Zum Auftakt viel Platz im Becken

Sommer, Sonne, Wasserspaß: Das Usa-Wellenbad Friedberg/Bad Nauheim hat endlich wieder offen, doch Betriebsleiter Sascha Rieck konnte am Montag nur 150 Gäste begrüßen. Waren kurzzeitige Probleme mit der Online-Buchung eine der Ursachen? Am Dienstag war jedenfalls mehr los.

Ins Handtuch gehüllt lief Irmtraud Gompf am frühen Montagmittag entspannt über den Rasen des überraschend leeren Usa-Wellenbads. »Das Schwimmen war herrlich«, freute sich die Bad Nauheimerin am ersten Tag der Öffnung. Besucherin Melanie Eichmann fühlte sich ähnlich. »Ich genieße es«, sagte sie.

Erschreckend wenig sei los, meinte die Friedbergerin allerdings und schaute sich um. Seit 10 Uhr waren sie und ihr Freund Frank Mistol aus Frankfurt da, seither habe sich hinsichtlich der Besucherzahl nichts geändert. »Ich bin zum ersten Mal im Usa-Bad, es gefällt mir«, lobte Mistol. Alles sei sehr gepflegt, sauber, tipp-topp. »Es fehlen nur noch die Leute«, stellte das Paar fest.

Marlene Brück und Daniel Provost (beide Friedberg) tummelten sich im warmen Außenbecken der Halle, die erst am 1. September öffnet. »Unsere Tickets haben wir online bestellt, es war unkompliziert.« Und der Preis sei in Ordnung für das, was das Schwimmbad biete.

Die Gäste hatten am ersten Freibad-Tag in der Corona-Krise viel Platz. Besonders galt dies für das zweite Zeitfenster zwischen 10 und 13 Uhr, Zeitpunkt des WZ-Besuchs. Betriebsleiter Sascha Rieck trug es mit Fassung: »Erst mal bin ich froh, dass das Bad wieder geöffnet hat und die Abläufe und geplanten Strukturen bisher so gut funktioniert haben.« Der Zuspruch bei den Frühschwimmern sei mit 25 Personen ordentlich gewesen. »Es muss sich noch rumsprechen, zudem ist nicht das absolute Schwimmbadwetter«, spekulierte er. Kurz darauf sollte Rieck einen weiteren Grund erfahren, der den nicht vorhandenen Ansturm eventuell erklären könnte. Zunächst konzentrierte er sich aber auf die Abläufe des Hygienekonzepts.

Insgesamt waren drei Sicherheitsleute vor Ort, einer war am Eingang, zwei standen bei den Umkleiden. Denn nur sechs Personen können sich gleichzeitig umziehen, zwei auf einmal zur Toilette und zwei in die Dusche gehen. Usa-Bad-Mitarbeiterin Martina Moor war ständig im Einsatz: »Wenn einer duscht, muss ich anschließend reinigen.«

Probleme mit der Online-Buchung

In der Gastronomie konnte Inhaber Leonardo Bamberger die Lage noch nicht einschätzen. »Wir müssen warten, wie es ankommt«, sagte er. Eine Durchsage erklang, das Zeitfenster neigte sich dem Ende zu. Ellen Schüssler aus Bad Nauheim fuhr in ihrem Rollstuhl zu den Umkleiden. »Ich habe sehr gewartet, dass das Bad öffnet. Es hat mir gefehlt«, sagte sie.

Probleme, die Menschen zum Gehen zu bewegen, hatten die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma mangels Masse nicht. Bis zum nächsten Besucherintervall war nun eine halbe Stunde Zeit, in der das Team alles säuberte: Schwimmmeisterin Vladlena Berner und Rettungsschwimmer Fabian Wolf etwa desinfizierten die Handläufe.

Draußen warteten schon Karin Capitain und ihre drei Kinder in der Schlange, die ein wenig mehr Publikum erwarten ließ. »Wir haben lange auf die Öffnung gewartet und in den Medien beobachtet, wann es losgeht«, sagte die Familienmutter. Betriebsleiter Rieck sah gerade allerdings nicht so erfreut aus, denn telefonisch hatte er erfahren, dass im Internet angeblich der komplette Montag als ausgebucht angezeigt wurde. War es deshalb so leer?

Zumindest gab es wohl ein kurzes Problem mit dem Online-System. »Nach der Frühschwimmer-Schicht waren sämtliche weitere Zeitfenster heute nicht mehr buchbar. Das wird jetzt schnell in Ordnung gebracht«, sagte er. Nachmittags waren die Karten online wieder erhältlich, trotzdem hatte das Bad abends nur 150 Besucher insgesamt zu verzeichnen, zuzüglich der Vereine. Rieck steht in Verbindung mit anderen Bädern, wie er erzählte, »die hinken ihren Besucherzahlen auch hinterher.« Alles in allem sei der Zuspruch zu niedrig gewesen, räumte er ein, trotzdem sei er zufrieden, auch über positive Rückmeldungen.

Tags darauf sah die Lage schon anders aus, Rieck kann wieder lachen: »Es ist mehr. Positiv ist, dass auch vormittags schon Familien mit Kindern da sind. Es steigt, so soll es sein.«

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