Eine Förderung der Bad Nauheimer Bürgerstiftung macht es möglich, dass die Erstklässler der Waldorfschule ein Freiluftklassenzimmer errichten können.
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Eine Förderung der Bad Nauheimer Bürgerstiftung macht es möglich, dass die Erstklässler der Waldorfschule ein Freiluftklassenzimmer errichten können.

Mit allen Sinnen lernen

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Die Erstklässler der Waldorfschule beginnen ihre Schulzeit mit der Gestaltung eines Freiluftklassenzimmers, das mithilfe der Projektförderung der Bad Nauheimer Bürgerstiftung entsteht.

Eigentlich ist es nicht nur ein Freiluftklassenzimmer, sondern ein ganzes Areal, das die Erstklässler mit ihren Lehrern seit Beginn des Schuljahrs gestalten. Auf dem weitläufigen Gelände der Waldorfschule, zwischen Feldrand, Schulgarten und Kindergarten-Naturgruppe, entsteht momentan mit Mitteln der Bad Nauheimer Bürgerstiftung ein einzigartiger Lernort.

Mit der Natur in Verbindung

Das pädagogische Konzept haben die beiden Lehrkräfte der neuen ersten Klassen - Matthias Burka und Miriam Huhnstock - entwickelt. "Wir möchten mit den Kindern einen Außenraum gestalten, in dem sie sich mit der Welt und der Natur verbinden und wir sie bewegungs- und handlungsorientiert unterrichten können", erläutern die Pädagogen ihre Idee.

Jeden Tag beginnt der Unterricht draußen an einem festen Ort, und die Kinder sollen so ihr eigenes Eingebundensein in unterschiedliche Naturphänomene erleben. Dort haben sie auch die Zeit und die Möglichkeit, ihren Lernraum aktiv mitzugestalten - unter Anleitung der Lehrkräfte. Momentan entsteht ein Unterstand, in dem Schulranzen und andere Materialien trocken und geschützt gelagert werden können.

"Mit dieser Erweiterung des herkömmlichen Unterrichtskonzepts geht es uns darum, dass Kinder täglich, zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter, an der frischen Luft sind und der Natur begegnen können", teilt die Schule mit. "Diese Begegnung gehört bei vielen Kindern heute nicht mehr zum Familienalltag."

Buchstaben aus Stöcken

Neben der Vertiefung von Unterrichtsinhalten soll es vor allem um das Naturerlebnis, die Freude an der Natur, das spielende, soziale Lernen und die Bewegung sowie die Förderung einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder durch einen lebendigen, sinnlichen Unterricht gehen. "Diese Erfahrungen führen zur Ausbildung eines Umweltbewusstseins und zu verantwortungsvollem Umgang mit der Natur", heißt es in der Pressemitteilung der Schuleweiter.

Die Unterrichtseinheiten im Außenklassenzimmer werden handlungsorientiert gestaltet, so können die Kinder zum Beispiel mit Naturmaterialien rechnen oder mit geraden und gebogenen Stöcken die Buchstaben kennenlernen. Zudem wird der Umgang mit Werkzeugen und Materialien geübt. So können die Kinder mithilfe, aber auch selbstständig, ihren Lernraum gestalten und verändern.

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