"Ade Bad Nauheim" - Für Kerstin Schneekloth geht nach sieben Jahren in der Kurstadt eine erfahrungsreiche und schöne Zeit zu Ende.
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»Ade Bad Nauheim« - Für Kerstin Schneekloth geht nach sieben Jahren in der Kurstadt eine erfahrungsreiche und schöne Zeit zu Ende.

Stadtmarketing-Chefin

Abschied von Bad Nauheim: Kerstin Schneekloth verlässt Kurstadt

  • VonHanna von Prosch
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Für Kerstin Schneekloth endet zum 30. September ihr Engagement als Geschäftsführerin des Bad Nauheimer Stadtmarketings. Sie geht ins Allgäu. Mit der Kurstadt verbinden sie viele schöne Erlebnisse.

Bad Nauheim – Zum 30. September verabschiedet sich die Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, Kerstin Schneekloth, ins Ostallgäu. Seit 2014 ist sie in Bad Nauheim gewesen. Seit gut einem Jahr, nach dem Weggang von Katja Heiderich, fungierte sie als Geschäftsführerin. Zwischen letzten Terminen und privatem Aufbruch erzählt sie von ihrer Bad Nauheimer Zeit.

Strahlend, engagiert, von ihrer Aufgabe begeistert und natürlich von der Stadt, für die sie sieben Jahre arbeiten durfte, sitzt sie am inzwischen weitgehend geleerten Schreibtisch in den Kolonnaden. Bis zuletzt hat sie sich um das traditionelle Kneipp-Seminar gekümmert, das in diesem Jahr erstmals mit den Kollegen aus ganz Deutschland stattfindet. »Das Treffen hat einen hohen Stellenwert, und ich wäre gerne noch einmal dabei gewesen. Es ist immer schön, wenn man sieht, dass sich etwas bewegt«, sagt Schneekloth, Und Bewegung hat sie sogar im letzten, dem ungewöhnlichen Corona-Jahr erlebt.

Die studierte Fremdenverkehrsgeografin kam aus ihrer Heimatstadt Trier nach Bad Nauheim. Dort waren es Römer, Wein und ein überregionaler Wanderweg, die vermarktet werden mussten. Hier sei es die Themenvielfalt von Rosen über Elvis bis zum Jugendstil gewesen, die sie gelockt habe, sagt die scheidende Stadtmarketing-Chefin. Immer sei es spannend gewesen, immer habe es neue Herausforderungen gegeben. An Bad Nauheim schätzte sie besonders die großartige Zusammenarbeit mit den Partnern wie Hotels und »Erlebnis Bad Nauheim«, mit dem Team und den Fachbereichen im Rathaus sowie dem Kur- und Servicebetrieb. »Als ich gefragt wurde, ob ich die Geschäftsführung übernehmen wolle, war es für mich klar, dass ich nicht ablehnen konnte«, gesteht sie. »Wir hatten zusammen schon so viel erarbeitet. Ich kannte die fünf Mitarbeiterinnen in der Verwaltung und die vier in der Tourist Info, und ich wusste, was zu tun war. Aber dann kam es ja ganz anders.«

Ihr Wunsch für die Bad Nauheimer Trinkkuranlage

Statt Festivals anzukündigen und Broschüren zu entwerfen, organisierte Schneekloth Homeoffice und kaum planbare Personaleinsätze je nach Corona-Verordnung. »Wir waren die ganze Zeit präsent, auch wenn man uns nach außen nicht so wahrgenommen hat. Dabei war alles schwieriger und aufwendiger: Die Abstimmungen waren komplizierter, denn kurze Wege durch offene Bürotüren gab es nicht mehr. Wir wussten nicht, was und wann wir mit der Öffentlichkeit kommunizieren konnten. Die Gespräche mit den Müttern unter den Mitarbeiterinnen waren andere, weil die Situation zu Hause oft belastend war. Mit Hoteliers haben wir am Telefon oder auf der Straße Kontakt gehalten«, schildert Schneekloth die Situation. So denkt die agile Marketingfrau noch mit großer Freude an den Neustart zurück: »Die Tourist Info öffnen und wieder Führungen anbieten.«

Auch wenn sie jetzt ins Allgäu geht, wo für sie der Wintertourismus wieder etwas Neues ist, bleiben Highlights haften: »Die Jubiläumsveranstaltungen wie 150 Jahre Heilbad habe ich unheimlich gerne gemacht. Auch die Elvis-Ampel war etwas Spannendes für mich. Aber man nimmt ja immer etwas mit, und das Netzwerk geht nie verloren.«

Für Bad Nauheim wünscht sich Schneekloth, dass die Trinkkuranlage weiterentwickelt wird. Hier sei Potenzial vorhanden, allein wenn man die Vielfalt der Angebote im Rundumblick von der Galerie bis zum Trinkbrunnen bedenke. Das schöne Ambiente der Anlage habe eine hohe Aufenthaltsqualität.

Froh, dass Therme für Bad Nauheim auf dem Weg ist

In der Schublade seien Pläne für Tourismus-Informationen in Leichter Sprache, die ausgearbeitet und umgesetzt werden sollten. Und natürlich die Therme: »Ich bin froh, dass sie auf dem Weg ist. Das bringt Bad Nauheim noch einmal eine ganz andere Zielgruppe von Touristen. Wellnesstouristen wollen Hotel- und Thermeanbindung und die Nähe zu einer attraktiven Innenstadt mit Kulturangeboten. Wenn die Therme fertig ist, komme ich ganz bestimmt zu Besuch«, verspricht sie. Dass es mit ihrer Marketingabteilung in der Übergangszeit reibungslos weitergehen wird, davon ist sie überzeugt: »Jede weiß, was sie zu tun hat. Da habe ich großes Vertrauen.«

Schneider und Wielicki übernehmen vorübergehend in Bad Nauheim

»Wir hatten damit gerechnet, dass Frau Schneekloth einmal von Bad Nauheim weggehen würde, aber nicht damit, dass es so schnell sein würde«, sagt Bürgermeister Klaus Kreß zum Wechsel der Stadtmarketingchefin. »Ich kann ihren Schritt durchaus nachvollziehen. Aber mit dem Allgäu können wir nicht konkurrieren.« Die Stadt hat sich aber bereits Gedanken über die Nachfolge gemacht. Bereits 2020, als Katja Heiderich ging, war die Stelle crossmedial ausgeschrieben. Das Verfahren wurde jedoch pandemiebedingt auf Eis gelegt. »Wir haben es jetzt im kleineren Stil neu eröffnet, denn von den damals 100 Bewerbungen sind noch einige hochqualifizierte Kandidaten an der Position interessiert«, erklärt Kreß. Die Bewerbungsfrist läuft bis 17. Oktober. Dann sichtet ein Vierergremium des Aufsichtsrats die Bewerbungen. Am 6. November stellen sich die in Frage kommenden Bewerberinnen und Bewerber einem Assessment Center. Die zwei bis drei Favoriten werden sich am 24. November dem Aufsichtsrat präsentieren. »Wir möchten die Besten haben und nicht nur diejenigen, die am schnellsten anfangen können. Da müssen Kündigungsfristen bedacht werden. Das kann durchaus bis April dauern«, ist sich Kreß bewusst.

Da die Gesellschaft nicht länger als zwei Wochen ohne Geschäftsführer arbeiten darf, hat der Aufsichtsrat mit Steffen Schneider, dem Chef des Kur- und Servicebetriebs, einen Interimsgeschäftsführer bestimmt. Zusammen mit Fachbereichsleiter Matthias Wielicki wird er die Geschäfte bis zur Wiederbesetzung leiten. Das operative Geschäft bleibt in den Händen der Mitarbeiterinnen des Stadtmarketings. Kreß: »Kerstin Schneekloth hat die Abteilung gut aufgestellt, alle Kontakte sind vorhanden. Es geht im Moment hauptsächlich darum, Bad Nauheim für den Binnentourismus wiederzubeleben. Da bin ich optimistisch.«

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