Abendliche Wohlfühl-Atmosphäre im Bad Nauheimer Sprudelhof: In diesem Jahr werden die Freunde des Weinfests darauf verzichten müssen.
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Abendliche Wohlfühl-Atmosphäre im Bad Nauheimer Sprudelhof: In diesem Jahr werden die Freunde des Weinfests darauf verzichten müssen.

Corona-Krise

Ansteckungsrisiko zu hoch: Weinfest in Bad Nauheim abgesagt

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Der Beschluss kommt nicht unerwartet: Das CDU-Weinfest in Bad Nauheim, das stets zigtausende Besucher anlockt, steigt 2020 nicht. Abstandsregeln können im Sprudelhof nicht eingehalten werden.

Im Freien ist das Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. Trotz dieser Tatsache und sinkender Fallzahlen hat die CDU das diesjährige Weinfest abgesagt, das am 4. und 5. September im Bad Nauheimer Sprudelhof steigen sollte. »Das Risiko ist einfach zu groß, wir können die Verantwortung nicht übernehmen«, sagt Joachim Heitz von der CDU-Weinfestkommission. Auch eine Verschiebung in den Herbst sei nicht möglich.

Die Planer des größten Volksfests in Bad Nauheim hatten 2020 von Beginn an mit enormen Unsicherheiten zu kämpfen. Weil im Sprudelhof größere Sanierungsarbeiten anstehen und die Bohrung eines neuen Brunnens nach wie vor nicht ausgeschlossen ist, war zunächst nicht klar, ob das größte Jugendstil-Ensemble Europas diesmal überhaupt zur Verfügung stehen würde. Ein Ausweichen in die Trinkkuranlage war von der Stadt aus Sicherheitsgründen abgelehnt worden.

Weinfest Bad Nauheim: Standbetreiber warten auf Beschluss

Laut Joachim Heitz hätte die Kommission das Platzproblem lösen können. »Wir hätten nur etwas zehn Prozent der gewohnten Fläche im Sprudelhof verloren. Richtung Kurpark wäre etwas weggefallen, dafür hätten wir uns Richtung Bahnhof mehr ausbreiten können«, erläutert der Planer. Vermutlich hätten gut 40 Stände aufgebaut werden können, 5 weniger als gewohnt. Nach Angaben von Heitz wären 5000 bis 7000 Besucher pro Tag möglich gewesen.

Doch diese Überlegungen sind Schnee von gestern. Bereits im März hatte die CDU an eine Absage gedacht, die Entscheidung aber bis Mai vertagt. »Jetzt musste der Beschluss gefasst werden, denn die Standbetreiber wollen Bescheid wissen«, sagt Heitz.

Auch mit einer verminderten Gästezahl hätten die Veranstalter die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln nicht garantieren können. Zumal bei einem solchen Fest einiges an Alkohol konsumiert wird. »Stellen Sie sich die Meldungen vor, wenn sich Weinfest-Besucher infiziert hätten und in der Kerckhoff-Klinik behandelt worden wären.« Zur Absage habe es keine Alternative gegeben, auch wenn es der CDU vor allem für die ohnehin gebeutelten Standbetreiber leid tue. Jetzt hoffen die Veranstalter auf eine Neuauflage des Weinfests 2021.

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