Wer an einer Veranstaltung unter der 2-G-Regel teilnimmt, muss genesen oder doppelt geimpft sein. Das gilt nicht nur für Besucher.
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Wer an einer Veranstaltung unter der 2-G-Regel teilnimmt, muss genesen oder doppelt geimpft sein. Das gilt nicht nur für Besucher.

Lücken im Kalender

2G als Corona-Regel in Bad Nauheim: Erste Veranstaltungen fallen aus

  • Christoph Agel
    VonChristoph Agel
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Bei städtischen Kulturveranstaltungen in Bad Nauheim gilt 2G. Neben den Besuchern müssen auch alle anderen die Regel erfüllen. Weil das nicht immer der Fall ist, gibt es Lücken im Kalender.

Bad Nauheim – Auch das städtische Personal, das bei Veranstaltungen eingesetzt wird, oder Vereinsmitglieder hinter der Theke müssen den 2G-Nachweis erbringen. Das gilt auch für die Akteure auf der Bühne. Wir hoffen, dass es nicht nötig sein wird, deswegen Veranstaltungen abzusagen.« So hat sich Matthias Wieliki, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Bad Nauheim, kürzlich in einem WZ-Interview geäußert. Er antwortete damit auf die Frage, ob die 2G-Regel auch für Mitwirkende gelte.

Corona-Regel 2G: Ticketpreise werden in Bad Nauheim zurückerstattet

Hintergrund: Seit dem 25. Oktober finden städtische Kulturveranstaltungen in Bad Nauheim ausschließlich unter Beachtung der 2G-Regel statt. Das heißt: Nur Menschen, die nachweislich von Covid-19 genesen oder doppelt gegen Corona geimpft sind, dürfen die Veranstaltung besuchen. Es bedeutet auch, dass die Künstler und weitere externe Mitwirkende dies ebenfalls nachweisen müssen. Das 2G-Konzept funktioniere nur, wenn die Besucher, die ja selbst den Nachweis erbringen, sich darauf verlassen können, dass auch von anderen Personen vor Ort keine Gefahr ausgeht, sagte Wieliki am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung. Heißt im Umkehrschluss: Geht diese Rechnung nicht mehr auf, dann muss eine 2G-Veranstaltung ausfallen. Und genau das wird in den nächsten Wochen das eine oder andere Mal passieren. Bereits am Freitag fiel ein Vortrag in der Philosophischen Reihe aus, Gleiches gilt für zwei Kindertheater-Aufführungen am 3. November (10.30 und 15.30 Uhr) und die »Geierwally«-Termine am 3. und am 4. November jeweils um 20.30 Uhr. Wie Wieliki mitteilte, werden die Ticketpreise an den Vorverkaufstellen zurückerstattet.

Der Fachbereichsleiter macht auch deutlich, dass die Stadt als Veranstalter laut Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen dazu verpflichtet sei, die Externen, also Künstler und andere, danach zu fragen, ob sie die 2G-Regel erfüllen. Sollte dann jemand die Auskunft verweigern, könnte die Stadt entscheiden, auf die Veranstaltung zu verzichten. Die Stadt lege besagte Verordnung auch so aus, dass sie städtische Mitarbeiter frage, sagte Wieliki.

Corona-Maßnahmen bei Veranstaltungen: Bad Nauheim will an 2G weiter festhalten

Bei den genannten Veranstaltungen, die nun ausfallen, sei der Kartenvorverkauf sehr gering gewesen - übrigens vor und nach der Entscheidung für das 2G-Konzept. »Von daher ist die Tragweite der Absage der Veranstaltung für die Stadt als Veranstalter überschaubar«, sagte der Fachbereichsleiter, wobei ihm auch klar sei, dass es für den Einzelnen ärgerlich sei.

Jetzt könnte die Stadt natürlich einen Rückzieher machen und bei eigenen Kulturveranstaltungen doch 3G anwenden - oder bei denen, die andernfalls ausfallen würden. Beidem erteilte Wieliki aber eine Absage. Grundsätzlich liegt auf der Hand, dass die 2G-Regel den Vorteil hat, dass mehr Besucher zugelassen sind und ohne Masken und Abstand eine andere, eine Vor-Pandemie-Atmosphäre entsteht. Eine höhere potenzielle Besucherzahl bedeutet natürlich auch, dass mehr Geld eingenommen werden kann. Doch dem Fachbereichsleiter geht es noch um etwas anderes: »Wir gehen nicht davon aus, dass wir die Impfquote für die städtischen Veranstaltungen unter 2G signifikant steigern, aber wir setzen bewusst ein Signal.«

Dass Veranstaltungen an der 2G-Regel scheitern und deshalb ausfallen können, sei in der Risikoabwägung enthalten gewesen. Nun ist dieses Szenario bei (bisher) wenigen Veranstaltungen Wirklichkeit geworden. Wieliki lässt sich davon aber nicht irritieren, die Stadt setzt weiter auf 2G. »Davon rücken wir jetzt nicht ab.«

2G-Option bei Veranstaltungen: Das sagt das Land Hessen

Auf der Website der hessischen Landesregierung ist unter der Überschrift »2G-Option - Zugang nur für Geimpfte und Genesene« aufgelistet, in welchen Bereichen dieses Konzept angewendet werden darf. Gleich als erster Punkt werden »Veranstaltungen und Kulturbetrieb (ohne Volksfeste)« genannt. Zur Anwendung von 2G heißt es: »Dies umfasst sowohl die Kundschaft als auch die dort beschäftigten Personen. Für Kinder unter 12 Jahren genügt ein Negativnachweis (bspw. das Testheft). Wird das 2G-Zugangsmodell umgesetzt, entfallen die Maskenpflicht, die Pflicht zu Abstands- und Hygienekonzepten sowie die Kapazitätsbeschränkungen. Auch Ungeimpfte, die sich nicht impfen lassen können, erhalten im 2G-Zugangsmodell keinen Zugang. Davon ausgenommen sind lediglich Kinder unter 12 Jahren.«

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