In der Dankeskirche gestalteten Andrea Eiserloh, Ulrike Hirt, Birgit Kalina, Roswitha Lissy, Eva-Maria Schindler, Sabine Tanbourini-Schwafenberg und Barbara Weide mit Pfarrerin Susanne Pieper den Lucia-Gottesdienst.
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In der Dankeskirche gestalteten Andrea Eiserloh, Ulrike Hirt, Birgit Kalina, Roswitha Lissy, Eva-Maria Schindler, Sabine Tanbourini-Schwafenberg und Barbara Weide mit Pfarrerin Susanne Pieper den Lucia-Gottesdienst.

Krebserkrankung

Aktion »Lucia« in Bad Nauheim: Gottesdienst für Frauen mit Brustkrebs

  • VonHanna von Prosch
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Mit der »Aktion Lucia - Licht gegen Brustkrebs« haben evangelische Frauen und die Frauenselbsthilfe nach Krebs aus Bad Nauheim an Schicksale, Hilfen und Versorgungslücken erinnert.

Bad Nauheim – In die mit Kerzen geschmückte Dankeskirche waren rund 40 Betroffene, Angehörige und Interessierte gekommen. 51 Kerzen, zum weiblichen Symbol angeordnet, brannten im Altarraum. Sie erinnerten an 51 Frauen, die 2019 täglich in Deutschland an Brustkrebs starben. Das Statistische Bundesamt erhebt alle zwei Jahre die Daten, wonach zwar ein stetiger Anstieg der Neuerkrankungen durch immer mehr älter werdende Frauen festgestellt wird, andererseits aber die Fünf-Jahre-Überlebensrate steigt und weit über 80 Prozent liegt.

Gottesdienst für Frauen mit Brustkrebs in Bad Nauheim: Von Farben berühren lassen

Farbige Tücher stellten das diesjährige Motto dar: Von Farben berühren lassen. Auch von Worten und den Mut machenden Liedern des sechsköpfigen Chores »Ralf Schäfer und Freunde« aus Echzell wurden die Betroffenen berührt. In Situationen, in denen die Diagnose gestellt, auf sie gewartet oder die Krankheit in Behandlung ist, sind solche Impulse besonders wertvoll.

Nach einer klinischen Behandlung zurück ins Leben zu finden, das Selbstwertgefühl und den Körper zu stärken, Ängste zu überwinden und praktischen Rat zu geben - dafür setzt sich die Selbsthilfegruppe Krebs ein. Füreinander einstehen, auf die innere Stimme hören, Kräfte sammeln, das sei wichtig, sagte Pfarrerin Susanne Pieper. Die Aktion geht namentlich auf die Heilige Lucia zurück, die einen Lichterkranz auf dem Kopf getragen haben soll, um die Hände frei zu haben zum Verteilen von Lebensmitteln an Arme. So durchzog das Licht in Liedern und Texten den Gottesdienst wie ein Strahl im Dunkel.

Gottesdienst für Frauen mit Brustkrebs in Bad Nauheim: Jede achte Frau kann es treffen

Die acht Mitwirkenden machten in ihren Beiträgen deutlich, dass jede achte Frau damit rechnen muss, an Brustkrebs zu erkranken. 2020 waren es hochgerechnet in Deutschland 76 000. Sie erinnerten daran, wie wichtig Vorsorge ist, denn durch Mammografiescreening und aufmerksames Beobachten des Körpers könne ein Krebs im Frühstadium erkannt und effektiver behandelt werden. Aber es gebe noch immer Lücken im Versorgungssystem. So sei Screening auch nach dem 70. Lebensjahr notwendig, obwohl es nicht mehr angeboten wird.

Eine Frau berichtete, wie sie durch Bewegung in der Natur nicht nur Lebensqualität gewann, sondern auch die Nebenwirkungen der Chemotherapie reduzieren konnte. In der Selbsthilfegruppe, erzählt eine Teilnehmerin, habe sie durch Malen wieder die psychische Kontrolle über ihr Leben gewonnen. Sie sprach von heilsamen Bildern und dem Gemeinschaftserlebnis in der geschützten Gruppe.

Gottesdienst für Frauen mit Brustkrebs in Bad Nauheim: Auch Männer erkranken an Brustkrebs

Dann griffen die Mitwirkenden die Farbsymbolik anhand eines Bibeltextes auf, in dem Weiß als Licht der Erleuchtung bezeichnet wurde. Die Farben der Natur bildeten den Regenbogen als Verbindung zu Gott. Kraft und Heiterkeit, Energie, Gelassenheit und Sicherheit, Ausdauer und seelisches Gleichgewicht seien in ihm vereint. Dank und Fürbitten sowie das Gedenken an die Gestorbenen beendeten die Feier. Danach gab es Gelegenheit zum Gespräch.

Auch wenn man im Allgemeinen bei der Diagnose Brustkrebs nur an Frauen denkt: Ein Prozent der Erkrankten sind Männer. In diesem Gottesdienst fanden sie keine Erwähnung.

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