Referent Alex Feuerherdt beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Antisemitismus. FOTO: PM
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Referent Alex Feuerherdt beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Antisemitismus. FOTO: PM

Ein Antisemitismus-Problem

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Bad Nauheim(pm). Es braucht Energie und Recherche, um zu verstehen, wie Antisemitismus funktioniert. Das hat Referent Alex Feuerherdt kürzlich im Seminarraum des Sprudelhofs deutlich gemacht. Die knapp zwanzig Besucher, die der Einladung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau (GcjZ) gefolgt waren, hörten aufmerksam zu, als es um "Die unheimliche Popularität der ›Israelkritik‹" ging. Auf den ersten Blick ist eine Bemerkung oder eine Nachricht in den Medien vielleicht unauffällig - auf den zweiten zeigt sich, welche Vorurteile dahinterstecken. Meldungen zu einem als aggressiv gewerteten militärischen Angriff der Armee Israels sind zum Beispiel dann "israel-feindlich", wenn etwa die Ursachen dafür - wie ein Raketenangriff von Palästinensern aus dem Gaza-Streifen - nicht klar benannt werden. Karikaturen sind antisemitisch, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen werden und das falsche Klischee eines angeblichen "jüdischen Aussehens" bedienen.

In zwei Stunden Vortrag und Diskussion machte Feuerherdt die perfide Wirkung solcher antisemitischen Vorurteile sichtbar. Warum gibt es Israel-Kritik, aber keine Belgien-Kritik? Warum geht man Gruppierungen wie dem BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) auf den Leim, die einen undifferenzierten Boykott Israels propagieren?

Antisemitismus ist nicht nur anderswo, sondern auch in Friedberg präsent. Bei den Protesten gegen den Namen der Mohren-Apotheke in den vergangenen Wochen wurde unter anderem die Fahne einer Gruppe geschwenkt, die die Auslöschung Israels fordert. "Israelkritik mündet so in eine Vernichtungsfantasie", sagt Dr. Dr. Peter Noss, evangelischer Vorsitzender der GcjZ-Wetterau. "Das ist unerträglich."

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