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Nachbarn und Radfahrer, die am Garten vorbeigekommen sind, haben Peter Richter (r.) dazu animiert, sich beim HR zu bewerben. Nun wird die Sendung gedreht mit Moderator Jens Pflüger.

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Assenheimer Garten ist preisverdächtig und blumig

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Der Stolz steht Peter Richter ins Gesicht geschrieben: Der HR lässt auf seinem Gartengrundstück in Assenheim eine Folge der neuen HR-Reihe "Hessens schönster Kleingarten" drehen.

Kameraleute wandern an diesem Vordreh- und Probetag über den gepflegten englischen Rasen und unter Rosenbögen hindurch. Aufnahmeleiterin Kaja Gennat lässt den Blick über Kartoffeln, zarte Salat- und Zucchinipflänzchen sowie das Kräuterbeet wandern. Moderator Jens Pflüger hechtet samt Gartenrechen über einen niedrigen Zaun und verkündet vor laufender Kamera, Peter Richter werde den Zuschauern zeigen, "was eine Harke ist".

Richters Rosengarten ist unter die letzten vier von über 20 Bewerbungen für diese Premiere gekommen. Am Vortrag hat er gemeinsam mit den anderen drei Kandidaten einen Garten in Kassel besichtigt, in den kommenden Tagen stehen Anwesen in Oberursel und Raunheim auf dem Programm. Die vier Top-Kandidaten besuchen sich gegenseitig und bewerten sich untereinander, so das Reglement. Dabei sind vier Kategorien, Hingucker, Laube, Öko und Magen, vorgegeben. Gartenexpertin Lisa-Marie Schmandt berät bei der Entscheidungsfindung und gibt Tipps, von denen auch die Zuschauer profitieren.

Ein Hingucker ist seine Gartenanlage allemal, das weiß Peter Richter aus Erfahrung. Immerhin waren es ja seine Nachbarn und die vielen Radfahrer auf dem Fernradweg R4 an der Nidda, die ihn zu seiner Bewerbung animierten. "Im vergangenen Sommer habe ich drei Wochen lang hier Urlaub gemacht", berichtet der Gärtner, der sein Wissen vor allem durch die Praxis erworben hat. "In dieser Zeit ist mein Anwesen rund 700-mal fotografiert worden, man lobte allseits den gepflegten Zustand und die vielen Blumen. Da habe ich mir gedacht - warum nicht? Der erste Preis wäre für mich eine Auszeichnung und zugleich ein Lohn für die täglich rund zwei bis drei Stunden Arbeit, die ich in meinen Garten investiere." Es winkt die hochwertige Plakette mit dem Titel "Hessens schönster Kleingarten 2019", die zukünftig am Zaun angebracht werden könnte, dazu ein Preisgeld von 1000 Euro.

Auch seine Laube ist eine Premium-Variante, da ist sich Peter Richter sicher. Nach "öko" sieht der akkurat getrimmte Rosengarten weniger aus, aber darauf legt es dessen Besitzer auch gar nicht an. Bauerngärten betrachtet er eher mit Skepsis, er möchte Besuchern einen Schaugarten mit etwa 60 Blumenkästen, Hängeampeln und Bögen voller blühender Rosen, Begonien, Petunien und Geranien präsentieren - und dieses Vorhaben gelingt. Auch um die Kategorie "Magen" macht sich Peter Richter keine Sorgen: "Ich habe nicht den Schwerpunkt Nutzgarten, aber zu einem frischen Salat mit Kräutern zum Gegrillten reicht es allemal." Das hat er oft genug an Sommerabenden mit Frau und Sohn auf der Terrasse der Laube erprobt - und so freut er sich darauf, seine drei Mit-Kandidaten zu bewirten. Diese werden ihm außerdem ein Überraschungspräsent als Gastgeschenk mitbringen.

Peter Richter hat den Garten vor sechs Jahren von seinem Freund Karl Bongartz gepachtet. Die Laube war vorhanden, "aber sonst lag hier alles brach", sagt der Angestellte des Autohauses Kuhl in Friedberg, der inzwischen Feierabend und Freizeit in das Grundstück investiert. Der Lohn sind Schönheit, Gärtnerfreude und Entspannung - sowie jetzt die Hoffnung auf eine verdiente Auszeichnung.

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