehr. Angesichts des bundesweiten Mangels an Pflegekräften hat die Theodora-Konitzky-Akademie ihre Ausbildungskapazitäten erheblich ausgeweitet und platzt an ihrem derzeitigen Standort quasi aus allen Nähten. Nach dem ersehnten Umzug ins Badehaus 5 wird sie noch weiter wachsen können«, erklärt GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann.

»Planer und Baufirmen stehen beim nun beginnenden Rückbau vor besonderen Herausforderungen: Die Arbeiten finden direkt neben den historischen Innenfassaden sowie erhaltenswerten Einbauten des Industriedenkmals statt. Das Abbruchmaterial ist mit unterschiedlichen Schadstoffen belastet, die eine besondere Behandlung erfordern«, erläutert Thomas Platte, Direktor des LBIH. Gefunden wurden im Gebäude sogenannte polyaromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, Asbest und auch radioaktiv belastete Ablagerungen aus Sole. Thomas Platte: »All das muss im Vorfeld umfassend beprobt, aufwendig ausgebaut und fachgerecht entsprechend der behördlichen Genehmigung entsorgt werden.«

Zeitgleich mit dem Rückbau des Behälterraums werden die Schadstoffe im Keller von Badehaus 5 beseitigt. Auch hier gilt es, vorsichtig und sorgsam vorzugehen, um einerseits das historische Gebäude nicht zu beschädigen und anderseits eine Belastung der Umwelt mit Schadstoffen zu vermeiden. Schließlich beginnt in diesen Tagen dann auch der Rückbau der in den 1960er Jahren vorgenommen Umbauten im Badehaus. Die Umkleidekabinen und Duschen werden wieder entfernt, um für die künftige Nutzung im Schulbetrieb Platz zu machen.

Stiftungsvorstand Frank Thielmann betont: »Alle geplanten Arbeiten im Bereich der wertvollen Bausubstanz erfolgen in enger Zusammenarbeit und steter Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Damit wird der besonderen Bedeutung des Kulturdenkmals Sprudelhof Rechnung getragen und die zukünftige denkmalgerechte Nutzung sichergestellt.«

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