Aktion erfreulich angelaufen

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Bad Nauheim (pm). Seit knapp einer Woche ist die »Einkaufshilfe Bad Nauheim« aktiv, und seit der Verhängung des Kontaktverbots und der Ausgangsbeschränkungen am Montag steigt die Zahl der Hilfesuchenden stetig an. Hoch erfreut sind die Initiatoren des Koordinationskreises aber auch über die große Zahl der freiwilligen Helfer.

Der Koordinationskreis besteht aus der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde Bad Nauheim, der evangelischen Kirchengemeinde Steinfurth, der Stadt Bad Nauheim mit ihrem Familienbüro, der Steinfurther Nachbarschaftshilfe »Menschen in der Nähe«, dem Verein Interkulturelle Kompetenz und Integration (IKI) sowie mehreren Privatpersonen. »Inzwischen führen wir einschließlich der Teammitglieder des Familienbüros mehr als 50 Freiwillige auf unserer Liste«, erläutert Hedwig Rohde für den Koordinationskreis.

In den sechs Tagen seit dem Start der Aktion am 19. März wurden bereits 25 Einkäufe erledigt . Die Liste der Hilfesuchenden umfasst inzwischen knapp 30 Namen.

Einkäufer legen das Geld vor

»Einige hatten keinen akuten Bedarf, sondern haben sich schon mal vormerken lassen für nächste Woche, wenn ihre Vorräte aufgebraucht sind. Immer wieder rufen auch Angehörige an, die weiter entfernt wohnen und sich zunächst nach den Abläufen erkundigen wollen«, schildert Rohde.

Ein wenig traurig stimmt die Organisatoren die offensichtlich große Angst der älteren Menschen und ihrer Angehörigen vor Betrügern. »Es ist schon ein wenig erschütternd, wenn ein Sohn aus Norddeutschland anruft, um vorzufühlen, wie seriös die in der Zeitung beworbene ›Einkaufshilfe‹ ist«, urteilt Bürgermeister Klaus Kreß. Leider seien die Befürchtungen begründet, denn erste Fälle von Betrügern, die sich mit dem Einkaufsgeld aus dem Staub machten, seien bereits bekannt.

»Insofern ist es eine gute Entscheidung des Koordinationskreises gewesen, die Einkäuferinnen und Einkäufer in Vorlage treten zu lassen. Auch dass das Wechselgeld auf runde Summen samt Kassenbon in die Einkaufstüte gelegt wird und an der Wohnungstür möglichst rasch Einkauf gegen Schein getauscht werden kann, um den Kontakt so gering wie möglich zu halten, war eine gute Lösung«, ergänzt Erster Stadtrat und Sozialdezernent Peter Krank. Er und Kreß rufen ältere und kranke Menschen dazu auf, von dem Angebot noch stärker Gebrauch zu machen: »Wir wollen, dass Sie gesund bleiben! Nehmen Sie deshalb unsere Hilfe an und bleiben Sie selbst zu Hause!«, appellieren sie an die Bevölkerung.

Gesprächspartner stehen bereit

In der Krise zeigen sich die Helferinnen und Helfer kreativ. So gibt es Freiwillige, die speziell etwas gegen die in der Isolation drohende Vereinsamung tun möchten: Sie stehen als Gesprächspartner am Telefon bereit. Andere würden mit dem Hund Gassi gehen, wenn jemand dazu gerade nicht in der Lage ist.

Alle Angebote der »Einkaufshilfe Bad Nauheim« wenden sich an ältere oder kranke Menschen, aber auch an diejenigen, die vorübergehend in Quarantäne leben. Unter Tel. 01 71/9 16 17 24 oder per E-Mail an hedwig.rohde@t-online.de kann sich jeder melden, der Hilfe braucht.

Melden können sich außerdem weitere Mitstreiter. Potenzielle Helferinnen und Helfer sollten in den vergangenen zwei Wochen nicht in einem Risikogebiet gewesen und auch nicht mit einem in Quarantäne befindlichen Menschen in Kontakt gekommen sein.

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