Robert Voswinckel  Chefarzt für Innere Medizin
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Robert Voswinckel Chefarzt für Innere Medizin

Aus Angst zu spät ins Krankenhaus?

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Bad Nauheim (pm). Die Zahl der Patienten, die mit leichten Schlaganfällen, Herzinfarkten oder anderen akuten Erkrankungen in den Krankenhäusern des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) behandelt werden, ist nach Klinikangaben weit hinter den Durchschnitt zurückgefallen ist. Viele kommen offenbar aus Angst vor Ansteckung zu spät oder gar nicht ins Krankenhaus.

»Ein verhängnisvoller Fehler, denn ebenso wie beim leichten Herzinfarkt ist es beim leichten Schlaganfall essenziell, die Patienten möglichst frühzeitig zu behandeln, um weitere Anfälle, Folgeschäden oder Tod zu vermeiden«, betont Prof. Robert Voswinckel, Chefarzt für Innere Medizin im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim und Bürgerhospital Friedberg. Das Phänomen, das bundesweit beobachtet werde, führe bereits zu offiziellen Warnungen medizinischer Fachgesellschaften. So zeige sich etwa die Deutsche Schlaganfallgesellschaft alarmiert über die rapide gesunkene Zahl von Patienten mit leichten Schlaganfallsymptomen.

An eigene Gesundheit denken

Ähnliches gelte für Krebspatienten. Diese würden offiziell zur Risikogruppe gezählt und ihnen werde geraten, möglichst zu Hause zu bleiben. »Wenn diese Patienten daraus dann aber den Schluss ziehen, geplante Therapie- oder Nachsorgetermine abzusagen, kann das fatal sein und ihr Leben gefährden«, erläutert Prof. Voswinckel in einer Mitteilung.

Als Gründe für die allgemeine Distanz zum Krankenhaus gelten laut ihm sowohl die Angst vor Ansteckung als auch das Bestreben, Corona-Infizierten keine Betten »wegzunehmen«. »So menschlich beeindruckend diese Rücksichtnahme auch ist, sie sollte nicht zulasten der eigenen Gesundheit gehen«, mahnt der Mediziner.

Streng von Corona-Patienten getrennt

Beide Begründungen gingen zudem an der Wirklichkeit vorbei: In den drei GZW-Akutkrankenhäusern in Bad Nauheim, Friedberg und Schotten werde, basierend auf den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, eine strenge räumliche Trennung zwischen Corona-Verdachtsfällen und anderen Patienten vorgenommen - sowohl in den zentralen Notaufnahmen als auch später in der stationären Versorgung.

Voswinckel: »Es gibt also keinen Grund, trotz akut auftretender Symptome nicht das Krankenhaus aufzusuchen oder als schwer chronisch Kranker wichtige Therapietermine abzusagen. Gefährden Sie nicht Ihre Gesundheit, kommen Sie zu uns.«

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