Mit Musik und Texten lässt sich das Warten aushalten: So geht eine Vernissage in Corona-Zeiten.
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Mit Musik und Texten lässt sich das Warten aushalten: So geht eine Vernissage in Corona-Zeiten.

Antworten in unsicheren Zeiten

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Die Eröffnung der Ausstellung "Wir und Jetzt", eine Wetterauer Initiative um die Künstlerin Su Kyoung Yu, wurde am Wochenende zu einem gelungenen Event. Etwa 100 Besucher hatten sich im Innenhof der Trinkkuranlage versammelt - eine Vernissage in Innenräumen zu Coronazeiten: undenkbar. Da nur jeweils zehn Besucher in der Galerie sein dürfen, hatte man sich mit dem Verein JUKA zusammengetan, die mit dem "Smart groove project", dem Nauheimer Saxofonisten Ron Faust und Shanaka Perrera am Keyboard, die Warteschlange in ein lockeres Spätsommerfest verwandelten. Da standen die Besucher im gebotenen Abstand, viele mit Masken, und es wurde geplaudert und sogar getanzt. Zuvor hatten zwei der sieben Künstler, die Friedbergerin Elisabeth Müller (Texte und Gedichte zum Menschsein) und "ulimy" (Lego-Installation "flat moon") dem Publikum in einem Eröffnungsdialog erklärt, dass die neue Zeit vor allem von einem Gefühl geprägt sei: Ungewissheit. Und wie wichtig es gerade jetzt sei, diesen zahlreichen Fragezeichen vielfältige künstlerische Antworten folgen zu lassen.

Sieben Kreative machen mit

Zu sehen sind Plastiken des Büdingers Axel Gallun, die animieren "mit der Korona unseres Zentralgestirns ins unendliche Universum der Kunst einzutauchen".

Die Friedbergerin Beate Jakob zeigt Zeichnungen, deren Millionen zartester Striche das Zusammenspiel kleinster Punkte, Linien, Atome, Individuen vor Augen führt. Die Butzbacher Texterin Dagmar Reichardt greift die neuen Worte und Gefühle der Corona-Zeit auf und gießt sie in kunstvolle Haikus.

Der Schottener Marcel Pfeffer widmet sich mit Ölbildern von Personen dem Thema Ungewissheit/Nichtwissen. Die Initiatorin und Organisatorin Su Kyoung Yu selbst ist mit Malerei und zwei Installationen vertreten. Eine von diesen ist untertitelt: "Meine Oma sagte, nach der Yin-Yang-Lehre werden diesen schlechten Zeiten auch zwingend wieder gute folgen." Und so hinterlässt die Ausstellung und ihre Eröffnung in ihrer bunten Vielfalt ein Gespür für Hoffnung: Es geht doch!

Die Ausstellung in der Bad Nauheimer Trinkkuranlage ist noch bis zum 13. September täglich geöffnet, an den Wochenenden von 11 bis 18 Uhr, montags bis freitags von 13 bis 18.30 Uhr. Nach Vereinbarung mit kontakt@su-kyoung-yu.de ist auch der Besuch von Schulklassen möglich.

Am Samstag, 12. September, findet um 19 Uhr außerdem eine Lesung "Die Welt ist blau" mit der Verlegerin Britta Jürgs statt.

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