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IMPULS

Aufs "Christkind" warten?

  • vonred Redaktion
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Jetzt ist ja eigentlich die Zeit, in der wir "aufs Christkind" warten. Oder wie auch immer wir unsere Er-Wartungen vor Weihnachten formulieren und gestalten.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Das haben wir inzwischen verstanden. Dass davon jetzt auch Weihnachten betroffen ist, stößt vielen Menschen bitter auf. Auf was warten wir in diesem Jahr, außer auf ein Ende der Pandemie mit all ihren Schrecken und Einschränkungen?

Wäre es nicht besser, wenn Weihnachten einfach ausfällt? Nein. Wir bekommen in diesem Jahr die Chance, mal auszusteigen aus unseren üblichen Ritualen und Erwartungen. Was geschieht, wenn wir mal nicht in Aktionismus verfallen? Was ändert sich, wenn wir mal wirklich nur die Menschen sehen, die wir sehen möchten?

Ich werde zunehmend neugieriger, was Weihnachten in diesem Jahr anders sichtbar und spürbar macht als sonst.

Vielleicht wird es schmerzhafter. Vielleicht intensiver. Vermutlich wird es ehrlicher. Weil wir nicht mehr so leicht überspielen können, was leider oft unter unseren Weihnachtsritualen gärt: Unser Stress. Unsere Müdigkeit. Unsere Einsamkeit. Unser Gefühl, dass Weihnachten nicht wirklich so wohltuend ist, wie wir es uns wünschen.

Wie wäre es, wenn wir uns dieses Jahr mal an den biblischen Weihnachtsgeschichten orientieren und uns darauf einlassen, dass es eben nicht "wie immer" läuft? Vielleicht kann dieses Jahr an Weihnachten auch für uns etwas Neues geboren werden! Warten wir’s ab!

Birgit Müller, Pfarrerin in Cleeberg und Espa

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