Gemeinsam für die Aktion "Nein zu Gewalt gegen Frauen" engagieren sich neben vielen anderen Wetterauerinnen und Wetterauern (v. l.) Evelyn Zielke vom Hotel Rosenau in Bad Nauheim, Hans Fertsch von der Bad Nauheimer Weinhandlung Fertsch und Georgette Storbeck, die Präsidentin des Soroptimistinnen Club Bad Nauheim. FOTS: PV/ARCHIV
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Gemeinsam für die Aktion "Nein zu Gewalt gegen Frauen" engagieren sich neben vielen anderen Wetterauerinnen und Wetterauern (v. l.) Evelyn Zielke vom Hotel Rosenau in Bad Nauheim, Hans Fertsch von der Bad Nauheimer Weinhandlung Fertsch und Georgette Storbeck, die Präsidentin des Soroptimistinnen Club Bad Nauheim. FOTS: PV/ARCHIV

Aufgeben gibt es nicht

  • Sabine Bornemann
    vonSabine Bornemann
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Die Bierdeckel sollen aufrütteln und helfen. Ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Die Soroptimistinnen Bad Nauheim und viele Wetterauer Gastronome hatten eine erneute Aktion bereits geplant. Doch jetzt stellt der Lockdown alle vor große Herausforderungen. Bierdeckel in einer Woche zu den "Orange Days" in Restaurants auszulegen geht nicht - aber aufgeben - das ist keine Option.

Die Botschaft steht auf Bierdeckeln: ""SI Club Bad Nauheim und Wetterauer Gastronom*innen" sagen NEIN zu Gewalt gegen Frauen". Der Soroptimistinnen Club Bad Nauheim hat diese einmalige Bierdeckel-Aktion letztes Jahr ins Leben gerufen und einen immensen Erfolg erzielt. Vor Ort mit den Gastronomen und natürlich für die betroffenen Frauen. Aber auch im Soroptimistinnen-Club selber: Die Aktion ist deutschlandweit zum Projekt des Monats gewählt worden.

Herausforderung Lockdown

Die jetzige Schließung von Restaurants und Kneipen stellt Präsidentin Georgette Storbeck und ihren Club vor große Herausforderungen: Alle wollen die "Orange Days", die vom 25. November bis 10. Dezember weltweit auf das Problem von Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen, natürlich wieder unterstützen. Da ist Einfallsreichtum und viel Geduld gefragt. Alle hoffen auf den 1. Dezember. Auch die Wetterauer Gastwirte. "Einige Restaurants, die im letzten Jahr engagiert dabei waren, mussten wegen Corona bereits schließen. Diejenigen, die noch da sind, machen wieder mit", sagt Storbeck.

Das heißt, die Soroptimistinnen Bad Nauheim haben wieder zahlreiche orange Bierdeckel und bereits Plakate drucken lassen und wollten diese eigentlich ab dem 25. November in Restaurants und Kneipen auslegen. Obwohl es sehr unsicher ist, ob und wann es zu Lockerungen kommen kann, hoffen alle auf Dezember und das Ende des zweiten Lockdowns. Allen Gastronomen liegt die Aktion am Herzen. Wie Evelyn Zielke vom Bad Nauheimer Hotel Rosenau: "Selbstverständlich machen wir wieder mit. Gerade in Corona-Zeiten wird das Thema Gewalt wieder brisanter." Das sieht auch Hans Fertsch von der Weinhandlung Fertsch so: "Durch die Aktion können wir Menschen verschiedene Coleur ins Gespräch bringen."

Mit der "Bierdeckel"-Aktion haben die Soroptimistinnen im vergangenen Jahr viel erreicht. Betroffenen Frauen wurde über Beratungsstellen geholfen, und viele sind auf das Problem aufmerksam geworden. Das haben die Soroptimistinnen durch Feedback und eine Evaluation erfahren. Einige Gastwirte kamen mit Gästen über die Problematik ins Gespräch, viele Bierdeckel wurden mitgenommen - zum Weiterreichen an Betroffene oder sogar für den "eigenen Bedarf". "Eine Kellnerin hat mir erzählt, dass Ihre Schwester einen der Bierdeckel in der Schublade liegen hatte und ihn vor Kurzem einer Bekannten gab, die dringend ein solches dort aufgedrucktes Hilfsangebot brauchte", berichtet Storbeck.

Genau das ist das Ziel der Aktion: Auf das Problem aufmerksam machen und unkompliziert Hilfe anbieten.

Werbetrommel im Ostkreis

Hier kommt in diesem Jahr der Frauennotruf aus Nidda wieder dazu. Diese Anlaufstelle beteiligt sich erneut an der Aktion und hat in den vergangenen Monaten "die Werbetrommel im Ostkreis gerührt", wie Storbeck sagt. Drei weitere Gastronomen seien dadurch hinzugekommen.

Das Bad Nauheimer Projekt kam auf Clubebene Soroptimist International Deutschland so gut an, dass es zum Projekt des Monats Oktober gewählt worden ist. "Das hat unsere Erwartungen komplett übertroffen", sagt Storbeck. Von all der Arbeit, die die Bad Nauheimerinnen in das Projekt investiert haben, profitieren nun andere Clubs deutschlandweit - und somit die betroffenen Frauen am jeweiligen Ort.

Das Bad Nauheimer Team hofft, im Dezember starten zu können und das Projekt mit den Gastronomen über den 10. Dezember hinaus verlängern zu können. "Das Thema muss unbedingt auf der Agenda bleiben", bekräftigt Georgette Storbeck.

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